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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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684
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684 Nerven und Nervensystem

stens vor Ostwinden schützt. Die drei aus Liaskalk entspringenden Ouellen sind kalte L>chwefel-Wässer, die meist schwefelsaure Alkalisalze und etwas kohlensauren Kalk neben geringen Antheüenminder wichtiger Bestandtheile enthalten. Ihre therapeutische Bedeutung verdanken sie^ auwfast in höherm Grade ihrem Gasreichthume, aus Schwefelwasserstoff, Kohlensäure, Stickgas unGrubengas bestehend. Man verwendet indeß die Quellen auch theils zur Trink- und theils z»Badecur und vermengt das Wasser zu ersterm Zwecke mit Milch oder Molken. Doch halten w>rin Nenndorf für das Wichtigere die trockenen oder feuchten Inhalationen, welche erstere in ewenSalon vorgenommen werden, in dem das Wasser einer Fontaine, das auf eine Platte zurücksä»,sein ganzes Gas abzugeben gezwungen wird. Zu erwähnen sind in Nenndorf auch die Schwefe -schlammbäder, zu denen ein noch künstlich bereicherter Moor gebraucht wird, indem derselbeReservoirs den ganzen Winter hindurch der Einwirkung von Schwefelwasser ausgesetzt und er!zum Gebrauche mit eben dergleichen verdünnt wird. Die Inhalationen finden ihre HauptanM.bei chronischem Katarrh der Luftwege, wobei gleichzeitig das mit Milch versetzte Schwefelwassirinnerlich gebraucht wird. Die Wasser- und Schlainmbäder aber empfehlen sich gegen verschiedenHautkrankheiten, gegen alte Knochen-und Gelenkleiden, gegen Gicht, Rheumatismus und d>eetwaigen Reste von heftigern Anfällen dieser Krankheiten. Der Curort liegt in angenehmergend, hat ein etwas unstetes, doch nicht eben ungesundes Klima und zeichnet sich durch st»'vollkommenen Cureinrichtungcn aus. Die Saison währt in Nenndorf vom 1. Juni bis AnfuuZSeptember und ist stets ziemlich belebt. Man findet indeß Wohnungen fast immer, und uuwer im Badehause selbst zu wohnen wünscht, dürste gut thun, sich durch eine vorherige Bestellungzu sichern. Die Communication mit der Eisenbahn ist durch Omnibus und Post stets unterhalte»-Die Preise wechseln nach der Höhe der Saison; in den sogenannten herrschaftlichen Logirhäustr»zahlt man z. B. 2%—14 Thlr. wöchentlich für die Wohnung. Die Benutzung der Trinkgueist unentgeltlich. Alle übrigen Bedürfnisse sind nicht zu theuer, doch schütze mau sich vor Ueber-vortheilung durch vorherigen Contract. ,

Nerven und Nervensystem. Das Nervensystem bildet ein den ganzen Körper durchsetzendezusammenhängendes Ganze, an welchem man zwei größere compacte Massen, Gehirn und Mcke>»mark, als centrale Theile von den Nerven als den peripherischen Theilen des Nervensystems unter-scheidet, welche letztere zunächst als dickere Stränge von den Eentraltheilen entspringen, dann nbein immer feinere Fäden gespalten sich zu den einzelnen Organen begeben, um sich mit ihren i a .j tEndfäden in die Substanz derselben einzusenken. Diese Trennung des ganzen Systems entsp»»'jedoch nur den gröbsten anatomischen Berhältnissen. Die eingehendere Untersuchung fordert e»andereEintheilung, nämlichdieSonderungdcsSystems in Nervenfasern und Nervenzelle^-Erstere bilden, in größerer oder kleinerer Zahl zu stärkern oder feinern Bündeln vereinigt, ^für gewöhnlich sogenannten Nerven. Die Nervenzellen dagegen finden sich theils vereinzelt,aber in größerer Zahl an verschiedenen Stellen des Organismus in Verbindung mir den Nerve'»fasern, welche aus ihnen entspringen oder in ihnen enden. Das Rückenmark und besonders d^Gehirn enthalten eine zahllose Menge dieser Zellen, welche also einen sehr wesentlichen Best«"■/theil dieser Centralorgane ausmachen; daneben aber finden sich in denselben auch Fasern in re' »licher Menge, die theils die einzelnen Zellen untereinander verbinden, theils von ihnen entspring^'um sodann Gehirn und Rückenmark zu verlassen und zu Bündeln vereinigt sich zu den übrigeKörpertheilen zu begeben. Außer in den Centralorganen des Nervensystems zeigen sich aber oNervenzellen noch vielfach anderweit im Organismus, theils gehäuft als kleine Knötchen i"^^Verlauf der Nervenbündel eingeschaltet oder ihnen dicht anliegend, theils vereinzelt besondersden feinen Endausbreitungen der Nervenbündel. Jene aus Nervenzellen und den damit zus"»»menhangenden Nervenfasern bestehenden Knötchen nennt man Ganglien, und wenn manCentraltheilen des Nervensystems sprechen will, so muß man genau genommen auch diese Gang'»als solche bezeichnen, da sie sich für die anatomische Untersuchung wenigstens von Gehirn "Rückenmark nur durch ihre geringere Größe unterscheiden. . ^

Wie wir schon im Art. Ganglien und Gangliennervensystem geschildert haben, untersch'man früher ein sympathisches oder vegetatives und ein animales Nervensystem. Unterverstand man Gehirn, Rückenmark und alle die Nerven, welche zu Den willkürlich beweg»Muskeln und zu den Sinnesorganen gehen, d. h. also Bewegungs- und Empfindungsnerre -Unter sympathischem Nervensystem aber vereinigt man jenen Theil des peripherischen Nerv ^systems, welcher den Organen der Ernährung, den Bauch- und Brusteingeweiden und den 1gefäßen angehört und welcher vorzugsweise die erwähnten Ganglien enthält. Wir haben in.angeführten Artikel schon hinreichend erörtert, daß jene Sonderung des in Wirklichkeit einheit t