Buch 
5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
Entstehung
Seite
749
JPEG-Download
 

Ohnmacht 749

Belieben entweder nur zum Heizen oder auch gleichzeitig zum Heizen und Kochen benutzt werdenkann. Das Feuermaterial wird durch die Feuerthür in den verhältnißmäßig tiefen Feuerraumangeführt, wo es sich in einem kastenförmigen Rost ansammelt. Links neben dem Roste an der hin-tern Seite des Ofens befindet sich ein zur Erwärmung von Wasser dienendes gußeisernes Gefäß,welches durch eine Klappe geöffnet werdenkann; darüber ist eine Kochröhre, und über dem Feuer-rauin ein plattenförmiger Schieber, durch welchen der kastenförmige Feuerraum oben ganz geschlossenwerden kann; außerdem sind noch zwei andere Röhren da. Wenn dieser Ofen als Kochofen benutztwerden soll, so wird der Schieber geschlossen. Das Feuer muß nun auf dem in der Zeichnung an-Zbgebenen Wege um die untere Kochröhre herumströmen, wodurch dieselbe stark erwärmt wird. Soll^ägegen der Ofen nur zum Heizen dienen, so schiebt man den Schieber zurück, wodurch der Zugunks von der untersten Röhre verschlossen und unmittelbar über dM Heuerraum geöffnet wird.

Feuer strömt dann direct in die Höhe und umkreist die zweite Röhre nur von zwei Seiten,die obere Röhre dagegen ganz, während die unterste Röhre wenig oder gar nicht erwärmt wird.

2) Oefen zu technischen Zwecken. Die Zahl der hierher gehörigen Oefen ist sehr vielKötzer als die der im vorigen Abschnitt erwähnten. Die Metallurgie bedarf der verschiedenstenDfenconstructioncn, um das Feuer bald oxydirend, bald schmelzend, bald trocknend u. s. w. zuderwenden. Da dies aber ein Gegenstand ist, welcher dem Zweck dieses Werks gemäß nicht ein-gehend besprochen werden kann, so beschränken wir uns darauf, die wichtigsten Arten der Oefen^eser Art nur aufzuzählen. Schachtöfen sind mehr oder weniger tiefe, gemauerte Kanüle vomverschiedenartigsten Querschnitt (bald cylindrisch, bald prismatisch, bald birnenförmig in der Mitteerweitert u. s.>w.), in denen das zu behandelnde Material hoch aufgeschichtet und unten ange-zündet wird. Aehnlich construirte Oefen sind die Hohöfen, welche zum Zweck der Eisenreductionnus den Erzen benutzt werden. Sie zeichnen sich namentlich durch ihre ganz bedeutenden Dimen-sionen und den außerordentlichen Hitzegrad, der darin erzeugt werden kann, aus. Herdöfenheißen im allgemeinen alle flachen, entweder offenen oder überwölbten Feuerstätten. Hierher ge-hören die Röscherde, die Saugherde, die Schmiedeherde, die Frischherde u. s. w. Flammen öfenoder Reverberiröfen sind solche, bei denen man die Flamme selbst durch ihr Wärmestrahlnngs-vermögen benutzt, bei denen also die Erzeugung einer langen Flamme beabsichtigt wird. Sie be-stehen aus einem Feuerherde, dessen eine Seite mit einer etwas über fußhohen Mauer eingefaßtist, über welche die Flamme Hinwegstreichen muß. Neben dieser Feuerbrücke auf der andern Seitederselben ist die Herdsohle, eine etwas vertiefte, von festem Thon hergestellte breite Stätte ange-bracht, auf der das zu bearbeitende Material flach ausgebreitet wird. Feuerherd und Sohle sindvon einem ganz flachen Gewölbe überdeckt. Die Flamine streicht mit Gewalt zwischen Sohle undGewölbe hinter zum Fuchs (dem Abzugskanal für die Gase); das Gewölbe erhitzt sich stark undünrkt durch seine Rückstrahlung erwärmend nach unten. Die Flammenöfen haben eine weitver-zweigte Benutzung und wieder nach ihrem verschiedenen Zweck verschiedene Namen. Gefäßöfenheißen diejenigen Oefen, bei welchen das Feuer nicht direct auf die Substanz, welche es erhitzensvh, einwirkt, sondern erst auf gewisse Gefäße, in denen sich dieselbe befindet. Hierher gehörenine Muffelöfen, Tiegelöfen, Retortenöfen, Porzellanöfen, Destillations- und Sublimationsöfenn. dgl. m. Trockenöfen endlich sind zum Trocknen von Gegenständen bei mehr oder wenigerhoher Temperatur bestimmt. Sie können unter Umständen gleichzeitig auch als Dampföfen dienen.

Ohnmacht. Unter Ohnmacht versteht der Arzt die infolge eines Blutmangels im GehirnZutretende, bis zur Bewußtlosigkeit sich steigernde Uncmpfindlichkeit gegen Sinneseindrücke undUnfähigkeit zu willkürlichen Bewegungen, woneben die Pupillen erweitert sind, der Puls meist«°>n,das Athmen langsam und oberflächlich,das Gesicht bleich und verfallen, dieHaut kühl odermitSchweiß bedeckt erscheint. Dem Kranken selbst verräth sich der Eintritt der Ohnmacht meist durch einGefühl von Beklommenheit, durch Unsicherheit der Bewegungen, Schwindel, Schwarzwerden vor"n Augen. Der Zustand kann alle nur möglichen Grade zeigen, von der leichtesten AnwandelungSchwindels u. s. w. bis zur lanqdauernden oder in den Tod übergehenden Bewußtlosigkeit.

zu Grunde liegende Blutleere des Gehirns wird verursacht entweder durch eine allgemeineBlutleere des Körpers, worüber der Art. Bleichsucht und Blutarmuth zu vergleichen ist, oder infolge

Anhäufung des Blutes in andern Organen, oder durch krampfhafte Verengerung der Adern,velchx Gehirn sein Blut zuführen. Der letztere Umstand wird durch plötzliche Gemüths-bwegungen u. s. w. besonders häufig herbeigeführt. Begünstigend wirkt jede Erschöpfung, sei' te infolge geistiger oder leiblicher Anstrengung, Hinderung des Athmens und der BlutbewegungNrch Schnüren, plötzlicher Wechsel der gebückten Stellung oder der horizontalen Lage mit auf-^chter Stellung, große Hitze, betäubende Gerüche u. s. w. Meist ist die Ohnmacht ungefährlich