Licht 249
9 at keinen Durchgang gestatten, nennt man undurchsichtige. Vollkommen undurchsichtige°rper kennt nur der gewöhnliche Sprachgebrauch. Eine genauere Beobachtung zeigt, daß esudurchstchtjge Körper im strengsten Sinn des Worts nickt gibt; denn selbst die dichtesten Körper,g.d. die Metalle, gestatten, wenn sie in möglichst dünnen Blättchen hergestellt werden, dem^wt einen bemerkbaren Durchgang und sind wenigstens durchscheinend. Ebenso gibt es auchandererseits keine Körper, welche das- Licht vollständig durch sich hindurchlaffen; selbst die aller-"^chsichtigsten Körper, Luft, Glas u. s. w., werfen immer einen gewissen Theil des Lichts zurück,ur durch die Zurückwerfung werden uns die Körper sichtbar. Wenn man nun auch gewissedrper für unsichtbar hält, z. B. die Luft, so ist sie dies doch keineswegs. Zwar vermögenlt ' die wir uns mitten in der Luft befinden, die Lufttheilchen nicht ohne weiteres wahrzuneh-, e "; doch zeigt schon die Erscheinung des blauen Himmels, daß wir die Luft dennoch sehen, undnur infolge der Zurückwerfung eines Theils der Sonnenstrahlen. Ebenso vermag man,°nn man sich mitten im klaren Wasser befindet, mit offenen Augen das Wasser nicht zu sehen;^öer jedermann weiß, daß wir es wahrnehmen, wenn wir uns außerhalb deffelben befinden.2)Die Farbenzerstreuung des Lichts. Wenn man ein dreiseitig geschliffenes Glas-vor das Auge hält, so erscheinen die Gegenstände nicht nur infolge der Brechung derMstrahlen von ihrem Orte verrückt, sondern auch mit farbigen Säumen umgeben. Diese Er-scheinung läßt sich in ihrer vollkommenenReinheit darthun, wenn man folgendenVersuch anstellt. AB (in der nebenstehendenFigur) ist der Laden eines dunkeln Zim-mers, in dem sich eine kleine runde Oefsnungb befindet. Durch diese läßt man von 6 herSonnenlicht einströmen und stellt hinter ihrein dreiseitiges Prisma s in der Stellung,wie die Figur zeigt, auf. Anstatt daß nundas Licht auf geradem Wege nach ct gehensollte, wird es im Prisma gebrochen undgleichzeitig nach seinem Austritt aus demPrisma so in die Breite gezogen, daß esauf einer gegenüberliegenden WandEE nichtmehr ein rundes, sondern ein sehr verlänger-tes Bild rv gibt. Und dieses Licht ist über-dies nicht farblos wie das einströmende Licht,sondern zeigt von oben nach unten siebenFarben in der Reihenfolge: Roth, Orange,^ Gelb, Grün, Hellblau, Dunkelblau und
^ Hier ist also der einfache farblose Strahl zerlegt worden in sieben verschiedene Lichter,fort mcm , f’ e ' n beifelben Reihenfolge beim Regenbogen auftreten, die Regenbogen-nennt. Man muß demnach annehmen, daß die im weißen Strahl vereinigten Far-Qfo lüh in Bezug auf ihre Brechbarkeit voneinander unterscheiden, sodaß das rothe Licht dasfort^"igsten, das violette das am meisten brechbare ist. Daß wirklich diese sieben verschieden-WAchter zusammengenommen wieder homogenes Licht geben können, läßt sich dadurch^ bsien, daß man die Strahlen auf ihrem Wege vom Prisma s bis zur Wand EF durch eineg e e ? geschliffene Linse auffängt und durch diese wieder sammeln läßt. Danach erscheint an der^"überliegenden Wand zwischen r und v wiederum das runde Bild der Oefsnung b.hh^ke durchsichtigen Körper vermögen das Licht zu zerstreuen (in Farben aufzulösen), dochfoitt ^ ^ ln eine solche Form gebracht werden, daß die Fläche, durch welche das Licht in sie ein-ber Mäche, durch welche es wieder austritt, nicht parallel ist. In dem Grade desseuungsvermögens aber unterscheiden sich die durchsichtigen Körper wesentlich voneinander;i^^uen ziehen das farbige Bild, welches man mit dem Namen Spectrum bezeichnet, mehr^ än 3 e als andere, sodaß unter sonst gleichen Verhältnissen das rothe Licht des Spectrumsebe» en ? violetten bei dem einen weiter entfernt ist als bei dem andern. Gleichzeitig wird nun»Nd' i>er vbige Versuch zeigt, das Licht im ganzen von seiner Bahn beträchtlich abgelenkt,^Ninu^ hierin unterscheiden sich die durchsichtigen Körper voneinander, indem einige den ge-dx^.bn Lichtstrahl stärker brechen als andere. Es ist nun eigenthümlich, daß das Brechungs-vgen und das Zerstreuungsvermögen der verschiedenen durchsichtigen Körper nicht proportional