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Anthologie aus den Gedichten von Ramler, v. Schenkendorf und Neubeck
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Dein sind unserer Ehen erfreuend« Segnungen. LiebendWaltest du über den Schooß der Erzeugerin, stets sie behü-tend,

Wann weitherrschende Seuchen daherdroh'n. Ach! eS er-nähren

Fremde Brüste das Kind, und früh hinwelkend verblüht eS,Wenn nicht deine geheiligte Macht der Gebärerin beisteht.Auf! und verehrt Hygieen mit mir, bringt fromme Ge-lübde

DemuthSvoll der Erhalterin dar, ihr Jünglinge, wen» ihrEinzugehn euch sehnt in die bräutlkche Kammer! In ihrerObhut blühet hinfort der Hoffnungen schönste: das Lhränen-Lächeln der Gattin zu sehn, wann einst den Knaben, den

Erstling,

Auf den Armen sie wiegt, und zum Kuß dem Vater ihn hin-gibt.

Siehe, mit edelem Ruhme geschmückt, und geliebt von de»

Menschen

Ist der verständige Arzt, Hygiea's würdiger Priester,

Der mit erfahrenem Sinn der Naturkraft tiefes GeheimnißAusforscht, und den Gewalten der Heilungskräuter gebietet.Holden Gesang auch Pflanzt in die Seel' ihm Phöbus Apollo,Der die melodische Leier erfand, und in DelphoS OrakelOffenbarte die heilende Kunst den Sehern der Vorwelt.

Du nur, Hohe, verleihst ihm die Vollmacht, selbst an des

Hades

Unrückgängiger Schwelle das sterbliche Leben zu fristen.Deiner getrost, hülfreichste der Göttinnen, kämpft mit des

Python

Schrecknissen muthig der Held, und vertilgt siegreich den Ver-

derber.