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Chronologischer Abriss der Weltgeschichte : zunächst für den Jugend-Unterricht / Fr. Kohlrausch
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N. Eh. Geb.

Mittlere Geschichte. Völker- und Staaten-Geschichte.

11S0.

1190.

1197.

1204.

1215 .

nisch, mit schwachemLehnsnerus. Heinrich der Löwe geächtet1180; Sachsen getheilt, Baicrn an Otto von Wittelsbach.Friedrich vcrheirathet seinen Sohn Heinrich mit Constanzia,Erbin von Sicilien 1186. Nimmt Theil am dritten Kreuz-zuge und stirbt bei Sclcucia 1190.

Waldemar 1 - von Dänemark , ein Verbündeter Heinrichsdes Löwen, züchtigt die seerauberischcn Wenden, erobertin Pommern , (Rügen , Arkvna, 1168,) Mecklenburg undHolstein, zerstört die sgroße Handelsstadt Julin 1177;wird König der Wenden. Handel von Schleswig undWisby . Handelsniederlagen zu Hamburg und Bremen .

1187 erobert Selaheddin (Saladin), Sultan von Ae-gypten, Jerusalem . Darauf:

1190. Dritter Kreuzzug unter Friedrich I. , Philipp August von Frankreich , Richard Löwenherz vonEng-land. Ptolemais erobert. Stiftung des deutschen Ordensdurch bremische und lübeck. Kaufleute, die aus ihren SegelnZelte für die Kranken machen. Uneinigkeit der Kreuzfahrer.Richard Löwenhcrz muß im Angesichte Jerusalems wiederumkehren, wird auf der Rückfahrt nach Aquilesa verschla-gen und von Leopold von Oestreich gefangen. Kauft sich los.Lange Kriege zwischen Frankreich und England.Heinrich VI. , Friedr. 1. Sohn, versöhnt mit Heinr.d.Löwen.Erwirbt Sicilien und stirbt voll großer Entwürfe.

OttolV., Heinrichs d. Löwen Sohn. Gegenkaiser Philipp von Schwaben , Vormund des unmündigen Friedr. II.,Heinrichs VI. Sohn. Philipp ermordet von Otto von Wit­ telsbach 1208.

Papst Jnnocenz IH., 11981216, erwirbt die päpstli-chen Rechte vollkommen wieder. Kein Bischof ohne Bestä-tigung des Papstes; Kaiserwahl.vom Papst abhängig,Papstwahl unabhängig.

Die Kreuzfahrer erobern 1204 Konstantinopel und stiftenein lateinisches Kaiserthum, (bis 1261), Bal-duin von Flandr. Kaiser. Zwei griechische Nebenreichezu Nicäa und Trapezunt.

Großes mongolisches Reich, gestiftet durch Dscheu-giskhan, (12011227) und erweitert durch seineSöhne,von China bis Polen . Sieg der Mongolen bei Liegnitz (Wahlstadt) 1241; Schlesien, Mahren und Ungarn ver-heert. Theilung und Schwächung des Reichs 1253.Herrschen auch in China , und erbauen Pecking um 1260.Friedrich II - wird in Aachen gekrönt. Streit mit den Päpsten.GregorIX. u. Jnnoc. IV. u. Bann. 7ter Kreuzzug, 1228;Friedr. König von Jerusalem. Neuer Bann. Gcgenkönige inDeutschland und viele Unruhen in Italien , st. 1250.Konrad IV. sein Sohn, 1250 54. Gegenkönig Wilh. v.Holland , 1248 56.

1228 1283. Der deutsche Orden erobert Preußen.Thorn, Kulm; dann Königsberg gegründet 1255.

(1232 Kanonen in Hovang).

Kultur-Geschichte.

Die Folgen der Kreuzzüge werden immer sichtbarer.Der Geist wird mächtig angeregt in Kunst und Wissen-schaft; Griechenland u. Asien geben eine Menge neuerIdeen. Dazu der ausgebreitete Verkehr und Handelnach dem Morgenlande, den besonders Italien an sichzieht. Venedig handelt mit 200 Segeln. Reich-thum weckt das Streben nach Genuß und Anmuth derLebens, und dieses die Künste.

Die Christen im Morgenlande dagegen machen ihrerReligion im Ganzen wenig Ehre; Habsucht, Neid,Rankesucht, Grausamkeit und ein ausschweifendes Lebenentstellen häufig den christl. Namen. Ihre Herrschaftkann daher auch keine Dauer gewinnen. Saladin da-gegen zeigt sich als ein milder, menschenfreundlicherund großgesinnter Mann.

Waterrecht, dat de Kooplüde und be Schippers ge-maket hebben to Wisby.

Paris , Straßenpflaster 1184, und Stadtmauern1211. Bürgerstand in Frankreich im Steigen.

Arabische Zahlzeichen.

Englischer Weinhandel mit Bordeaux .

Seit die Bürgerschaften der Städte das Beispiel ge-geben, bilden sich allenthalben die einzelnen Theile derbürgerlichen Gesellschaft z» geschlossenen Ganzen; dieHandwerker, die Ritter, sogar die Gelehrten, wovondie ttniversitus stuciioimm zu Paris 1206 das ersteMuster. Auch die Klostergeistlichkeit hat sich nachund nach zu selbstständigen Kongregationen gebildet, derAufsicht der Bischöfe entzogen und unmittelbar an denPapst angeschlossen, so daß nun die Weltgeistlichkeitmit den Bischöfen und Erzbischöfen auf der einen, unddie Klostergeistlichkeit auf der andern Seite, zwei selbst»ständige Hälften der kirchlichen Welt ausmachen, durchden Papst zu einem Ganzen vereinigt.

Neue Mönchsorden entstehen:

Dominikaner - Orden durch Dominikus , denSpanier, 1216.

Franziskaner durch Franz von Assisi , Jtal. 1223.

Inquisition , bei Gelegenheit der Maldens. Ketzer»Nachsuchungen in S. Frankreich , auf der Kirchenvers.zu Toulouse 122S beschlössen; von Gregor IX , 1232in die Hände der Dominikaner gegeben.

Die Albingenser und Waldenser, (letztere von PeterWaldus, Kaufmann in Lyon , c. 1160, benannt), wa-ren relig- Secten in S- Frankreich und Piemont, di«das Ansehen des Papstes laugneten u- s. w>

Die Vehmgerichte in Westphalen bilden sich aus.

Unter den Hohenstausen bildet sich der schwäb. Dia»lekt besondersaus. Minnesänger in Deutschland ,Troubadours in Frankreich , Minstrels in Eng-land. Der edle Geist des Ritterthums belebt die Dicht-kunst, und Dichter bilden die Sprachen der Völker.Die Geschichte der Dichtkunst in dieser Zeit ist eineder wichtigsten und werth der angestrengtesten For.schung. Riebelungenlied. Saadi , persischerLehrdichter, 11S3 1SS4.