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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
Entstehung
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653
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Naphtha 653

l'ah 5U ^^Eigen; wenigstens hat man im allgemeinen bisjetzt keine Erschöpfung der Quellen^ hrgenemmen, und man darf daher wol auf eine andauernde Versorgung mit diesem in vielenWenden bereits zum Bedürfniß gewordenen Material rechnen.t . rt ^ e ist nicht eine bestimmte chemische Verbindung, sondern ein Gemenge zahl-

fitdrt ' O^kntheils unter sich sehr ähnlicher Kohlenwasserstoffe, die sich, soweit sie bisjetzt unter-m "uf vier verschiedene Gruppen von Körpern gleicher Zusammensetzungsformel zurück-^?ken zu lassen scheinen. Es sind dies 1) das Benzol und dessen Homologe, wie Teluol, Xylol,ist *!' *"•' i) ‘ ^ Kohlenwasserstoffe, in denen die Zahl der Wasserstofsatome um 6 geringer

als die der Kohlenstoffatome, was man durch die Formel C"II n —« ausdrückt,' 2 ) die höhern^°rnologen des Sumpfgases, ölförmige Kohlenwasserstoffe von der Formel C“H n + 2 ; 3 ) t,i e wiesind ^dylen oder ölbildende Gas zusammengesetzten Körper von der Formel 6 » 8 "; dieselbentheils flüssig, wie Amylen, Hexylen, Oenanthyleu, Caprylen u. s. w., theils bei gewöhnlicherb'HPeratur fest, in welchem Falle man sie mit dem gemeinschaftlichen Namen Paraffin bezeichnet:J öele von der Formel C**H n - 2 , die wenigstens in einigen Erdölen gefunden sind. AußerdemMut im rohen Steinöl meistens eine geringe Menge sauerstofshaltigcr Körper vor, zum Theili Oxydationsproducte der Kohlenwasserstoffe. Die hier aufgezählten Bestandtheile kommennbr wechselnder Menge in den verschiedenen Sorten von Naphtha vor, und infolge davonfelis 11 ^selben große Unterschiede in ihren äußern Eigenschaften. Ihre Farbe wechselt von dun-, °raun oder fast schwarz bis röthlich oder hellgelb; ihrer Consistenz nach sind sie theils zäh und5 .^rartig, theils dünnflüssig. Ueber die Entstehungswcise der Naphtha haben wir bisjetzt keine^mnimte Kenntniß. Es ist zwar mit Sicherheit anzunehmen, daß sie durch die Zersetzung orga-’lU'ter Körper entstanden ist, Näheres aber wissen wir darüber nicht. Allerdings liegt wegenj” er großen Aehnlichkeit mit den Producten der trockenen Destillation der Steinkohlen die Ver-schling sehr nahe, daß ein ähnlicher Proceß ihre Bildung veranlaßt hat; aber es ist weder/Wendig, daß gerade Steinkohlenlager oder überhaupt Pflanzenreste das Material dazu geliefert^°en, thierische Körper ganz ähnliche Destillationsproducte geben, noch daß eine so hohe

^cheratur dabei stattgefunden hat, wie bei der Steinkohlendestillation, da die Mitwirkung höhern, ^ucks, vix Gegenwart von Wasserdämpfen u. s. w. erhebliche Abänderungen dieses Vorgangs^^Uführen und bewirken können, daß die gleichen Verbindungen sich schon bei weit niedrigerersperatur bilden. Uebrigens ist zu erwähnen, daß die Naphtha sich zwar sehr häufig in der^e von Steinkohlenlagern findet, daß sie aber auch an Orten vorkommt, wo, wie z. B. in^ada, weder Steinkohlen bisher gefunden noch auch solche nur zu vermuthen sind.

% ?'. e Naphtha ist in der Nähe ihrer Fundorte von jeher als Beleuchtungs -, zum Theil auch^ Heizmaterial verwandt worden; ihre allgemeinere Anwendung war indessen bis vor kurzem^ beschränkt. Außer der geringen Blenge, die zu medicinischen Zwecken gebraucht wurde,sjj sie hauptsächlich als Lösungsmittel für verschiedene Harze, namentlich auch für Kautschuk^ Sendung; gereinigtes Steinöl wird auch, da es eine sauerstoffreie Flüssigkeit ist, benutzt, umvxydirbare Metalle, wie Kalium und Natrium, vor der Oxydation zu schützen, indem diese„ chnit Steinöl gefüllten Flaschen aufbewahrt werden. Seit der Entdeckung des amerikanischen. ^öölz nun , wie bereits erwähnt, seine Anwendung zur Beleuchtung sehr allgemein geworden.^ den, Ende wird es zunächst durch Destillation in verschiedene Theile zerlegt, die dann durchHandlung mit conceutrirter Schwefelsäure und mit Natronlauge weiter gereinigt werden. DieAchter flüchtigen Bestandtheile des Erdöls müssen aus dem Grunde entfernt werden, weil ihre^Penwart durch reichliche Dampfbildung bei geringer Temperaturerhöhung zur Entzündung desl/"* und zu Explosionen bei Annäherung einer Flamme Veranlassung gibt. Zur Beleuchtungdaher nur die Theile des Destillats verwandt, deren Siedepunkt über 160—220° liegt,lassen sich nur schwierig durch einen brennenden Span entzünden und sind daher beimh-^ueu in geeigneten Lampen völlig gefahrlos. Diese eigens dafür construirten Lampen sind'tyt zweckmäßig eingerichtet und geben ein sehr schönes und dabei sehr wohlfeiles Licht; sie kom-an f a " 8 8 fast ausschließlich aus Amerika zu uns, werden jetzt aber vielfältig auch in Deutsch-te ""gefertigt. Die leichtflüchtigen Oele des Erdöls, im Handel unter dem Namen Erdölnaphtha""galten eine bedeutende Menge Benzol und diesem ähnliche Körper und finden daher^ ^ereitung von Anilinfarben Verwendung sowie überhaupt zu allen Zwecken, zu welchen das^ ^leinkohlentheer gewonnene rohe Benzol gebraucht wird. Aus den über 220 ° siedenden^ird durch Erkältung und Pressen Paraffin (s. d.) gewonnen, und die Oele selbst werden *^aschinenschmiere, zur Darstellung von Leuchtgas u. s. w. benutzt.

■0" der Medicin versteht man unter Naphtha entweder den Schwefeläther, auch Vitriol-