Erstes Capitel.
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angefeuchtet wird. Unterbliebe dieses, so würde der Cocon ver-möge seines Aufsteigcns größtenteils hart und steif und nurtheilweise naß sein, so weit er im Wasser ist.
Man kann sowohl einen als hundert Fäden von den Co-cons abwinden, doch ist es schwierig, mehr als 30 in einem Fa-den zu vereinigen. Die Kunst des Haspelns besteht in derPrvductivn eines gleichmäßigen Fadens und diese muß die Un-gleichheit des Gcspinnstes ausgleichen, so daß der Strang ausverschiedenartigen Faden zusammengefügt, doch überall von glei-cher Dicke ist. Diese Gleichheit ist schwer zu erlangen und deß-halb die Fadenzahl nie ganz genau zu bestimmen, und mitAusnahme der sogenannten zweiccconfädigen Seide, sagt mannie drei-, vier- oder fünffache Seide, sondern man bezeichnet sie3 bis 4, 4 biS 5, 5 bis 6 coconfädig; dickere Stränge
werden noch weniger genau bezeichnet und man sagt dann: 12bis 15, 15 bis 20 coconfädig u. s. w.
Der Haspeler muß während seiner Arbeit ein Gefäß mitkaltem Wasser neben sich stehen haben, um, wenn es nöthigist, die Hitze des Wassers im Siedec damit zu vermindern,denn es ist eben so wichtig für die Leichtigkeit des Haspelns, alsfür die Qualität der gewonnenen Seide, daß das Wasser dierichtige Temperatur habe; ist es zu heiß, so wird der Faden,was man technisch todt nennt, und ist ohne Festigkeit; istaber die Hitze zu gering, so fügen sich die Enden nicht gut zu-sammen und die Seide wird rauh. Nur sehr schwer läßt sichhfr Faden abwinden, wenn man ganz kalten Wassers sich be-dient, denn die feinen Fäden befestigen sich in diesem Falle soschwach an einander, daß sie bei der kleinsten Gewalt der Be-rührung reißen und durch die geringste Feuchtigkeit sich von ein-ander lösen, während die mit heißem Wasser bereitete, auchvur durch dieses losgelöst werden kann.
Wenn die Strange fertig gehaspelt sind, so muß der Sie-ber ^ gereinigt werden; alle in demselben befindlichen Chrysa-liden, von denen die Seide ganz abgestreift ist, so wie auch die,an denen noch Reste derselben befindlich sind, müssen herausge-kommen werden. Letztere wirft man in ein hölzernes Gefäß,worin sich schon die lose Seide befindet, die man, in Folge deruattuv erhalten hat. Dieses bildet zusammen den Seidenabfall,Welcher gekämmt und'zu Fäden gesponnen werden muß.
Sollen Dupionsund Choquettes abgewickelt werden, soMuß man vier Mal täglich das Wasser erneuen; bei guten Cocons