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Das Ganze der Seiden-Manufactur, nach ihrem Ursprunge, Fortschritten und jetzigen Standpunkte dargestellt : enthaltend gründliche Belehrungen über die Cultur, das Abhaspeln, Zwirnen und Weben der Seide, nebst Abbildungen und Beschreibung aller dazu erforderlichen Geräthschaften und Maschinen, insbesondere der Jacquard-Maschine und anderer mechanischen Webstühle
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Zweites Capitel.

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Italienische gezwirnte Seide. — Ursache ihrer Vorzäglichkeit. — Hohe(beschützende) Steuer auf die Einführung gelegt. — Reduktion dersel-ben. — Verbesserte Qualität der in England gezwirnten Seide. —Ausdehnung dieser Beschäftigung. — Verbesserung der Awirnrnaschinen.— Diese nicht außer Landes angenommen. — Niedriger Lohn; die Ur-sache davon. — Kosten der Organsin. — Abfall dabei.

Es ist schon erwiesen, daß England Italien die Kunst ver-dankt, rohe Seide zum Gebrauch des Webens zuzurichten, unddaß die, von Herrn Lombe zu Derby im Jahre 1718 zuerstju diesem Behuf eingerichteten Mühlen nach den damals inPiemont gebräuchlichen construirt waren. Diejenigen meinerLeser, welche daran gewöhnt sind, mit Stolz auf die FortschritteEnglands hinzusehen, und wahrzunehmen, wie der Scharfsinnihrer Landsleute diese fördert, werden sich nicht wundern, zu er-fahren, daß die früher errichteten Zwicnmühlen, obgleich damalsMit Recht der Gegenstand der Bewunderung, jetzt, durch neuereErfindungen und Verbesserungen veraltet sind, wahrend sie inihrer Heimath, woher unser unternehmender Landsmann da-mals den Plan dazu geholt, in ihrer alten Gestaltung, ohneirgend eine Verbesserung oder Abänderung fortbesteht,. SelbstM Frankreich, welches so lange der Stapelplatz des Seidenver-kehrs war, und wo es weder an Scharfsinn noch Unterneh-mungsgeist mangelt, ist seit langer Zeit keine verbesserte Ma-schine zur Anfertigung der Organsin erbaut, obgleich diese einender wichtigsten Bestandtheile zur Verfertigung ihrer FabrikateAusmacht, und zu vielen derselben unerläßlich nothwendig ist.selbst heutigen Tages ist die Organsin, welche Frankreich zuseinen schönsten Stoffen gebraucht, transalpinischen Ursprungs.

Die rohe Seide muß, bevor sie zum Weben anwendbarm- entweder in Single (einfache Seide), Tram (Einschlag-es), oder Organsin (Kettenseide) verwandelt werden, damit das^eidengespinnst dadurch die nothwendige Festigkeit erhalle. Die^Mgle ist am leichtesten herzustellen; denn alle Seide, die zu^ran, oder Organsin bestimmt ist, muß zuvor zu Single ver-leitet werden. Tram wird gemacht, indem mehre Fädenh)"3le zu einem vereinigt werden und diese Gattung wird ge-, hnlich zum Einschlag gebraucht. Die Organsin ist der Haupt-^Itandtheil deS Seidenstoffs; sie wird zum Auszug angewen-B Verfertigung ist complicirter und erfordert eine genauereaSchreibung die beiden andern Sorten, von denen man oh-ck°» Beschreibung der Organsin, schon einen deutli-

Begriff erhält.