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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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203
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Leber 203

Leber. Dieselbe ist die größte Drüse des menschlichen Körpers. Ihre Gestalt ist im allge-meinen eine flach gewölbte, doch so, daß die obere Fläche, welche der Unterfiäche des gewölbtenowerchfetiz anliegt, stärker gewölbt ist als die untere und dem entsprechend die Leber in der-"litte dicker, nach den Rändern hin zugeschärft ist. Der vordere Rand ist weit schärfer als der'"bhr abgerundete Hintere. Im wesentlichen liegt sie in der rechten Seite der Bauchhöhle dicht^üter dem Zwerchfelle, ragt jedoch mit einem kleinern Theile in die linke Bauchhöhlenhälftehlnübcr; demnach unterscheidet man einen großen rechten (K, Fig. 1) und einen kleinen linken00 Leberlappen, deren Grenze durch eine an der Unterseite (s. Fig. 1) der Leber laufendes^che angedeutet ist. Eine ähnliche Furche liegt weiter nach rechts an der Unterfläche des rech-nn Leberlappens; beide laufen nicht ganz parallel von vorn nach hinten und sind in der Mitte^ch eine Ouerfurche verbunden. In dieser Querfurche treten Gefäße, Nerven und Gallen-Nnge ein oder aus; sie heißt deshalb die Leberpforte und nach ihr die größte der eintretenden^bern die Pfortader (p). In der rechts gelegenen Furche liegt an der Unterseite der LeberM>ch vorn hin die Gallenblase (0) und überragt mit dem dickern Ende ihrer birnförmigen^stalt den Vorderrand der Leber; in den Hintern Theil derselben Furche legt sich die aus der^äuchhöhtb zum Herzen aufsteigende untere Hohlvene (H). In der andern Furche, d. h.

zwischen dem rechten und linkenLeberlappen, liegt beim Embryodie aus dem Nabelstrange durchden Nabel eintretende große Nabel-vene, welche sich am Hintern Randeder Leber in die untere Hohlveneergießt. Nach der Geburt verödetdiese Vene uud bleibt nur als einrunder fester Strang zurück, welchervom vordern Rande der Leber zumNabel tritt (s).

Eine feste Haut, die soge-nannte Leberkapsel, hüllt dieLeber ein und ist noch außerdemgrößtentheils mit einer Fortsetzungdes glatten Bauchfells überzogen.Außer einer größern Schlagader,der sogenannten Leberarterieja), tritt noch die große Pfort-ader (p), welche aus der Vcreini-?. 9 der Venen der Baucheingeweidc entsteht, durch die Leberpforte ins Innere. Dagegender Galleugang (g) durch die Pforte aus. Letzterer geht nicht direct in die Gallenblase,. ^bern zum Zwölffingerdarm, in den er sich ergießt, schickt jedoch bald nach seinem Austritt ausLeber einen seitlichen Gang ab, den Gallenblasengang, welcher sich unmittelbar in die Gallen-^ ergießt, sodass diese gewissermaßen einen seitlichen Anhang des eigentlichen Gallengangs^rt. Die Gagx kann demnach, je nach Verschluß dieses oder jenes Wegs, bald direct in den^itn, bald in di» Gallenblase fließen und sich in letzterer anhäufen, um dann ebenfalls in denatnx ergossen zu werden.

^ ^Die Oberfläche sowol als das Innere der Leber zeigt, daß die Leber nicht aus einer gleich-^mgeu Substanz, sondern aus einzelnen Läppchen oder Körnchen oder Jnselchen besteht,c-^ feinerer mikroskopischer Untersuchung erkennt man, daß diese einzelnen Körnchen umzogen^ von feinen Endästchen der baumartig verästelten Pfortader und den zarten Anfängen derElch Wurzeln zu einem Stamme sich sammelnden Gallengänge. Soweit diese durch Binde-^ efee vereinigten Blut- und Gallengefäße das Leberkörnchcn nicht umgürten, fließt es mit seinenOu» kiutt zusammen, und man kann die ganze Leber, statt aus einzelnen Körnchen, ebensowolEiner zusammenhängenden, doch von einem dichten Gefäßbündelnetze durchsetzten Masse beste-ein Bei noch stärkerer Vergrößerung erkennt man zuletzt auch den innern Bau jedes

^Elnen Körnchens (Fig. 2). Schon vorher hat man in der Mitte jedes Körnchens einen meistPunkt (a) bemerkt; es zeigt sich nun, daß dieser Punkt der Anfang eines feinen Würzel-^ Lkbervenen ist, und daß das ganze Leberkörnchen durchsetzt ist von einem feinen Haar-ußnetze, welches ringsum aus dem umgebenden, von der Pfortader stammenden Gefäßringe

Fig. i.