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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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763
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Opal 763

wegen der Weichheit des Steins nicht zu scharf sein dürfen, indem sich die Kanten sonst leichtabnutzen.

Beim Fassen gibt man dem edeln Opal eine gefärbte Folie, die bisweilen aus buntem Seiden-Zeug oder einer Pfauenfeder besteht; am besten aber nimmt er sich in einem schwarzen Kastenaus. Da er bei Licht nicht glänzt wie die Gemmen, so umgibt man ihn oft mit einem Kranzevon Saphiren oder Diamanten. Weil der Opal seiner geringen Härte wegen sich leicht abreibt,so bedeckt man auch häufig die Oberfläche deffelben, um sie gegen das Abnutzen beim Gebrauche)u schützen, mit einem dünnen Krystallblättchen. Man hat überhaupt alle Ursache, sehr vor-sichtig mit dem Opal umzugehen, denn es ist nicht selten, das; er bei schnell abwechselnder Tem-peratur Risse und Sprünge bekommt, welche aber cinigeruiasien wieder vertrieben werden können,wenn man ihn einige Zeit in Oel liegen läßt.

Im Handel wird der edle Opal zuweilen auch Element- oder Firmamentstein genanntund man unterscheidet besonders: Flammenopal, wenn die Farben aus milchigem GrundeParallel vertheilt erscheinen, und Flimmeropal, wenn die Farben fleckweise vertheilt sind.

Wenn da§ Gestein, in welchem der edle Opal vorkommt, hart genug, und dieser nur in sehrkleinen Partien darin vertheilt ist, so wird dieses von den Steinschneidern unter dem NamenDPalmutter zu Dosen, Riugsteinen und verschiedenen andern Gegenständen verarbeitet. Essst nämlich eine alte Ausdrucksweise der Bergleute und Mineralogen, diejenigen Gesteine, welchewerthvolle Steinartcn oder Erze eingeschlosien enthalten, die Mutter von diesen zu nennen. Zu-weilen taucht man die Opalmutter in Oel und setzt sie dann einem gelinden Feuer aus, wodurchber Grund eine schwarze Farbe annimmt, der eigentliche Opal jedoch an seinem FarbenspieleNichts verliert, durch die flammenden Punkte auf dem schwarzen Grunde aber die ganze Masseoin ungemein schönes Ansehen gewinnt.

Der Grund und die Schönheit des Farbenspiels und die Größe mit Rücksicht auf die Formbestimmen den Werth des edeln Opals, der daher, da sich die erste Eigenschaft nach Zahlen nichtleicht bestimmen läßt, ziemlich willkürlich angenommen wird; die herrschende Mode kommt dabeinoch ganz besonders in Betracht. Die besten Verkaufsplätze sind jetzt PariS und London. In»euerer Zeit ist der Werth des edeln Opals dadurch in etwas gestiegen, daß nur selten größereEtücke gefunden werden, und kleinere Stücke von schönem Farbenspiel werden schon mit 4 —5Louisdor bezahlt. Ehedem zahlte mau für einen schönen ins Rothe spielenden Solitär 2—300Dukaten, und kleinere Ringstcine kosten jetzt das Karat 6—10 Fl. Die Opalmutter ist dagegenbei weitem wohlfeiler und es werden Stücke von 5 Linien im Quadrat für 6 — 8 Fl. verkauft,während ein schöner ins Rothe und Grüne spielender Opal von gleicher Größe zu Paris um-400 Fr. verkauft wurde. In Kaschau selbst wurde ein sehr schöner Opal von der Größe eineshalben Kronthalers um 30000 Fl. feil geboten. Ganz besonders geschätzt und in ihrer Art unge-wein prachtvoll sind die schwarzen edeln Opale, welche in ihrer dunkeln Grundfarbe das rothebem Rubin ähnliche Feuer durchspielen lassen; eine schwarze, theilwcise glühende Kohle gibt einUnvollkommenes Bild dafür ab. Der schönste und größte Opal vom herrlichsten Farbenspieleu»d ohne Nebengestein, welcher eristirt, befindet sich im k. k. Mincralieucabinet zu Wien. Der-ielbe ist 43 ^ wiener Zoll lang, 2 y 2 Zoll dick und wiegt 34 wiener Loth. Er wurde in denE°bzigcr Jahren des vorigen Jahrhunderts in den Opalgrubcn von Czerncwitza gefunden. Sein®Wb ist nicht leicht zu bestimmen und einige darum befragte Sachkundige wollten auch nicht""Wal eine annähernde Angabe desselben machen; doch soll ein holländischer israelitischer Ju-^°kenhändlcr eine halbe Million Gulden baaren Geldes dafür geboten haben, und dieser Preis"scheint nach dem Maßstabe des Verkauftwerdcns kleinerer Opale und nach gewöhnlicherschätzungsweise der Juwelen gar nicht zu hoch. Nach einer neuern Taxation von wiener Juwe-lcren wird er auf 700000 Fl. geschätzt.

. .2) Der Fcneropal. Derselbe findet sich derb, eingesprengt, in Trümern und ist vonukaßtrüber hyacinthrothcr Farbe, die bei durchscheinenden oder durchsichtigen Stücken stark in dasöeuergelbo spielt. Er ist stark glänzend, irifirt an den lichtcru Stellen bisweilen und zwar^minroth und apfelgrün und hat einen vollkommen muscheligen Bruch. Durch halbstündiges" ühen erleidet derselbe einen Verlust von 7 % Proc. an Wäger und die mürbe gebrannten^kucke werden blaß-flcischroth. Man findet ihn zu Villa-Seca unfern Zimanpau in Mexico,c 5 schmale Schnüre, Nieren und Nester in einem Perl- und Pechstcinbrocken führenden tra-

hkischen Trümcrgestein bildet.

jew O^gl-ich der Fcucropal als Schmuckstein einen sehr schönen Effect macht, so ist er doch brs-l vur wenig verarbeitet worden und nur zuweilen findet mau ihn als Ringstein verwendet.