VI
Vorwort.
der Schriftsteller sich anzueignen, verschwindet bei den ersten und ein-fachsten praktischen Versuchen, und je dringender die Nothwendigkeitwird, mit Engländern sich ausführlich zu verständigen, desto lebhaftertritt die Ueberzeugung hervor, wie viel dazu gehöre, sich mündlichoder schriftlich angemessen und gewandt auszudrücken* **) ). Noch vielweniger wird sich jemand fernerhin überreden, daß ein Schüler nureinige Monate Unterrichts bedarf, um aller weitern Anleitung über-hoben zu sein.
Wenn nun unser Lehrbuch schon in den ersten zwei Auflagen sichjene umfassendere Aufgabe gestellt hatte, so mußte die Wahrnehmungdes bezeichneten Fortschrittes uns natürlich dahin bestimmen, in dergegenwärtigen Auflage die neuern Verhältnisse auf alle Weise zu be-achten und den Forderungen der Zeit zu entsprechen. Ze wenigerwir an der Methode zu ändern Anlaß fanden, nachdem diese sich alszweckmäßig bewährt hat, desto mehr Aufmerksamkeit mußte auf denFortgang der Sprache, auf die neuen Gestaltungen des Styles derbeliebteren Schriftsteller, auf die Wendungen der Beredsamkeit, aufdie Phraseologie der feinern Conversation, und vor allem auf dieindustriellen Ausdrücke verwendet werden, weil in allen diesen Hin-sichten das letzte Jahrzehnt sehr viel Neues und Bcmcrkcnswcrthcsentwickelt hat. Dabei war aber auch das andere Extrem, ein Haschennach allem Modernen, eine Billigung aller und jeder Ausschreibungaus der schönen Classicität, zu vermeiden, und war daher eine sorg-fältige Sichtung des Materials nothwendig.
Bei dieser mitunter sehr schwierigen Arbeit, in welcher dieneuern grammatischen Versuche der Engländer, oft von sehr extra-vaganten Ansichten befangen, nicht viel Unterstützung gewähren, unddie romantischen Schriftsteller noch eher das Urtheil irre leiten könnten,gereicht es uns zur Genugthuung, daß mehrere englische und deutscheGelehrte, und insbesondere praktische Lehrer, welche nach einer höhcrnAusbildung ihrer Schüler streben, unser Werk ihrer geneigten Be-achtung^^') gewürdigt, und durch manche interessante Mittheilung zudessen Vervollkommnung beigetragen haben, wofür wir gern unsernDank aussprechcn. Wenn eine strengere Prüfung des theoretischenTheils dahin geführt hat, so manche bisherige herkömmlich beibehalteneIrrung zu beseitigen, oder ungenaue Sprachgcsctzc auf ihr wahresVerhältniß zurückzuführen, so hat die des praktischen Theils einen
*) Man kann daher nur erstaunen, wenn man liest, was Laube(Moderne Charakteristiken B- 2) ausspricht:
-Wer englisch versteht, kann auch englisch schreiben, jede Subjectivitätist gestattet, was nicht grammatisch fehlerhaft ist, das ist auchcnglisch.«
**) Unter andern hat der fleißige Sprachforscher und LehrerHcrr Philippiin Frankfurt ci. M. die Güte gehabt, unserm Dr. Jost interessante Winke undAudeutungen zugehen zu lassen, welche wir zur Vervollkommnung des Werkesdankbar benutzt babc».