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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Zweiter Theil.

Verluste, da sie sich nicht selten erlaubten, nach ihren eignenEingebungen zu handeln, ehe sie sich den nöthigen Grad vonErfahrung und Geschicklichkeit erworben halben. Doch das be-deutet wenig, pflegte der Graf zu sagen, wenn man diesen Ver-lust mit dem allgemeinen Vortheil vergleicht, daß durch dieseZöglinge die Seidencullur sich allgemein verbreiten und natura-liflren wird. So wurden in der Lombardei, nach des GrafenBekanntmachung und Anweisung, bedeutende Seidenraupen-Etablissements errichtet, die man als Beweis der Anerkennungseiner gemeinnützigen Philantropie, Dandolieren nannte.

Die Ursachen, welche hauptsächlich Krankheiten unter den !Seidenraupen erzeugen, sind Rauch oder mephytische Stickluft.Aus Versuchen, die man anstellte, um sich darüber Gewiß-heit zu verschaffen, ergab sich, daß der erstere noch Nachtheiliger,als selbst das Stickgas (esrdonie neick) sei. Setzt man dieRaupe in einen mit jenem Gas gefülltenRecipienten, wodurch einVogel augenblicklich gctödtet werden würde, so giebt sie freilich Zei-chen des Unwohlseins und eines leidenden Zustandes, allein siekann darin 15 — 20 Minuten fortleben. Kein warmblütigesThier würde nur die Hälfte der Zeit in jener Atmosphäre fort-leben können. Nimmt man die Raupe nach einigen Minutenaus derselben heraus, so wird man nicht die geringste nachthei-lige Wirkung an ihr wahrnehmen und sie wird, dem Anscheinnach, eben so gesund, als bevor sie das verderbliche Gas einath-mete, sein. Die Seidenraupe scheint in dem kleinsten TheilchenLebenslust zu leben, besonders in ihren ersten Lebensperioden,wo sie, unter Wasser gesetzt, mehrere Minuten fortlebt und,wenn man sie wieder herausnimmt und selbst anscheinend todtist, dennoch wieder auflebt. Demnach scheint es, daß die Raupe,wenn ihre Einathmungswerkzeuge gänzlich verstopft wären, au-genblicklich sterben würde. Bestrcicht man ihre 16 Athmungs-löcher mit Fett, so stirbt sie augenblicklich. Setzt man die Raupe inein, mit feuchter Luft, bis auf 88 — 00° erwärmtes Gefäß, sobemerkt man alsbald Symptome des Uebelbefindens, sie hört aufzu fressen, die Haut erschlafft, die Muskeln erweichen sich, dieZusammenziehung hört auf, die Ausdünstung verstopft sich, diezum Leben nothwendige Absonderung, die bei der Seidenraupevermittelst der Zusammenziehung bewirkt wird *), hört auf und ^

"> Die Haut der Seidenraupe hat eine solche Dehnbarkeit, daß niansie zerschnitten, gleich einer elastischen Substanz, aus einander ziehen kann- ,