Legnminoseil 215
Während Legumin in Auflösung bleibt und sich dadurch wesentlich vom unlöslichen Getreidekleberuterscheidet. Aus der klaren Flüssigkeit scheidet sich auf Zusatz einer Säure, am besten verdünnter'Hgföure, das Legumin als weißer, perlmutterglänzender Niederschlag aus, den man mit WafferRcht und zur Entfernung anhängenden Fettes mit Alkohol und Aether behandelt. Ueberschußk°n Essigsäure löst das Gefällte wieder auf. Steht eine wässerige Lösung desielben einige Zeitmittlerer Luftwärme, so wird sie durch sich bildende Milchsäure sauer und gerinnt binnenstunden zu einer zarten Gallerte: vor dem Gerinnen bis zum Sieden erhitzt, scheidet die^Nsigkeit gleich der thierischen Milch auf der Oberfläche ein dünnes Häutchen von geronnenemaanzenkäsesloff aus. Weingeist fällt die Lösung, ebenso Mineralsäuren, die mit dem Leguminkrbindungen eingehen: ätzende Alkalien lösen die Niederschläge wieder auf.
^em Legumin ist der hohe Nahrungswerth der Hüsenfrüchte vorzugsweise zuzuschreiben: esgalten nach Boussingault's Versuchen: kleine weiße Bohnen 31,9Proc., Wicken 27,3 Proc., weiße'“tninfbcbnen 26,s Proc., Linsen 25 Proc., Saubohnen 24,4 Proc., Erbsen 23,g Proc. Legumin.N der Zubereitung der Hülsensrüchte ist deshalb auch auf die chemischen Eigenthümlichkeiten desssl anzencaseins möglichst Rücksicht zu nehmen. Da Kalksalze, namentlich Gyps, das Leguminkochen Erbsen und Bohnen in hartem Wasser schwer weich; es ist deshalb nöthig, Regen-g er Flußwasser zu verwenden oder wenigstens aus gypsreichem Wasser durch Zusatz von etwasden Kalk als kohlensaures Salz auszufällen. Ferner ergibt sich aus dem Verhalten des?gu,nins in der Hitze als zweckmäßig, die Hülsensrüchte vor dem Kochen erst aufquellen zu lassen.7 den Parenchymzellen der Erbsen z. B. ist das Legumin in einer so concentrirten Lösung, daß^'edehitze eine völlige Gerinnung desselben innerhalb der Zellwandungen herbeiführt; war indeß. Ehrend des Erweichens durch Endosmose der Zelleninhalt verdünnt, so findet nur eine unvoll-^udigx Gerinnung statt, während der größte Theil des Legumins austritt.
>CßUllttll0fcll. Die zweitgroße Familie des Pflanzenreichs, überaus geeignet, dem Anfänger
! bei
^>nandcrzusetzen, wie man in einer großen natürlichen Familie gewisiermaßen ein Grund-
',">a besitzt, welches in zahllosen Variationen behandelt wird. Ein glücklicher Anfänger, der7 heimatlicher Flur seine paar Leguminosen sammelte, würde den für irrsinnig ansehen, der^ anvertraute, wie es Gewächse gäbe, die, hart an der Grenze der Terpentingewächse oder gar7 Rosen stehend, zu jenen übergingen. Von allen großen Familien ist ganz gewiß diese am[j allgemein zu kennzeichnen. Man theilt sie in vier große Abtheilungen, welche andere^ öet als eigene Familien ansehen. Die erste ist die der Papilionaceae, die zweite die derjj". ar tzieae, die dritte die der Caesalpiuiaceae, die vierte die der Mimosaceae. Die Papilionaceenaus Kräutern, Stauden, Sträuchern und Bäumen. Die Zweige sind stielrundlich oder^gelmäßig kantig. Die Blätter stehen spiralig, unpaar gefiedert, oft einjochig mit einem un-^7«,, also mit sogenannten Kleeblättern. Ein andermal fehlen die Blattplatten ganz und der^itstiel js, blattartig gestaltet (Phyllodien). Rankenspitzen, als fehlgeschlagene Blättchen anzu-sind nicht selten. Am Grunde des Blattstiels stehen zwei bleibende oder hinfällige Neben-^ mter, die auch stachelig vorkommen. Selbst die Stielchen der Blättchen haben ab und zu Neben-mtchea. Die Blüten sind meist vollkommen, unregelmäßig und stehen in Trauben, Köpfen<^ et Aehren, selten sind sie rispig oder einzeln. Ihre Stiele sind nackt oder mit Vorblätternbesetzt.Kelch ist frei, verwachsen-blätterig, fünfzähnig, fünflappig oder fünftheilig, meist zweilippig.^aumtheile sind in der Knospenlage klappig oder dachziegelig. Die Blume besteht aus fünffeitp tern ' mc ^ e unregelmäßig, höchst selten fast regelmäßig. Das Oberblatt ist die Fahne, diel $en sind die Flügel, die untern bilden meist zusammenhängend den Kiel oder das Schiffchen,in "^gefäße gibt es in der Regel zweimal soviel als Blunienblätter. Ihre Fäden sind frei oderijt , e ' n geschlossenes Rohr mindestens unten verwachsen, während sie oben meist frei sind; der oberste7" .^wissen Gattungen ganz frei, sodaß das Rohr oben gespalten ist. Die Staubbeutel sind»Usi ^^ er '9' aufrecht oder aufliegend, gleich oder ungleich, mit Längsspalten oder mit Löcherns^^^agend. Der Fruchtknoten ist einzeln, sitzend oder gestielt, einblätterig, der Länge nach zu-^mengeschlagen; an der Seite vor dem Kiele der Blume stehen meist zahlreiche, umgekehrte, halbsei/ gekrümmte Samenknospen. Der Griffel ist fadig. Die Narbe steht endständig oder^ süitändig und ist nackt oder borstig. Die Frucht ist eine Hülse, die aber ab und zu durch nach der»d^^iung eintretende Markwucherungen, welche falsche Ouerscheidewände bilden, mehrfächerigDjx ^mderhülse wird. Sie kommt auch einsamig vor und als nicht aufspringender Schlauch,iß n _ amen stehen abwechselnd zweizeilig und sind meist nierenförmig oder länglich. BisweilenIn),/* ^äger becherartig um den Samengrund erweitert. Der Keimling ist krumm. Die Samen-bu sind dick oder dünn.