niigen Chaumigrem Hinritt, in Phantasien verloren, mitFriederikens Bild, oder mit meinem Gelehrtenstübchen inBerlin beschäftigt, und dann plötzlich etwa durch einen Fehl-tritt meiner Rosinante erwachte — die unbekannten Gegen-den der Mittelmark vor mir, die fremden Gesichter mit denKnebelbärten neben mir, das fortschreitende Heer hinter mirerblickte — ich mußte mich bei der Nase zupfen, in den Armzwicken, um mich zu überzeugen, daß ich wache.
Zuweilen verdroß es mich, statt kriegerische Abenteuermitzumachen, nicht auf Flügeln der Liebe nach Berlin geflo-gen zu seyn. Was hätten auch die Marschälle des Kaisersvon Frankreich einem armen lVlsgister bonsrvm srtium zuLeide thun wollen, der seine berühmten Siegeslieder glückli-cherweise noch nicht hatte drucken lassen? Aber dann ver-söhnte mich ein einziger Gedanke immer wieder mit meinemBerhängniß — nicht der Gedanke an Friederikens treueLiebe, oder an des Siegers Großmuth, sondern der Gedanke— an meinen Geldbeutel. Wovon sollte ich in Berlin leben?Meine Hauslektionen waren schon Andern übertragen; meineSiegeslieder vergebens gemacht. Als Generaladjutant hatteich auf gut soldatisch wenigstens freie Zehrung, freies Quar-tier. Wer weiß, dachte ich, wie weit du es noch in der krie-gerischen Laufbahn bringen kannst? War nickt Moreauein bloßer Advokat, der nachher als Feldherr das Gegenstückzum Xenophontischen Rückzug lieferte? Wer steht dafür, daßnicht auch ei» Doktor der Philosophie die Welt durch seineRückzüge in Erstaunen setzt?
Durch allerlei bösen Wind von Franzosen, die auf derSeite von Berlin umhersckwärmen sollten, wurde unser Heer-haufe immer mehr südwärts verschlagen. Wir sprachenzwar, um uns als Männer zu Großthaten zu begeistern,