Band 
Fünfter Band.
Seite
158
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LS8

Das Schneeglöckchen.

Ein Flöckchen Schnee fiel jüngst, (kein Blendwerk täuschte mich)Auf Dapbnens Brust, und blähte schimmernd sich;

Doch, neidisch, daß ihr Glanz den seinigen verhöhne,

Schmolz e« in eine Thräne.

Filz und Verschwender.

Müht Tag und Nacht der Ohm sich ab.Daß er, was schlauer Fleiß ihm gab,Vermehre;

So hat der Neffe keinen Sinn,

Als wie er kärglichen GewinnVerzehre.

Den Oheim lob' ich allermeist;

Doch kann ich nicht des Neffen GeistVerdammen.

Zum Glück gelangen beide nie;

Hätt' ich die Macht, so schmelzt' ich sieZusammen.

Grabschrift.

Auf wem der stolze Marmor ragt?Auf einem wohlgepriefinen Mann,Der nie ein dummes Wort gesagt,Und nie ein kluges Werk gethan.