Chemische,
Vierter Theil.
medicinische und elektrische Eigenthümlichkei-ten der Seide.
Färbestofs der Cocons.
Färbestoff der Cocons. >— Reaumur's Vorschlag über das Bleichen derSeide. — Englisches Verfahren beim Bleichen der Seide. — Das bit-tere Princip. — Verschiedene chemische Experimente. — kiittavFlicnirao. — Seide als Mittel gegen Krankheit. — Früherer medicini-scher Gebrauch der Seide. — Deren elektrische Eigenschaft. — ErsteEntdeckung derselben. — Beschreibung elektrischer Experimente mit derSeide angestellt.
§)er mehr oder weniger in der Seide enthaltene goldfarbigeFärbestofs ist in deren Gummisubstanz enthalten, welche dieSeidenraupe in großer Menge dem Gespinnst beimischt und worineine große Erleichterung aller vorbereitenden Seidenbearbcitungbedingt ist.
Wenn die Cocons in heißes Wasser geworfen werden, soloset sich ein Theil dieses Gummi oder der harzigen Substanzauf und theilt dem Wasser eine hellgelbe Farbe mit. BedientMan sich als Auflösungsmitlels des Alkohol, so sondert sich nocheine viel größere Quantität jenes Stoffs aus der Seide ab, undes bildet sich eine Tinctur, die ihre Färbung selbst dann behält,wenn man sie den Sonnenstrahlen eine viel längere Zeit aus-setzt, als zum Bleichen der Seide selbst erforderlich sein würde.Die Wahrnehmung, daß dieser Färbestoff eine größere Ver-! wandtschast zum Alkohol, als zum Wasser hat, veranlaßte Herrnj Baumv, das folgende Verfahren zum Bleichen der Seide an-zuwenden.
Er wandte dazu ein Geschirr von Steingut, von beinahekegelförmiger Gestalt, an. Es hielt an Gemäß ungefähr 12Gallonen, hatte aber eine große und eine kleine Oeffnung, voneinem Zoll Durchmesser, im Boden. Gewöhnliche irdene Ge-