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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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715
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Nordlicht 715

^"ie zusammenfällt, und dann sieht man zu, mit welchem folgenden Theilstriche des Maßstabswgendein Theilstrich des Nonius genau zusammenfällt. Dies ist, wie man aus der Figur ersieht,urit dem vierten Nvmusstriche der Fall, welcher in der Figur mit q bezeichnet ist; er fällt mitdem in der Figur mit p bezeichneten Mahstabtheil zusammen. Gehen wir nun von diesem PunkteMs nach links, so muß der zunächstfolgende erste Theil des Nonius- zwischen 3 und 4 gleich 9 / 10des ersten Maßstabtheils sein, ebenso jeder folgende. Die vier ersten Noniustheile, von 4—0,bud also um 4 / 10 kleiner als die entsprechenden vier Maßstabtheile, und diese 4 / 10 müssen noth-wendig die Länge der Linie zwischen dem 21. Theilstrich und dem Nullpunkt des Nonius gleichsein. Der mit dein Pfeil bezeichnete Endpunkt der zu messenden Linie liegt also, wie manbieraus ersieht, um 4 / 10 über den 21. Theilstrich hinaus. Wenn die Zahlen des Maßstabs nunLinien bezeichnen, so würde die Länge L — 21,4 Linien sein. Hieraus ergibt sich die Regel:Alan lege die zu messende Länge so an den Maßstab, daß ihr Anfangspunkt niit dem Nullpunktdesselben zusammenfällt. Dann stellt man den Nonius so ein, daß sein Endpunkt mit dem End-punkt der zu messenden Länge zusammenfällt, und bestimme, daran vorwärts gehend, die Anzahlder Theilstriche, welche bis zu dem Punkt, von wo ein Noniusstrich mit einem Maßstabstrich zu-iaiiimenfüllt, liegen. Da die Noniustheilstriche nun, wie man aus der Figur sieht, mit Zahlenbezeichnet sind, so hat man nur die betreffende Zahl abzulesen, und diese gibt dann im vor-liegenden Falle den Bruchtheil, welcher noch zuaddirt werden soll, in Zehnteln an.

Beim vortragenden Nonius (Fig. 2) verfährt man ganz ähnlich. Man legt ebenfalls denNullpunkt des Nonius an den Endpnnkt*der Linie. Man zählt aber nun die Theilstriche nichtvon links nach rechts oder vorwärts, sondern von rechts nach links, d. h. rückwärts. Aus derFigur siebt man, das; in dem vorliegenden Falle der achte Theilstrich des Nonius mit dem ent-sprechenden Theilstriche des Maßstabs zusammenfällt. Da im übrigen die Angabe des Noniusebenfalls wieder */io ist, so ist die Länge 0 — 0,8, also die ganze Länge — 34,8.

Nordlicht (Aurora borealis). Eine Erscheinung, welche lange Zeit hindurch den allerver-schiedensten Ursachen zugeschrieben wurde, und die man gegenwärtig als eine Manifestation desErdmagn etismus erkannt hat. Man erblickt es nicht in allen Erdgegenden, denn die tropischenwie die subtropischen Gegenden bis zum 40. Breitengrad kennen es gar nicht, und bis zum 50.°hin ist es selten, wogegen es in hohem Breiten sehr gewöhnlich ist und es Gegenden gibt, wo fastkeine Nacht ganz ohne Nordlicht bleibt. Die Punkte, welche man die magnetischen Pole der Erdenennt, sind die Ccntralpunkte für diese Nordlichter; irrthümlich jedoch war es, alle Nordlicht-erscheinungen nur an diesem Punkte entstehen zu lassen. Vielmehr entströmt dem Erdkörper inweitem Umkreise um diese Pole herum eine magnetische Materie, zuweilen gleichzeitig auf sehrweite Fernen bin, wie beispielsweise das Nordlicht vom 9. Jan. 1831, welches von Madrid biswf in Sibirien hinein fast überall gesehen wurde. An sehr vielen Orten erfüllte dieses Nordlichtden ganzen Himmel nach allen Seiten, was nicht möglich gewesen wäre, wenn es nur einemEwigen Punkte entströmte. In mittlern Breiten hat die Erscheinung etwas sehr bestimmt Pcrio-bisches. So war die Zeit von 1715 bis gegen 1745 hin ungemein reich an Nordlichtern, sodaßmai ' z. B. in Berlin 1734 in allem 53 Nordlichter zählte, die sich fast durch das ganze Jahr,i^vch sehr ungleich vertheilten. Nachdem hierauf etwa 30 Jahre hindurch fast gar keine gesehenwurden, zeigten sie sich wieder häufiger, besonders von 1788 — 90. Das letzte große Nordlichttie fer Periode erschien int October 1804, von da bis December 1830 war nur sehr selten und dann""r in schwachen Spuren etwas vom Nordlicht zu sehen. Gegenwärtig scheint wieder eine nord-"chtreiche Periode im Abgehen begriffen zu sein. Am gewöhnlichsten sieht man gegen Norden,Richtung des sogenannten magnetischen Meridians, ein dunkles ziemlich bestimntt begrenztess'dgutent am Horizont sich hinstrecken. Dieses Segment hat das Ansehen einer dunkeln Schicht-olle, die jedoch die Sterne hindurchscheinen läßt. Aus diesem Segment schießen helle strahlen?Upor, die bei hinreichend beitcrm Hintmel scharf begrenzt erscheinen, ziemlich schnell veränderlichi ni) und ein Licht verbreiten, das bei starten Nordlichtern den Vollmondschein bedeutend übertrifft.?'ud diese Strahlcnschüsie lang genug, so vereinigen sie sich in der Nähe des Scheitelpunktes in^ wgenannten N v r dl i chtk r o n e, die ebenso wie die Mittellinie der gesammten ErscheinungMagnetischen Meridian des betreffenden Ortes sich befindet,su Sim gewöhnlichsten zeigt das Nordlicht eine weiße Farbe, nicht selten jedoch gewahrt manItdi^' violett, Grün und Purpur von ausgezeichneter Schönheit, besonders bei sehr großen Notd-.^orn. Dann sieht man solche farbige Lichtmaffen sich ganz absondern und am Himmel hernm-w, oder auch bei unverändertem Standpunkte allmählich erlöschen. Die Erscheinungen sindhäufiger, mannichfaltiger und ausgebildeter, je näher der betreffende Ort einem der magne-