Buch 
Ausführliches theoretisch-praktisches Lehrbuch der Englischen Sprache : enthaltend eine wissenschaftlich geordnete Anleitung zur Aussprache und zur Aneignung der Sprachformen; die vollständige Entwickelung der Syntax, begleitet von zahlreichen Beispielen, so wie auch von zweckmässigen Uebungen für obere Klassen und überhaupt für reifere Schüler; ferner, als Anhang, ausser belehrenden Gesprächen, eine leicht fassliche Anleitung zur Kenntniss und Einübung des im Merkantilischen üblichen Styles, eine Auswahl guter, zweckmässig erläuterter Lesestücke, und endlich auch eine Uebersicht der ganzen englischen National-Literatur / von G.F. Burckhardt und Dr. J.M. Jost
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Aussprache,stellbar. Ma» kann sie an folgenden Wörtern nach dem Gehör durchgehen:

was, wall, aw , far, fat, lav, bear, weight, lien, her, bird, pin, thief, life,spire, hoy, sun, son, or, no, howl, world, few, rue, thou, wozu Nvch

dumpfe tonlose Eiidungslante kommen, wie ons, tion N. dergl.

9. Abwandelung der Laute.

Die Laute der englischen Sprache sind einer Abwandlung unterworfen,die der Schüler um so aufmerksamer beobachten muß, als er großtemheilsaus den Bücher» seinen Unterricht zieht, in der Schrift aber jene Abwandlungnicht immer bemerkbar gemacht werden kann.

Diese Verwandlung der Laute har entweder ihren Grund:

«) In der analogen Wortbildung der Ursprachen, z. B- five fifth,

leave lest, run ran, subscribe subscription, wo dailN die CvNsv-

nanten-Verwaiidlunq nach Gesetzen der Organ-Verwandtschaft geschieht, z. B.h in i>, v j f, d in t, und umgekehrt; oder auch in Wörtern romanischenUrsprungs mittelst einer Assimilation bewirkt wird, wie äst!» aus ad und fix,immoral aus in und moral, illiberal aus in und liberal.

bj In der analogen englischen Wortbildung, welche in manchen Stückeneiner sich regelmäßig gleichbleibenden Neigung folgt, z. B. bei Verkürzung derVokale in Wörter», die auf th zu abstracten Substantiven gebildet werden,broad breadth, slow sloth dcrgl., oder in Verlängerung der ausromanischen Sprachen übergekommenen Vokale, besonders im Zeitworte, z. B.adscribe (ei), oder in Vokalisirung der Gaumenlaute: fiee, slight, see, sight,delight U. s. w.

c) In der theils herkönimlichen, theils analogen Tonsetzung in viclsyl-bigen Wörtern, indem durch Verschiebung des Worttoncs die Vokalisation sichändert, z. B. evangelist (ihwäu) und evangelical (cwwan); oft auch imTone selbst, wenn er zufällig so sich stellt, daß seine analogische Wirkung einenVokal schärfen muß, z. B- die Wörter auf ity haben einen vorangehende»scharfen kurzen Vokal, wie dexterity, tenacity, daher acciive (ei)

acclivity (iw).

d) Endlich im Gefühle der Engländer, welche viele in der germanischensowohl als romanischen Sprache verträgliche Laute unverträglich finden, dahersie entweder, ihren eigenen Organen folgend, den Laut ändern, oder, wenndieß nicht leicht angeht, den hinderlichen Laut ausstoßen. So z. B. verträgtdas englische Organ nicht das aus der romanischen Sprache kommende tiund ei, wenn es vor darauf folgenden Vokalen zischt, sondern es sieht sichgenöthigt, es stärker zu aspirircn, und sch tönen zu lassen; so in allen En-dungen cial, ei an, ceous, tion, tian ». s. w. Dasselbe widerfährt der End-sylbe tore, weil »re einen i-Laut vor sich hat. Dabei dämpfen sich die Vokale.In Assimilationen folgt der Engländer eben so seinem eigenen Gehör, indemer aggerate nicht agäge, sondern adgercbt spricht. Unverträglich ist fernerseinem Ohr ein g vor », k vor » tut Anfange des Wortes im Deutschen,und so ein p vor s, oder p>> vor th, p vor n, s , t im Anfange, g vor m ineiner Sylbe in griechischen Wörtern: statt gnat spricht er näl, know, nvh;psalm, sain, phthisis, khissisi pneuinaücks, itjumättifg; apophthem, stposhenpIn einer und derselben Sylbe verschwindet ihm das b vor t, wie in doubl,und nach rn, wie in lamb, lämni; das p zwischen m mtb t, wie in empty,cmti; das t zwischen dem liquiden s und >, wie castle, fasst; und sehr oftdas 1, besonders zwischen a und dem liquiden f und m, f 0 por k, wie in half,hahf, aims, a'ms, talk, tahk; das » vor r im Anfange der Wörter, wry,rei, u. a. Das g und gh verträgt sich oft nicht mit dem Laut ei, eh oderah vorher, und wird entweder verschwiegen oder in einen ander» Laut ver-wandelt, so sign, though, sigh, laugh (la's)'

Es ist hierbei zu bemerken, daß, wen» die Ursache der abgeänderten Lameaufhört, gemeinhin auch die Aenderung verschwindet, z. B. apostle, apostolick;subtle, subtile; doch pflegt sie in germanischen Wörter» zu bleiben.