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Anthologie aus den Gedichten von Ramler, v. Schenkendorf und Neubeck
Seite
165
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Sprossen päonische Krauter, und Alles berauscht im Ge-deih'» sich.

Fröhlicher seh» die Mütter den holdanlächelnden Säugling

An der stillenden Brust aufblüh'n, sanft wölbet der Jung-frau'»

Busen sich, Jünglinge glühn, durchströmt vom Gefühl der

Gesundheit,

Und graulockige Greise verjüngen sich. Aber vor allen

Segnet der schwer Erkrankte die heilende Macht Hygiea's,

Der, vom süßen Gefühl des neuen Lebens beseligt,

Mit noch zitternder Lippe den Dank der Erhalten» stammelt.

Preis dir, Herrliche, Preis! Was lebt auf der heiligen

Erde

Huldiget dir, denn Lein ist die Macht, zu erretten vom Tode.

Selbst du pflanzest den immer lebendigen Trieb der Erhal-tung

Allem in's Herz, was athmet. Des Walds hülflosen Bewoh-nern

Lehrest du selbst auf den Bergen die heilende Würze zu

finden,

Welche die Plag' abwendet, und neu die purpurne Welle

Kräftiget zum harmonischen Tanz in Herzen und Adern.

Ohne dichj, Göttin, erkrankt die Natur, und verderblicher

Seuchen

Schweres Gedünst wälzt über die Städte sich; feindliche

Sterne

Schütten die Pest auf das Land, und den Tod, und die grause

Verwesung.

Aber sobald huldvoll dein Antlitz wieder sich wendet:

Siehe, dann klärt urplötzlich der Himmel sich; Heil und Ge-sundheit