252 Siebenstern Liebesapfel
sie weiß. Es gibt auch mehrere Arten in dieser Gattung mit holzigem Stengel. Eine beson-ders schöne, neuerlich wieder sehr zu Ansehen gekommene Lichtnelke ist Lychnis grandifloraSie ist ganz kahl. Die Blätter sind fast sitzend, ei-elliptisch, spitz und ganz fern gesägt, wimpeng-Die 1—5 Blüten sind endständig oder achselständig, sitzend, mit Vorblättern, die Kelche kugelig'zehnuervig, fein behaart, die Blumenblätter gestutzt, unregelmäßig zerschlitzt. Diese Art stanu»aus Japan und wurde 1712 von dem Reisenden Kämpfer entdeckt. Das HauptgeheimnißCultur besteht darin, die Pflanze beim ersten Froste in das Orangenhaus zu bringen. Wir bilde»ein paar Zweige dieser letztgenannten Art in 1 / 3 natürlicher Größe ab.
Liebeilstein, im Herzogthum Sachsen-Meiningen, unweit Satzungen, 937 Fuß über de>»Meere gelegen, hat eine freundliche Umgebung und wird häufig in Verbindung mit der Soledes ebengenannten Badeorts gebraucht. Die nächste Eisenbahnstation ist Jmmelborn an derWerrabahn, l 1 /* Stunde vom Bade entfernt, von wo aus man täglich mehrmals Po»'Verbindung dahin hat. Liebenstein hat eine erdig - salinische Eisenquelle mit circa 11festen Bestandtheilen in einem Pfund Wasser, darunter 0,5 Gran Eisen, 0,i Mangan, etwa»Koch- und Glaubersalz: an Gas enthält sie in derselben Menge Wasser 37 Kubikzoll KohlensäureAußerdem findet man daselbst eine Ziegenmolkenanstalt, Fichtennadelbäder, eine Kaltwasserhen'anstalt und kann auch Solbäder aus der Quelle von Salzungen erhalten. Die Wirkung ü °. nLiebensteins Eisensäuerling zeigt sich als stärkend, gelind lösend und abführend und wird asioin allen den Krankheitsfällen pasiend angewendet werden, wo es darauf ankommt, einem 3 C ’schwächten Organismus, bei dem etwa gleichzeitig der Blutlaus nicht in bester Ordnung ist, dur«ein mildes Mittel aufzuhelfen. Auch die Solbäder, mäßig angewendet, führen ja zu demselbenZiele, ebenso der Genuß von Molken. Die Fichtennadelbäder verwendet man zumeist geg^verschiedene Hautkrankheiten, gegen chronische Katarrhe der Schleimhäute, gegen Rheumatismu»und seine Folgezustände, wie Lähmungen, Steifheit, Schmerzhaftigkeit der Gelenke; fernerndie Bleichsucht eine für Liebensteins Heilapparat sehr geeignete Krankheit. Die Kaltwasso^curen wendet man vorzüglich an bei chronischen rheumatischen Krankheiten, bei Gicht mit a»wmalen Anfällen, gegen chronische Metallvergiftungen, gegen Fettsucht u. s. w. Sehr vorsiäMmuß man mit der Anwendung des Eisensäuerlings sein oder besser ihn ganz meiden bei wahreVollblütigkeit, bei entzündlichem oder schleichendem Fieber, bei Lungenschwindsucht, bei VerhM'tungen der Baucheingeweide und bei verdorbenem Magen. Wem der Genuß des Wasserschlecht bekommt, dem bewirkt es Magendrücken, Stuhlverstopfung, Blutandrang nackKopfe. Die Saison dauert in Liebenstein für Kaltwassergäste das ganze Jahr hindurch, für tieMineralbrunnencur vom 1. Juni bis gegen Ende September. Für Wohnung sorgen fünf Hotelsmehrere herrschaftliche Logirhäuser, und außerdem sind noch fast in jedem Hause Privatwohnn»*gen zu haben. Mit 6 —10 Thlr. wöchentlich je nach den Ansprüchen reicht man in LiebensteinWohnung, Beköstigung, Bedienung u. s. w. aus, doch findet man volle Pension nur in der dortige"Kaltwasserheilanstalt; außerdem zahlt man noch mäßige Beiträge für Anlagen, Musik unddie Ortsarmen. Bäder kann man im Badehause oder in seiner Wohnung haben. Mölke wirjeden Morgen in dem dazu bestimmten Schenkzimmer abgegeben. Die Einrichtungen find alganz zweckmäßig und es erfreut sich Liebenstein auch eines steigenden Besuchs.
Liebesapfel, Tomate, Lyoopersicnm esculentum Mill. Die Gattung ist unter die beere»'tragende Abtheilung der Solanaceen zu rechnen. Der Kelch ist fünf- bis mehrtheilig mit fP 1 ®'lanzettlichen Abtheilungen und bleibend. Die Blumenkrone ist radförmig mit ebenso vieledreieckig -lanzcttlichcn Abtheilungen, welche in der Knospenlage klappig. Ebenso viele L-taUgesäße stehen in dem Rohr der Blume. Die Staubfäden sind breit und sehr kurz. Die Sta»beutel sind lang, mit einem bandförmigen, gestutzten, gezähnelten Mittelband, stark miteinanverklebt und mit Längsspalten aufspringend. Der Fruchtknoten ist zwei-, drei- und nieh^fächerig, die Samenträger in den Innenwinkeln haben viele Samenknospen. Der fadige ® rl |Jträgt ehte stumpfe, gelappte Narbe. Die Beere ist rundlich, gedrückt, zwei-, drei- und n>e^fächerig. Die Samen sind nierenförmig, mit Runzeln versehen und sitzen im Fruchtbrei. L- esC ^lentum Mill. (Solanum Lycopersicum L., L. Pomum moris Mönch.) ist ein einjährigGewächs mit dicklichem, borstig-behaartem Stengel und unpaar und unterbrochen fiedertheiug ^Blättern, deren kleine Abtheilungen rundlich und spitz, die größern gestielt, länglich, spitz' }zähnig. Die Blüten stehen in außerachselständigen Wickeln oder sonstigen cymösen VerhältnmDie Blume ist weißlichgelb. Die Beeren, erfüllt mit wüsierigein Saft, sind glänzend purpurn »hellgelb. Sie haben einen ganz eigenthümlichen Beigeschmack, wegen dessen sie im troppä)Amerika, in Ostindien, in Frankreich, Spanien, Portugal, Italien nicht blos als Zuthaten