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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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240
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240 Letten L'Hombre

Die kleinere Heidelerche oder Buschlerche (A. arborea) hat mit der Haubenlerche diegemein, ist aber noch kleiner als die Feldlerche, nistet vorzugsweise gern im Heidekraut, soll en>noch besseres Fleisch haben als die Feldlerche, kommt aber nicht in den Handel, da sie sich um?massenweise, sondern nur vereinzelt findet. Als sanfter flötender und verträglicher Stubenvogewird sie den beiden andern Arten vorgezogen.

Behufs der Zubereitung für den Haushalt werden die Lerchen recht rein gerupft und abgeputz-wobei man ihnen die Haut vom Halse über den Kopf zieht, die Augen aussticht, die Flügel a'-schneidet und die Beine im Kniegelenk abbricht. Dann ordnet man sie auf kleine silberne odereiserne Spieße, mit denen man sie oberhalb der Schenkel durchsticht, und legt sie mit diesen >»eine Pfanne, in welcher man viel frische Butter hat braun werden lassen, bestreut sie mit So)und bratet sie unter häufigem Beziehen rnrd öfterm Umwenden in 1 / i — 1 /. 2 Stunde gar, legt » cdann auf eine Schüssel, zieht die Spieße heraus, bedeckt sie noch mit in brauner Butter gerösteterSemmel und gibt die Sauce besonders in einer Sauciöre zur Tafel. — Lerchen mit seine»Kräutern. Sie werden gereinigt gleich den vorigen, nur läßt man ihnen die Flügel, wem»man beim Troussiren auf den Rücken biegt und den Kopf darunter steckt; dann legt man sie '»'reichlich frischer Butter, Salz und Pfeffer in ein Kasserol, läßt sie 8—10 Minuten auf demwobei man sie öfter aufrüttelt, wirft dann Petersilie, Schalotten und Champignons fein geha»und zu gleichen Theilen gemischt dazu, läßt sie abermals zehn Minuten auf dem Feuer, rübrt eine»Löffel Mehl und etwas später ein Glas Wein dazu, läßt noch einmal aufsieden und servirt.

Letten ist die übliche Bezeichnung für gewisse schmierige, aber nicht gut formbare Thonart«:»'Namentlich pflegen die Bergleute gewisse thonige Spaltenausfüllungen als Letten zu bezeichne»und nennen dieselben deshalb Lettenklüfte. In den Gruben pflegt man dieses Material,Thon oder Lehm, zur Besetzung, d. h. Verstopfung der Bohrlöcher anzuwenden.

L'Hombre. Das L'Hombrespiel stammt, wie schon der Name (hombre, Mensch) andeute ,aus Spanien, wo es zu Anfang des 14. Jahrhunderts erfunden sein soll. Es übertrifft »»Manuichfaltigkeit und Reichthum an Abwechselung vielleicht alle andern Spiele und bietet »»'mentlich darin einen eigenthümlichen Reiz, daß es gleichzeitig der Geschicklichkeit im Spiele eine»sehr großen Einfluß auf den Erfolg desselben gestattet und dennoch diesen Erfolg in weit höher'»Grade von den Wechselfällen des Glücks abhängig macht als andere Spiele, die eine leichtere »'»sicherere Berechnung zulassen. Diese letztere wird beim L'Hombre dadurch erschwert, daß »»»alle Karten in den Händen der Spieler sind und die Vertheilung derselben sich daher mit gcvt' 1 'gerer Sicherheit aus dem Gange des Spiels errathen läßt als sonst gewöhnlich; eine bedeute"^Unterstützung findet indessen die Berechnung oft durch eine gewiffe psychologische Beobachtung^'gäbe, da es hier von besonderer Wichtigkeit ist, die Spielweise der Gegner zu erkennen, und diel''dabei mehr als bei andern Spielen von dem Temperamente der Spieler abhängt, welches hie»in jeglicher Abstufung seinen Ausdruck und seine Befriedigung finden kann. Wer von Hause a»'zur Aengstlichkeit neigt, oder wem das Verlieren sehr unangenehm ist, der wird mit äußerste'Vorsicht spielen und sich dadurch vor bedeutendem Verluste ziemlich vollständig sichern, währe»'andererseits erregbarere Naturen in der Hitze des Spiels leicht ihre Wagelust so weit treib^können, daß sie das L'Hombre dadurch fast dem Charakter eines Hazardspiels nähern. D>e»verschiedenen Eigenschaften und Vorzüge des Spiels lassen es einigermaßen gerechtfertigt erscheine'»daß es häufig mit der Bezeichnung „das königliche L'Hombre" belegt wird; jedenfalls ist es e"»der beliebtesten Spiele und wird von denen, die es kennen, meistens allen übrigen vorgezoge»'

Das L'Hombre wird mit der französischen Karte, aus der die Achten, Neunen und Zeh»eausgesondert sind, also mit 40 Karten gespielt. Die beiden schwarzen As sind stets Trümpmund zwar ist Pique-As der höchste Trumpf im Spiel und heißt Spadille; Tröfle-As ist unter d»»Namen Basta der dritte Trumpf. Die übrigen Karten der schwarzen Farben behalten ihrewohnliche Ordnung bei; in den rothen Farben dagegen ist ihr Werth der umgekehrte »c»Anzahl der Augen. Die Reihenfolge ist daher in Schwarz: König, Dame, Bube, Sieben, Sew^Fünf, Vier, Drei, Zwei; in Roth: König, Dame, Bube, As (hier Ponto oder Ponte genau» kZwei, Drei, Vier, Fünf, Sechs, Sieben. Wird eine Farbe zu Trumpf gemacht, so erhält i^-'"das niedrigste Blatt derselben, also in einer der schwarzen Farben die Zwei, in Roth die Siebesden Rang des zweiten Trumpfes, Manille genannt. Ist eine rothe Farbe Trumpf, so äudsaußerdem auchmoch die Ponte ihren Werth und wird der vierte Trumpf, indem sie zwischen Ba0und König eintritt. Die rothen Farben haben, da sie außer den beiden schwarzen As diezehn Blätter enthalten, zwölf Trümpfe, die schwarzen dagegen nur elf, ein Unterschied, derSpiele genau zu beachten ist. Die drei höchsten Trümpfe, Spadille, Manille und Basta, hem