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Anthologie aus den Werken von Ernst Schulze
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XV.

Liebchen, ich traue dir nicht, und wenn reizender noch dir

die Aeuglein

Blickten, die nur dein Geist lenket und nimmer dein Herz,Lächeltest du viel freundlicher auch, zwar ist es unmöglich,

Und dein schmeichelndes Wort, wär' es auch doppelt so

süß.

Dft schon riefst du zurück den Entfliehenden, reuig gehorcht' er,. Und schnell, wenn du gebotst, linderte Zorn sich und

Schmerz;

Dein nur war der Triumph und mein schuldlose Bestrafung,

Und ich büßte, wo du flüchtiges Wesen gefehlt.

Doch bald panzerte wieder mit tödtlichem Frost sich die Brust

dir;

Schmeichler schaltest du den, der dir geöffnet das Herz,Zürntest dem kühneren Freund und verlachtest stolz den ver-zagten ;

Nur wer muthig entfloh, zwang dich mit eigener List»

So viel hüpfende Funken entsprühn dem lodernde» Herd

nicht,

So viel Wellen umhegt nicht das unendliche Meer,

Als feindselige Launen sich dir im Busen bekämpfen!

Sklavin bist du dir selbst; Liebchen, erröthest du nicht?Nur wer fest die begonnene Bah» fortwandelt, beherrscht sich;

Treue, wie Ketten von Gold, fesselt und schmückt sie zu-

zugleich.

Wie? du lächelst mich an und spottest keck der Bermah-nung?

Siehe dich vor, fast schon wünsch' ich dein Schüler zu seyn.