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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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665
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Natnraliensmilinlmlg 665

nt ® n "»fangen, alles voraussichtlich Schlechte oder Mittelmäßige nicht zur öffentlichen AufstellungAblängen zu lasien, damit solche ärgerlichen Fragmente, aus denen der talentvollste Präparatoroch nur Caricaturen der Natur machen kann, spätern bessern Exemplaren den Platz nicht ver-zerren, sondern sollte solche Gegenstände, nachdem sie nochmals gut conservird worden, in FächernAufbewahren, welche jedesmal unter oder über den Schränken sich befinden, in denen die ent-sprechenden Thiere aufgestellt sind. Ein» derartige Einrichtung würde der Wissenschaft wie demZuten Geschmack und dem Raume gleich gute Dienste erweisen. So viel ist sicher, daß denjenigentheilen unserer zoologischen Sammlungen, welche die ausgestopften Thiere enthalten, noch mancheWesentliche Verbesserungen zu wünschen übrig bleiben, um den wesentlichsten Ansprüchen und Be-ürfnissen nachzukommen. Dahin gehört in erster Linie ein ausführlicher Katalog, den außer demKritischen Museum wenig andere, am wenigsten aber unsere größer» deutschen Sammlungen zurMt besitzen. Aber wie soll das größere Publikum denn anders Naturgeschichte studiren, als daß'yni durch einen verständlich und zugleich belehrenden Katalog der Schlüffel in die Hand gegeben^>rd, in dem Gewirr von auf - und hintereinander gestellten Thieren sich zurccht zu finden. So-mnge ein solcher aber noch auf sich warten lasien muß, wäre es erforderlich, die Etiketten, diei^bes Präparat haben muß, so instructio wie möglich einzurichten, wohin außer den üblichen Be-zeichnungen die von Lichtenstein eingeführten farbigen Etiketten gehören, wo Europa Weiß, Asien,elb, Afrika Blau, Amerika Grün und Neuholland Lila erhalten haben. Diese Farbenetiketten sind»icht blos für den Laien, sondern sogar für den gelehrtesten Naturhistoriker sehr angenehm, wennj* ä- B. unter einer großen Anzahl ziemlich gleicher Formen irgendein bestimmtes Exemplarveraussuchen will. Wenden wir unsere Blicke auf das mehr oder rein Technische, so gibt es dawieder eine große Menge zu erwähnen, von denen nur Einiges hervorgehoben werden soll. Zu-nächst stört das oft so fehlerhafte und sogar ganz unnatürliche Aufstellen der meisten Thiere sehr,und es gibt viele, welche es schlechterdings nicht begreifen können, wie man solche oft ganz mis-^Ungenen Geschöpfe noch für einst gewesene Geschöpfe der Natur ausgebend hinter Glas undZahmen bringen kann. Wenn dem entgegen schon längst vom Publikum eine richtigere natur-gemäßere Aufstellung der Thiere anerkannt und befürwortet wird, so werden dagegen die aus-übenden Techniker leider nicht in der Weise unterstützt, wie es ihnen zu einer freiern Bewegungnöthig wäre, und sonderbar genug stellt man für solche Zwecke oft Leute an, welche, für ganzändere Berufszweige herangebildet, diesen weitumfassenden kaum oder niemals gewachsen sind.

Die Aufstellung ausgestopfter Thiere in Schränken von 8—10 Fuß Höhe ist jetzt fast überall,do der Raum e» gestattet, angenommen worden, wogegen für Spirituosen, niedere Thiere undiineralien solche am zweckmäßigsten sind, die nur etwas mehr als Manneshöhe erreichen. Sozweckmäßig es ist, das Innere aller Schränke schön weiß zu halten, ebenso unpasiend ist der weiße»Ilrich^für die Postamente, aus denen die Thiere stehen. Die weiße Farbe contrastirt in denweiften Fällen gar zu sehr gegen die meist dunkel gefärbten Thiere und ist gegen Verunreinigungen3är zu zart, weshalb solche ältere Anstriche oftmals einen höchst widerlichen Eindruck verursachen.

leichtes Grau oder Erdgrün würde hier weit angenehmer wirken und dennoch die Folgen eineswnntnißlosen Conservateurs, die Arbeiten der Mottenbrut, um derentwillen die weiße Farbe hier^»geführt worden ist, ebenso gut erblicken lassen. Gegen diese Plagegeister zog man früher mit"llen erdenklichen Mitteln zu Felde, von denen sich, man sollte es kaum glauben, immer noch°w>ge erhalten haben; dahin gehören die alles bröckelig machende und farbenzerstörende Hitze,, te ätherischen Oele, Harze und Fette, Eisen- und Kupfervitriol u. a. m., ohne zu bedenken, daß°'"e verständige Anwendung des Arseniks das einzig sichere und dem Menschen am wenigstenlchädliche Mittel ist, das es gibt. Einen ähnlichen Ursprung wie die weiße Farbe der Postamentewol die gedrehten künstlichen Ständer der Böget haben, welche zu dem Barocksten gehören,: aä es gibt. Jedenfalls sind hierzu die Bohrkäfer in den für Vogel angewendeten Aesten, die"äkenntniß, sie aus diesen zu vertreiben, und die Furcht, solche in die Vögel kommen zu sehen,°'e erste Veranlasiung gewesen. In Wirklichkeit sind aber die künstlichen Gestelle mehr für Aus-kurten gelehrten Dilettantismus zu bezeichnen, als daß sie nur irgend praktischen Nutzen ge-wählten, denn durch sie geht jede Möglichkeit einer andern als steifen «teliung der Vögel verloren,ährend es eine ganze Menge dieser Geschöpfe gibt, die durch ihre Lebensweise und durch ihren"u eine ganz andere Darstellung verlangen. Dahin gehören z. B. alle Spechte, Dendrocalepten,^wle £D1eiicn, Rohrsänger u. a. m., welche sich gerade durch ihre Sitzweise außerordentlich charakte-wren. EZ wäre jedenfalls sehr am Platze, diesen zopfigsten aller Zöpfe endlich einmal aufzugeben,^ Wal da bei den auf Bäumen lebenden Säugethieren sich doch nur Aeste verwenden lassen. Wennct Ernst der Wissenschaft in dem eigensinnigen Festhalten an solchen Aeußerlichkeitcn liegt, warum