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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Kriipfel 61

sind dies meist Leiden der Verdauungsorgane (Durchsall, Ruhr u. s. W-). Die Einflüsse derWohnung, der Kleidung u. s. w., der Nahrungsmittel und Getränke sind besondersbesprochen, ebenso die der Ehe und geschlechtlichen Verirrungen. Daß die verschiedenenBeschäftigungen und Gewerbe verschiedentlich Anlaß zu Erkrankungen geben, 0 * allgemeinanerkannt, im einzelnen aber nicht immer in Rücksicht auf die speciellen Beziehungen nachwet ich,da gleichzeitig andere Einflüsie: Nahrung, Wohnung, die dem Berufe zugebrachte und zur desienWahl nicht selten entscheidende körperliche Beschaffenheit, mitwirken. Manche Gewerbe u. si w.bedingen eigenthümliche Krankheiten; so treten leicht ein Bleivergiftungen bei Lackirern, Schns -gleßern, Schriftschleifern und Schriftsetzern u. s. tu.; Quecksilbervergiftungen bei Hutmachernu. s. w.; Arsenikvergijtungen bei Hüttenarbeitern u. s. w.; Krankheiten der Respirativusvrganedurch Einathmen von Staub bei Schleifern, Steinhauern, Arbeitern in Wollenfabriken, Müllern;Erkältungskrankheiten (Rheumatismen, Katarrhe, Bright'sche Krankheit u. s. tu.) bei solchemwelche im und am Wasser arbeiten oder gezwungen sind, hohe Hitzegrade zu ertragen und sichdann plötzlich kaltem Luftzuge auszusetzen (Bäcker u. s. tu.); Krankheiten des Kehlkopfs bei denen,welche viel und laut sprechen müssen (Lehrer, Prediger, Schauspieler u. s. tu.); Krankheiten desUnterleibs (Hümorrhoiden, Verdauungsstörungen, Obstruction u. s. tu.) bei solchen, welche stetsin gebückter und sitzender Stellung arbeiten (Schuhmacher, Schneider, Weber u. s. w.). Amgesundesten pnd die Berufsarten, welche eine mäßige Muskelanstrengung und besonders imFreien erfordern (Landleute, Soldaten, Jäger u. s. w.); nächstdem die meisten geistigen Berufs- lvfern sich ein gewisier Eomfort des Lebens mit ihnen verbinden läßt und die gefordertegeistige Thätigkeit nicht zu anstrengend und aufreibend fft. Geistliche, Profesioren und Kausieutepflegen sehr alt zu werden. Ausübende ötünstler und Politiker (die des Deutschen Bundestagsausgenommen) reiben sich früher auf. Am ungünstigsten sind unter den geistig Beschäftigten dieAerzte gestellt; sie weisen die geringste mittlere Lebensdauer auf. Im allgemeinen nimmt mitZunahme der Eivilisation, der verbesserten Wohnungen, Heizungsapparate, Einrichtungenfür private und öffentliche Reinlichkeit u. s. w. die Lebensdauer zu. In derguten alten Zeit"wurden im Durchschnitt die Menschen nicht so alt als jetzt. So ist nach statistischen Zusammen-stellungen die wahrscheinliche Lebensdauer der Neugeborenen in Genf seit dem 16. Jahrhun-dert von 5 aus 45 Jahre, in London in den letzten 100 Jahren von 6 auf 26 Jahre gestiegen.Zur Erzeugung dieser auffallenden und günstigen Erscheinung hat unter anderm wesentlich atlchdie Einführung der Schutzpockenimpfung und die beffere Pflege der Neugeborenen beigetragen.Die Erkrankungen durch Uebertraguug von Parasiten sind übersichtlich in den Art. Haut-krankheiten (pflanzliche und thierische Parasiten) und Ansteckung (thierische Parasiten), speciellin den Art. Eingeweidewürnter, Krätze und Erbgrind besprochen. Eine wichtige Abtheilung derallgemeinen Aetiologie bildet die Lehre von den Contagien und Miasmen; sie ist in demArt. Ansteckung (s. d.) ausführlich dargestellt.

Äräpskl, auch Pfannkuchen, Fastnachtskuchen genannt, bereitet man folgendermaßen:2 Psd. gesiebtes, erwärmtes Mehl, 12 Loth zerlaffene, aber nicht heiße Butter, 12 Eidotter,4 Loth sein gestoßener Zucker, etwas Salz und Muskatnuß, vier Eßlöffel dicke Weißbierhefe oder6 Loth trockene, in etwas lauer Milch zerrührte Hefe werden mit lauer Milch zu einem geschmei-digen, recht blasigen Teig angerührt, den man mit dem Holzlöffel recht tüchtig durcharbeitet und,mit einer Serviette überdeckt, an einen warmen Ort zum Aufgehen hinstellt. Ist er nach Verlaufvon ungefähr einer halben Stunde noch einmal so hoch geworden, so wird er aus der Schüsselauf ein mit Riebt bestreutes Backbret genommen und, vbne ihn sehr zu drücken, mit dem Treibholzhalbfingerdick ausgerollt. Hiervon sticht man mit einem Wafferglase Scheiben aus, legt sie aufein anderes mit einer mit Rieht bestreuten Serviette bedecktes Bret, legt in die Mitte einer jedenScheibe etwas Fruchtmarmelade oder in Zucker eingekochte Früchte, deckt eine andere Scheibedarüber, deren Ränder man mit geschlagenem Ei bestreicht und fest an die untere andrückt, bedecktsie mit einer Serviette, läßt sie noch einmal in der Nähe des Ofens ausgehen, bäckt sie in heißemSchmalz aus (s. im Art. Braten Bereitung der Frituren), läßt auf einem Siebe das Fett ablaufenund bestreut sie mit Zucker und Zinnnt. Brandteigkrapfen. In % 1 Kanne Milchwerden 8 Lotb Butter, 8 Loth Zucker und 14 Loth Weizenmehl eingestreut, 10 Minuten unterfortwährendem Rühren auf dem Feuer gekocht und, wenn die Masse verkühlt ist, mit etwas Salz,vier ganzen Eiern und vier Eidottern vermischt. Von diesem Teige sticht man mit dem Löffelkleine Häufchen ab, legt sie auf ein mit Butter bestrichenes Backblech, bestreicht sie mit zerquirltem

streut grob gestoßenen Zucker darüber, bäckt sie, bis sie rothgelbe Farbe haben und fast durch-sichtig ers-deinen, und trägt sie warm auf.