8 »
bete, und eine Gruppe lustiger Mädchen sich, ohne Furchtvor unsern Ferngläsern, zum Baden ansch'ckte.
DaS süße Lebenszefühl, das in dem Herz n eines auchnoch so Unempfindlichen aufwallen muß, der dies fortlau-fende reiche Natur- und Kunstgemälde zum ersten Mal er-blickt, und das jetzt glänzend aus meinen Augen hervor-leuchtete, machte mir die ganze Gesellschaft geneigt, so we-nig meine Bewunderung auch Bezug auf sie hatte. Allesetzten bei mir voraus, daß ich von Barke zu Barke bisnach Toulouse fahren, und auf der Route bei Tt. Feriol aus-steigen würde, um den größten bekannten Trichter der Weltzu betrachten. Er schwebe, erklärten sie mir, zwischen dreiBergen, wie aus Fels n gegossen, und enthalte anderthalb-nial die ganze Masse Wassers des, vierzig deutsche Meilendurchfließendcn Eanals, um ihn nach den sechs Ablaß- undFeier-Wochen, die man jährlich seiner Reinigung und Aus-besserung widme, wieder zu füllen. Diese Mittheilung werdeMit Hülse dreier meiallnen Hähne bewerkstelliget, die, wiean einer Thee-Urne, sich aufdrehen ließen, und jenemWasser-Magazin der erlittene Abgang durch mehrere ihmzugeleitete Bäche in einigen Tagen wieder ersetzt. „Undwer," frug ich» war der Erfinder und Schöpfer dieses er-staunlichen Menschenwerks?" „Ein LandSmann und Zeit-genosse des berühmten Pelisson, und nicht nur zur Ehre,sondern auch zum glücklichsten Gewinnst für uns," rieft« siealle mit innigem Wohlbehagen, „ein gemeiner Gärtner vonBezierS, denn der brave Mann ließ absichtlich den Eanaleinen Umweg nehmen, um seiner Vaterstadt ein großmüthi-ges Andenken zu hinterlassen. Wäre er gleich nicht in Nar-bonnc geboren worden, werfen ihm die dortigen neidischenEinwohner vor, so konnte er doch als Bürger des Staats,dem er zuerst angehörte, ihm mehrere Millionen ersparen,