Buch 
5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
Entstehung
Seite
190
JPEG-Download
 

190 Last

firnisse. Letztere dienen zum Ueberziehen polirter Metalle, namentlich der gelb gefärbten Legi-rungen, und des Holzes, theils als Schmuck, theils als Schutzmittel gegen Luft und Feuchtigkeit-Zu ihrer Bereitung eignen fich alle Farbstoffe, deren Pigment in starkem Weingeist oder in äthe-rischen Oelen löslich ist, so unter den gelben Gutti, Orlean, Curcuma, Safran, unter den rothenCochenille, Drachenblut und Sandelholz; mau fertigt Auszüge dieser Substanzen und mischt sienach Belieben mit einem durchsichtigen farblosen Harzfirnis. Einige Vorschriften zu solchen Fir-nissen, namentlich Goldfirnissen, sind Bd. III, S. 626 gegeben. Lasirende Wasserfarben heißenauch Saftsarben; sie werden vorzugsweise zum Coloriren von Karten, Kupferstichen, Stein-drucken u. s. w. benutzt, bei denen schwarze Umrisse oder Schattirungen durchscheinen sollen. D>rmeisten sind durchsichtige Lackfarben, welche mit Gummi, zuweilen auch mit Zucker, Honig u. s< w-versetzt werden, damit sie Glanz bekommen und nicht durchschlagen. Folgende sind am gebräuch-lichsten. Zu gelben Saftfarben können alle im Art. Lackfarben unter derselben Rubrik aufge-zählten Rohmaterialien dienen; man kocht dieselben mit Wafier und wenig Alaun aus, versehtdie geklärte Abkochung mit Gummi und dampft soweit als nöthig ein. Gutti liefert mit Wasserangerieben eine gelbe Emulsion, die für sich als Saftfarbe verwendbar ist. Schön blaue Saft-farben sind Jndigkarmin und eine Lösung von Berlinerblau* in Oxalsäure. Gemische dieser nutden vorhergehenden geben grüne Saftfarben. Eine einfache grüne Lasurfarbe ist das Saftgrünoder Blasengrün, welches namentlich im südlichen Frankreich aus den unreifen Beeren des Kreuz-dorns (Rhamnus catharticus L.) bereitet wird. Man zerquetscht dieselben, läßt etwas gären,preßt, dampft den Saft mit Alaun und Potasche zum Trocknen ein und füllt das bräunlichgrüne,durchaus nicht schöne Product in Thierblasen. Zu den mineralischen Saftfarben gehört die mitGummi versetzte blaugrüne Lösung von krystallisirtem Grünspan, ferner das grüne schwefelsaureChromoxyd, in welches eine Lösung des violetten Chromalauns bei längerm Erhitzen unter Aus-scheidung von schwefelsaurem Kali übergeht; die Flüssigkeit trocknet dabei zu einer gummiartigeüMasse ein, welche eine schön grasgrüne Lösung gibt und mit Gummi versetzt direct als Aquarell-farbe dienen kann. Die beste rot'he Lasurfarbe ist eine Lösung von Karmin in Ammoniakflüssig-keit (s. Bd. IV, S. 607) oder eine mit Gummi versetzte ammoniakalische Lösung des Krappfarb-stoffs. Weniger feurige Nuancen liefert eine mit Alaun und Gummi versetzte Rothholzabkochung-Als violette Saftfarbe kann ein mit etwas Ammoniak nuancirtes Blauholzdecoct oder ein Miteisenhaltigem Alaun, mit Eisen- oder Kupfervitriol versetzter Rothholzauszug dienen. Eine natür-liche braune Saftfarbe ist die Sepia. Außerdem verwendet man als solche gerbstoffreiche Extracte,Lakritzen, Caramel, einen Aufguß von gebranntem Kaffee, eine Abkochung von Glanzruß.

Lllst. 1) Ein großes Getreidemaü, vorzüglich im nördlichen Europa. In Preußen begreiftdie Last 60 Scheffel, in Hamburg 60 Faß gleich ebenso vielen preußischen Scheffeln, die preußischeund Hamburger Last demnach — 32,9769 französische Hektoliter. In Hannover ist die Last —Malter oder 96 Himten — 29,9056 Hektoliter; in Bremen hat sie 4 Quart oder 40 Scheffel— 29,6«5 Hektoliter, in Lübeck 8 Drömt, 24 Tonnen oder 96 Scheffel — 33,3062 Hektoliter.In den Niederlanden begreift die Last 30 Mudden oder Hektoliter, und man rechnet sie an Gewichtbei Weizen zu 2310, bei Roggen zu 2075 neuen Pfund oder Kilogramm. In Dänemark hatdie Last (Lsest) 12 Tonnen oder 96 Scheffel — 16,6946 Hektoliter, in Rußland für Getreideund Sämereien 16 Tschetwert — 33,5843 Hektoliter, für Hafer aber 20 Tschetwert. In Englandhat die Last 2 Wehs oder Loads — 10 Jmperialquarters oder 80 Jmperialbushels — 29 ,M«tHektoliter; bei manchen Waaren (Mehl, Salz, Bier, Seife u. s. w.) sind Last nnd Load- dasNämliche, aber von sehr verschiedenem Maß-, Gewichts- oder Stückinhalte. In den VereinigtesStaaten von Nordamerika hat die Last von 2 Weys, wie ehemals in England, 10 alte Quarter--oder 80 Winchester Bushels — 28,1897 Hektoliter. 2) Ein großes Schiffsfrachtgewicht undSchiffsfrachtmaß, die „Schiffslast", von abweichender Größe. In Deutschland wird die Lafgewöhnlich in 2 Tonnen getheilt, anderwärts bildet die Tonne die Einheit, so in England, Frank'reich, Dänemark, Schweden u. s. w. Soweit die Schiffslast ein Frachtgewicht darstellt, ist siedenjenigen deutschen Seestaaken, welche seit dem Jahre 1858 das deutsche Zollpfund (das halbeKilogramm) als Landespfnnd angenommen haben, auf 4000 Pfd. = 2000. Kilogramm gesetzt,in' Preußen („Normallait"), Hamburg, Bremen u. s. w. begriff sie schon vorher 4000 der dor-tigen Handelspfunde. Nach diesem Frachtgewicht wird in der Regel auch die Tragfähigkeit oder„Lästigkeit", der sogenannte Tonnengehalt der Schiffe, bestimmt, welcher auf Grund der amtliche"Schiffsvermesfung gesetzlich festgestellt wird(s. Aichen,Bd.I,S.217), und nach dem Ergebniß diel«"Vermeffung bestimmen sich die nach Lasten oder Tonnen zu erbebenden Schiffsabgaben (4**^abgaben); in den deutschen Seehansestädten (Hamburg, Lübeck, Bremen) begreift indessen die Lal