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Der christliche Glaube dringt herein.
Mitten durch die Finsterniß der Zeiten traten die Bo-ten Gottes, fromme Männer, in's Land, den Heiden dasHimmelreich zu predigen und den Gekreuzigten zu verkün-den. Es waren Kriegsknechte, die in andern Gegenden dasWort des ewigen Heils vernommen hatten; es waren vor-nehme Männer, oft Königskinder, welche die Freuden derWelt verleugneten, um, gleich den heiligen Aposteln, unterden Heiden Christum zu bekennen.
Man will sagen, daß schon zur Römerzeit, und kaumzweihundert Jahre nach des Heilandes Geburt, ein solcherKönigsohn, Namens Lucius, im rhätischen Hochlande dieSaat des Glaubens unter Todesgefahren ausgesäet habe.Späterhin sind Andere zu den Burgundern, Andere zu denAllemannen im Thurigau gekommen. Die sammelten from-me Haushaltungen um sich; die tauften Alt und Jung imNamen Gottes; die stifteten kleine christliche Gemeinden; siebauten Kirchen und Bethäuser. Sie gründeten auch Klö-ster zur Beförderung in Wissenschaft, Gebet und Glauben,und setzten Bischöfe, das heißt Aufseher über die andernchristlichen Lehrer und Gemeinden. Schon bevor alles frän-kisch wurde, hat man einen Bischof zu Chur in Rhätiengefunden, der Stadt, die erst gegen das Ende der Römer-herrschaft namhaft geworden war; auch in der raurachischenAugusta, und zu Vindontssa, und zu Aventicum,