Drittes Capitel.
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stenS außer Zweifel, daß sie zuerst in der Provence stattfandund auch da erst mit einigem Erfolg unter Carl Vlll. betriebenwurde.
Der König suchte eifrig, auf jede mögliche Weise den Sei-denbau in seinen Staaten zu fördern und mithin auch die An-pflanzungen des Mauibeerbaums, und ließ zu diesem ZweckPflanzschulen davon anlegen, aus welchen die Landeigentkümerunentgeltlich die Bäume beziehen konnten, wenn sie den Anbauzu betreiben wünschten.
Die französische Regierung hat in verschiedenen Zeitperiodenein großes Bestreben gezeigt, die Maulbeerpflanzungen zu ver-vielfältigen, doch in der Wahl der Mittel nickt immer großeWeisheit an den Tag gelegt. Colbert, Minister LudwigsXlV., begnügte sich in seiner Ungeduld, die Production derSeide vermehrt zu sehen, nicht damit, aus den königlichen Pflanz-schulen die jungen Baume unentgeltlich zu geben, sondern erließ dieselben auch noch auf Kosten des Gouvernements ver-pflanzen. Allein diese zu weit getriebene Freigebigkeit führte,statt den beabsichteten Gegenstand zu fördern, den Verfall des-selben herbei. Die leichte Erwerbung nahm dem Besitz derBaume den Werth und sie wurden entweder vernachlässigt, odervon den Bauern muthwillig zerstört. Das Gouvernement er-kannte bald die Unzweckmaßigkeit seines Verfahrens und führteein anderes und wirksameres ein. Es wurde eine Belohnungvon 3 Livres für die Anpflanzung jedes Mauibeerbaums bewil-ligt, der, drei Jahre nach der Anpflanzung, sich in gedeihendemZustande befand. Nun wurde die Cultur derselben mit Sorg-falt betrieben und bald waren die Provence, die Dauphin«, dieGascoqne, das Vivarais und Lyonnais mit Maulbeerbäumenübersäet, obgleich der Seidenbau noch auf die erstgenanntenProvinzen beschrankt blieb.
Der gute Erfolg, welchen das Streben des Königs vonFrankreich, den Seidenbau in seinen Staaten zu verbreiten,datte, regte Jacob l. von England gleichfalls zu einem thätigen^ifer an, denselben in seinem Reiche einzuführen. Er scheinteine große Vorliebe für diese Idee gehabt und seine UnterthanenZu deren Verwirklichung auf alle Weise angefeuert zu haben.'Da ich gesehn,<r sagt der König Jacob, --daß unser Bruder,^er König von Frankreich, als er zum Besitz der Krone gelangte,wenigen Jahren die Seidencultur in seinem Reiche zur Voll-kommenheit gebracht hat, wodurch er für sich große Ehre und