Leineilstoffe 233
® ei 't>iäurc noch in deutliche Flocken gefüllt. Feste Leimgallerte, wiederholt in Gerbsüurelösungstaucht, bildet frisch eine feste, elastische, lederartige Masse, die aber beim Trocknen spröde undrüchig wird. Außer gegen Gerbsäure verhält sich der Leim in chemischer Beziehung gegen dieListen Körper sehr indifferent. Nur mit einigen basischen Tatzen, wie basisch-schwefelsaureryonerde und basisch-schweselsaurem Eisenoxyd, geht er unlösliche Verbindungen ein, und außer-eitt verursachen Quecksilberchlorid, salpctersauresQuecksilber, Chlorzinn und schwefelsaures Platin-Fällungen in der Leimlösung. Die eigenthümliche Veränderung, welche der Leim durch län-^tes Kochen mit Wasier, namentlich unter höherm Druck erleidet, wodurch er die Fähigkeit zuallerte zu erstarren und gleichzeitig einen bedeutenden Theil seiner Bindekraft verliert, ist schon" en erwäbnt. In neuerer Zeit hat man diese Eigenschaft benutzt, um einen flüssigen Leim, soge-^nnken Tampfleim, darzustellen und in den Handel zu bringen. Rlitunter ist dieser flüssige. bin: auch durch Zusatz von Salpetersäure zur warmen Leimlösung bereitet, welche derselben'gleich pix Eigenschaft, flüssig zu bleiben, ertheilt. Ein solcher Dampfleim ist selbstverständlichallen Zwecken anwendbar. Um bei der gewöhnlichen Verwendung des Leims nichts/v seiner Klebkraft zu verlieren, ist es am besten, den Leim durch Liegen in kaltem Wasier voll-^ändjg aufquellen zu lassen, ihn dann herauszunehmen und die aufgequollene Masse durch gelin-^ Erwärmen, welches bei weitem nicht bis zum Kochpunkt des Wassers zu gehen braucht, zuflüssigen. Beim lochen des Leims mit Alkalien und mit verdünnter Schwefelsäure bilden sich^hkocvll (Leimsüß), Leucin und andere Körper. Bei der trockenen Destillation und bei■,. et Einwirkung oxydirender Agentien, wie Braunstein oder chromsaures Kali und Schwefel-te», liefert der Leim dieselben Zersetzungsproducte wie andere thierische Stosse, nämlich im^Üern Falle Cyanammonium, Schwefclammonium, die kohlensauren Verbindungen des Ammo-"’ a ^, der Aminbasen und der Basen der Amilin- und Pyridinreihe, Brandöle, Brandharze^ (• lv., im zweiten namentlich die Fettsäuren von der Ameisensäure bis zur Capronsüure und^uzoesäure, sowie deren Nitrite und Aldehyde.
m.. ^ciucilstossc nennt man alle diejenigen Zeuge, welche aus Leinengarn verfertigt werden,^"tunter versteht man auch darunter im uneigentlichen und weitem Sinne die entweder ganz5jf et theilwcise aus Hanf verfertigten Zeuge und unterscheidet letztere dann gewöhnlich durch den'^Men halbleinene Stosse. Ebenso hat man auch halbleinene Waaren, welche zum Theil ausa umiDoUe bestehen. Unter den ganz groben Stoffen kennt man das sogenannte Hedeleinen odernjf ^erchleinwand, ein Material, welches aus dem bei der Flachs- oder Hansbereitung abfallenden, (Hede) hergestellt wird. Reine Flachsleinwand ist unzweifelhaft und anerkanntermaßen die/ ,e und schönste, sowol was Festigkeit und Haltbarkeit als auch äußeres Ansehen betrifft. Sie. daher auch infolge der größer» Kostspieligkeit des Materials theuerer als halbbaumwollencs^Me», welches nicht selten an Stelle des reinen Leinens betrügcrischerwcise verkauft wird. Es ist/»halb sthr wichtig, ein sicheres Mittel zur Erkennung baumwollener Fäden in Leinwand zue c '%n. Zu diesem Zwecke empfiehlt sich besonders der Gebrauch des Mikroskops. Man ziehtM>ge Fäden aus dem Schusse sowol wie aus der Kette heraus und fasert sie mit einem halb-Uiupjxn Messer so weit wie möglich auf, sodaß nichts Zusammengedrehtes mehr zu sehen ist.Mn legt man sie, mit einem Tropfen reinen Wassers befeuchtet, auf den Objeetdreher eines/lvnlmengesetzten Mikroskops und beobachtet die Form. Die Baumwollenfaser besteht aus einemt'gedrücklen spiralförmigen Bande, welches an seinen beiden Rändern einen röhrenförmigenlängs der ganzen Faser hat; die Leinensaser dagegen ist gleichförmig rund ihrer ganzentge uach und läßt bei stärkerer Vergrößerung in der Mitte einen feinen Kanal sehen. Diese»terscheid^^^ ist durchaus unzweifelhaft, und es ist zwischen beiden Fasern eine Verwechselungn!? au * möglich. Nur mit der Wolle oder Seide könnte bei zu schwacher Vergrößerung/* eine Art Verwechselung möglich sein; indessen wenn man genau hinsieht, so beobachteti&T*' ^ fc* e Seide, welche ebenfalls rund ist, in der Mitte keinen Kanal besitzt und auch fast^ vier aus mehreren, mitunter aus vielen einzelnen Primitivfasern zusammengeklebt ist, was"n fc ct Bereitung der Seide herrührt. Die Wolle ist ebenfalls rund, aber meistentheils stärkerdie Flachsfaser. So sicher diese Methode ist, so ist sie doch etwas umständlich und kann
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unter allen Verhältnissen angewendet werden; daher wird man oft zu andern Erken-i^vgsmitteln seine Zuflucht nehmen müssen. Das bloße Ansüblen ist ziemlich unsicher undS tet oft selbst geübte Kenner irre. Deshalb ist im allgemeinen darauf gar kem Gewicht zu legen.
?vn entweder die ganze Kette oder der ganze Schuß aus Baumwolle besteht, so gibt das Zer-te» einen ziemlich sichern Anhalt. Besteht nämlich die Kette aus Baumwolle, so läßt sich die^>uwand quer, ist der Schuß Baumwolle, der Länge nach zerreißen, weil die baumwollene Faser