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Von der Schl.tgfühniiig.
räthlich werden, z. B. auch starke, vorgewachsene und verdammende Stämme,eingewachsciie Ucberständcr heransziniehmen, von zwei Stämmen aus einemStocke nicht den schwächeren, sondern den stärkeren vorzugsweise auszuforsten.Auch sind grelle Uebergänge zu vermeiden, daher Bestände, worin die Durch-sorstung bis dahin versäumt war, anfänglich schwächer zu durchforsten, zumalim rauhen, dem Schneedrucke, Wildschaden rc. ausgesetzten Gebirg.
5) Die Betriebsart, den ihr eigenen Bestand bedingend, heischt hiermiteine zu dessen Herstellung hinleitcnde Durchforstung. Der Nieder- und Mittel-wald bietet zwar weniger Stoff zur Durckfforstung dar, verlohnt sie aber dochmeistens, je nach der Länge seines UmtriebS, ein- bis zweimal, und in ihmist die Durckfforstung schon einige Jahre nach dem Abtrieb und WiederauSschlagin Form einer Ausjätnng wuchernden, die Ansschläge der edleren Holzartenverdammenden Weichholzcs räthlich.
6) Bedürfniß, Gelegenheit zum vorthcilhaften Absätze der eben ausbeut-baren Sortimente geben bei Wahl der auszuforstenden Stämme, unter sonstgleichen Umständen, den Ausschlag; Bedürfniß und später desto vortheilhaftcreBerwerthung begründen aber auch nach Umständen einstweiliges Stehenlassen;günstige Absatzgelcgenhcit grad- und glattschäftigen oder feiujährigen Holzesrechtfertigt dichteren Bestand bis zgir Vollendung des HohewuchseS. Umgekehrtmacht nicht selten dringendes Bedürfniß nöthig, im höchsten, nur immer nochmit Erhaltung des Schlusses einigermaßen vercinbarlichem Grade zu durch-forsten , um eben mebr Holz auszubeuten, die Reife des Bestands, denZeitpunkt seiner Vcrjüngbarkeit und scbließlichcr Hauptnutzung möglichst zubeschleunigen.
8- 30. Von den Ansästungen als Hülfsmittel der Durchforstung.
AuSästungcn und Zurückschneiden sind für denselben Zweck der Durchforstungdienlich, insofern ein Grad derselben, dort nämlich, wo technische Brauchbarkeitund höhere Berwerthbarkcit dadurch wesentlich gefördert wird, mehr noch undallgemein ausgedrückt, dort, wo Aeste für Wuchs und Schluß entbehrlich sindoder wo für Herstellung des geeigneten Grads ein ganzer Stamm z» viel istund Wegnahme von Aeste» hinreicht. Dafür, daß Annahme dieses Grundsatzesnicht in Gärtnerei oder Spielerei ausarte, sorgt die Praxis; seine Anwendungist bei kostendeckendem Hvlzwerthe praktisch in gedrängtem Nadelholz,'tangenholzzur zeitigen Wegnahme der trocken gewordenen Aeste, sodann bei Obcrständcru(z. B. übergeholte»«:» Eichen) u. s. f. ,M. s. übrigens 8- 33. Nr. 5). DieAusästuug, welche unmittelbar vor der Fällung zu deren minderen Schädlichkeitfür den ÜntcrwuchS statt hat, gehört iu's Kapitel von der Holzerndte (§. 40.)
8. 31. Bon Zweck, Ordnung und Richtung der Haupt- und Verjüngungs-schläge >m schlagwcise» Hochwalde.
Der Zweck geht aus 88- 10., 12. ünd 16. hervor und die Regeln derOrdnung aus der Grundidee der schlag weisen Hauptnutzung. In einem ge-trennten Lehrbuche dcö Waldbaues ist die Auseinandersetzung der Schlagordnunggerechtfertigt; da sie aber ihrem Wesen nach zur Bctricbsciurichtiing gehört undwir auch diese abhandeln, so verweisen wir auf 8. 72., heben übrigens hierdie bei Wahl und Anhieb des Schlags zu berücksichtigende Richtung der har-schenden und stärksten Winde lbei uns gewöhnlich die von Westen), znr Be-gegnung von Windstillen hervor, übrigens auf die Schluß,ätze von 8- 1-(Seite 16) und auf Nr. 1. des 8- 60. Bezug nehmend.