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5 (1863) Fünfter Band. Kopal–Ozon
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Opodeldok Orangerie 767

des Morphiums, der ersten organischen Basis. In demselben Jahre trennte Robiquet das an-fänglich für Morphium gehaltene Derosne'sche Salz als besonderes Alkaloid und nannte es Nar-k°tin, und jetzt wurden in rascher Folge die Pflanzenbasen Kodein (Robiquet 1832), Narcern(Pelletier 1832), Paramorphin (Thibaumery 1834), Pseudomorphin (Pelletier 1836), Por-dhhroxin (Merck der Aeltere 1838), Papaverin (Merck der Jüngere 1848), Opiauin (Hinterbergeriööl) und Metamorphin (Wittstein 1860) und das indifferente stickstofffreie Melanin (Dnblanc1832) entdeckt. Außer diesen gut charakterisirten chemischen Verbindungen fand man noch Harz,Fett, Kautschuk, Extractivstofs, einen flüchtigen Stoff, der sich noch nicht isoliren ließ, aber dem überOpium destillirten Wasser den eigenthümlichen Geruch mittheilt, Farbstoff und Traribenzucker.Zu diesen wesentlichen Bestandtheilen kommen in den geringern Sorten noch viele fremdartigeGlosse, die an Ort und Stelle dem reinen Milchsäfte eingeknetet werden und als VerfälschungenM betrachten sind. So wird schon in Kleinasien das Chicantee, ein schlechtes, mit Sand, zer-quetschten Mohnkapseln, halb getrockneten Aprikosen und Feigen, Terpentin und Traganth ge-fugtes Laudanum dem guten Opium betrügerisch zugesetzt; außerdem ist das Vermengen mitMekonium, dem eingedickten Auszuge abgewelkter Mohnpflanzen, an deffen Stelle auch häufig dasExtract zweier anderer Papaveraceen, des Glaucium luteum und rubrum, tritt, mit Reismehl,^äleppulver, eingekochtem Traubenmost u. s. w. an der Tagesordnung. Annähernd ergibt sichdie Güte eines Laudanums aus der Menge des Niederschlags, welchen kohlensaure Alkalien ineurem sauern Opiumauszuge hervorbringen (Alkaloide), und aus der mehr oder weniger intensivrothen Färbung, die eine sehr verdünnte Opiumabkochung durch Eisenchlvrid erleidet (Mekonsäure);einer genauen Ermittelung des medicinischen Werthes einer Opiumsorte muß indeß die Ermitte-lung des MorphiumgehaltS zu Grunde gelegt werden, eine Operation, welche die gewandte Handdes praktischen Chemikers erfordert und deshalb hier Übergängen werden muß.

Opodeldok. Ein der Hauptsache nach aus weingeistiger Seifenlösung mit einem Zusatz vonKampher, ätherischen Oelen und Salmiakgeist bestehendes Liniment wurde von seinem Erfinder,einem gewissen Dr. Steere, mit diesem etwas seltsamen Namen belegt, der wol nur dessen Phan-tasie seinen Ursprung verdankt, und anfangs als Geheimmittel in den Handel gebracht. ES istseitdem in den Arzneischatz aufgenommen worden. Man hat festen und flüssigen Opodeldok; beideunterscheiden sich nur dadurch, daß zu den: flüssigen Liniment eine an stearinsaurem Natron ärmere,also Oelseife, auch wol eine etwas geringere Menge davon angewendet wird, während das festeeine mehr Stearinsäure enthaltende Seife erfordert. Zur Bereitung des letzter« wird die Seife,gewöhnlich entweder eine Mischung aus Talg- und Oelseife oder Bntterseife, nebst dem Kampherm r er Wärme rn Weingeist gelöst, die Flüssigkeit mittels eines durch heißes Wasser erwärmtenooppelwandigen Trichters filtrirt und dann die vorgeschriebene Menge Salmiakgeist und Ros-U . n * ) . DhMianöl zugesetzt. Nach dem Erkalten bildet das Ganze eine gallertartig schlüpfrigeMasse, die in der Wärme der Hand leicht zergeht. Bei längerm Sieben scheiden sich häufig stcrn-formig gruppirte Krystallnadeln von stearinsaurem Natron darin aus. Der Opodeldok wird zuEinreibungen bei Rheumatismen u. s. w. gebraucht.

Optik. Dieses Wort wird in doppelter Bedeutung gebraucht; entweder bezeichnet man damit"ur die physikalische Lehre vom Licht, dann umfaßt dieselbe die Theorie von der Natur des Lichts,^ Lehre von der Zurückwerfung (Reflexion), der Brechung (Refraction), der Farbenzerstreuung(Dispersion), der Polarisation und der Doppelbrechung des Lichts. Ueber alle diese Gegenständein besondern Artikeln dieses Werks gehandelt. Dann bezeichnet uian aber damit auch den^unstzweig, welcher sich mit der Herstellung geschliffener'Gläser und Instrumente beschäftigt, die^ gewissen optischen Zwecken dienen, z. B. Brillen, Mikroskopen, Fernrohren, Lupen, Camera°Vura, Camera lucida u. dgl. m. Auch über diese Gegenstände ist, soweit sie eine allgemeinereDichtigkeit haben, in besondern Artikeln gesprochen.

.. Orangen sind die Früchte des Pomeranzenbaums, Citrus Aurantium. Näheres darüberman in dem Art. Apfelsine.

■ Orangerie. Die Orangeriecultur ist eine ganz bekannte und verbreitete. Und doch ist essehr bekannte Thatsache, daß nur wenig Menschen sich auf sie verstehen. Es kommt auf? biele praktische Kleinigkeiten an, daß alle Theorie sich sehr grau erweist. Die Erde mußll,e (ehr nahrhafte, dabei aber sehr lange verrottete sein, sodaß nicht frische Düngertheile darin"lhalteu sind; diese sind sehr schädlich. Man empfiehlt 1 Thl. Humus, 2 Thle. schwere Wiesen-und 1 Thl. Kubdüngererde. Andere nehmen letztere, Laub, Eoniferennadcln und Lehm.q "uif; die Bäume, solange sie jung sind, öfter umpflanzen, etwa alle zwei Jahre. In spätererthut man es selten, je nach der Größe des Kübels. Die Zweige werden von vielen kurz