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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Lava

ausgeschweift. Die Staubfäden stehen mitten im Rohr. Die Blume ist blaßrosa. Diese Är-wächst auf Waldwiesen und erscheint bei uns schon Mitte Frühling in Blüte, während die Seiten-zweige bis in den hohen Sommer sich entwickeln. Das Kraut dieser Art war als Herba Ped 1 'cularidis oder Herba Fistulariae, das erstgenannter Art als Herba Pedicularidis aquaticaegebräuchlich. Man wendete es als harntreibend an. Aeußerlich braucht es noch heute der Land-mann gern bei seinen Kindern zu dem oben angegebenen Zweck und mag der scharfe Saft aller-dings den Thierchen nicht behagen. Wir bilden in Fig. 1 unter a eine Pflanze von Pedicularissylvatica in halber Größe ab; b ist ein Kelch, c eine Lippe, d eine junge Kapsel, alles in natür-licher Größe, e ein durchschnittener Same, fünfmal vergrößert.

Ein zweites, sehr renommirtes Läusekraut ist die Sabadille, Veratrum 8abadilla ßet*Veratrum L. ist eine Gattung der Mclanthaceen, welche sich sehr eng an die Liliaceen ansclstw-ßen. Ein dickes Rhizom bringt hohe Stengel mit meist rispigem Blütenstande und wegekrant-artigen Blättern. Die Blüten sind vielehig. Die Blütenhülle ist sechstheilig. Die Staubfädeühaben nierensörmige, einfächerige Staubbeutel. Die Kapsel ist tief dreitheilig, mehrsamig. ®' eGriffel sind ganz kurz. V. Sabadilla R. R., auf den Antillen, aber auch in Mexico, wo es z.Linden sammelte, hat bodenständige, große, länglichspitze, nervige Blätter. Der Stengel träönur kleine Blätter. Die Rispe hat wenig Zweige und zeichnet sich dadurch aus, daß die schwarz-purpurnen Blütenhüllblätter grannig zugespitzt sind. Die Samen sind die 8emina Sabadill» e 'welche man sowol gegen Eingeweidewürmer innerlich als äußerlich gegen Läuse anwendete-Jnnerlich sind sie geradezu gefährlich. Der meiste Läusesamen kommt aber von Sclioenocaulo 0officinale Gray. aus Mexico. Die Pflanze hat eine Stengelknolle, lineale, gekielte Blätter » ll6eine walzige, dichte Traube. Der Samen sind sehr wenige in den Bälgen. Wir bilden von t elSabadille eine Pflanze in y 3 natürlicher Größe ab.

Eine dritte Läusepflanze ist unter dem Namen Delphinum Staphysagria beschrieben u»abgebildet Bd. III, S. 128.

Lava ist die allgemeine Bezeichnung für alle Gesteinsmassen, welche im heißflüssigen Zustandaus Vulkanen ausgeflossen und dann erstarrt sind. Es ist somit nicht irgendein besonderes Geste»''welches man Lava nennt, sondern vielmehr eine Art des Vorkommens mehrerer Gesteinsartewwelche man mit diesem Ausdruck bezeichnet. Die Laven gehören theils zu den Trachyteu, theyzu den Basalten, Doleriten und Leucitgestciuen. Sie sind aber nicht nur nach ihrer mineralisch^Zusammensetzung, sondern auch nach ihrer Textur (ihrem innern Gefüge) sehr verschieden u» tct 'einander, z. B. krystallinisch körnig, porphyrartig, dicht, porös, blasig oder schlackig. Die meiste'Laven haben zwar eine vorherrschend dunkle Färbung, braun oder grau bis schwarz, es gibtauch röthliche, gelbliche und selbst beinahe weiße Laven, doch haben letztere ihre lichten Färbung^'in der Regel erst durch Zersetzung angenommen.

Betrachten wir die mineralische Zusammensetzung der verschiedenen Lavarten etwas nähe'''so ergibt sich, daß in allen Augit oder Feldspath vorzuherrschen pflegt, daß sie aber untergeord'"'auch Leucit, Magneteisenerz, Glimmer, Hornblende und Olivin enthalten. Die Laven, in weldBFeldspath als Gemengtheil vorherrscht, enthalten mit diesem innig gemengt gewöhnlichAugit oder Hornblende oder Glimmer, manchmal sogar porphyrartig eingewachsen. Man ne""diese trachytische Laven oder Trachytlaven, weil sie wesentlich dieselbe Zusammensetz'»^zeigen wie die Trachyte, welche auch in anderer Form als in der von Lavaströmen und überhabnicht blos an deutlich als solche erkennbaren Vulkanen, sondern auch in solchen Gegendenkommen, wo die vulkanische Thätigkeit längst erloschen ist. Es sind eben nur Trachyte als La»e*

Die Laven dagegen, in welchen Augit als Gemengtheil entweder wirklich vorherrscht ^doch in großer Menge vorhanden ist, enthalten damit innig verbunden etwas Labrador ( fll1eine Feldspathart), Magneteisenerz und zuweilen auch Glimmer, Olivin, Hornblende oderMan nennt sie basaltische, doleritisch e oder auch Augitlaven. Sie entsprechen nachZusammensetzung ganz dem Basalt oder Dolerit und gehören als Laven zu diesen Gesteinen, Lübrigens auch wieder, wie die Trachyte, in nicht mehr vulkanischen Gegenden vorkommen._ .j

Endlich unterscheidet man noch als Leuci tlaven diejenigen, in welchen Leucit innigAugit verbunden ist und gewöhnlich auch in Form von Krystallen porphyrartig in der Hauptns"!hervortritt. In ihnen ist somit der Labrador der Basaltlaven durch Leucit vertreten, diebestandtheile sind in ihnen dieselben. Sie gehören zu den seltenern Erscheinungen, finde» »aber ebenfalls nicht blos als Laven, sondern auch als sogenannter Leucitfels, Leucitporp"oder Leucilit. ~ ..

Alle diese mineralogisch ungleichen Laven zeigen die oben erwähnten verschiedenen ^ek