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Fürchtet darum kein Tadlergesicht, da- die Miene der Weis-heit
Heuchelt, und Freuden verdammt, die selbst die strengere
Lugend
Williget. Aber vernehmt die Stimme der sanfteren War-nung.
Sittliche Grazie weihe veredelnd eure Gefühle,
Euer zartes Verlangen, und eure geliebteren Wünsche!
Fürchtet, sobald ihr diese beleidigt, den Zorn Hygieens.
Zwar an dem Schuldigen rächt sich nicht selbst der Göttinnen
beste,
Nur zum Segen der Welt erkor sie der Vater der Men-schen,
Aber sie wendet sich weg von dem Frevler, und winket der
hehren
Nemesis. Wehe dem Unglückssohn, den diese verfolget!
Wem mit richtendem Ernst die Vergelterin Böses verhänget,
Solcher entrinnt aus Erden hinfort herznagendem Gram
nicht.
Freundlos irrt er umher, und klagt sein banges Geschick nur,
Bei wehdrohender Vögel Geächz, einödigen Wäldern.
Ihm bekränzt umsonst sich der Mai; sein hellest» Wohllaut
Tönt ihm wie Todtengesang. Und ach! wie welket die
Blüthe
Seiner Wangen dahin! Wie bleicht frühzeitiges Alter
Ihm die Locken! Beweint ihr Nymphen, beweinet den Jüng-ling !
Ihn zu retten vermag selbst euer belebender Quell nicht;
Denn Hygiea zürnt, und Nemesis rächet die Göttin.
Doch bei der goldenen Schale der Enkelin Päons beschwör'ich
Dich, zartfühlende Freundin, und jeglichen Trinker der Heil-
fluth,