Band 
Dritter Band.
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werden / bis uns in Deutschland der Sommer einholt.Es ist schön, das zu erlebenz aber unser Winter, mitSchlitten und Schlittschuhen, hat auch seinen eigen-thümlichen Reiz, und unser Wechsel der Jahreszeitenist viel größer und gewaltiger, so daß ich auch hierinnicht tauschen möchte: wie man denn überhaupt dortam besten und liebsten ist, wo man zu Hause gehört-Dennoch habe ich es fast an keinem Orte so bedauert,daß Du nicht zugegen bist, als in dieser wahrhaft groß-städtischen, königlichen, vom Himmel und Erde begün-stigten Stadt, deren wundervoller Inhalt und Umge-bung dich gewiß höchlich verwundern und mich doppelterfreuen würde: so bleibt mir nur das Vergnügen,Dir davon schreiben und einst noch mehr mündlich er-zählen zu können.

Das Auffallendste ist hier immer der Vesuv , derschon seit mehren Jahrtausenden (so viel man nurweiß) brennt und raucht, und fast überall aus derStadt, wenigstens vom Ufer aus, gesehen wird. Beiunserer Einfahrt war er umwölkt: am Abend aber, alswir aus dein Schauspiel auf den freien Platz am neuenKastell traten, sahen wir den glühenden Widerscheinhock in den Wolken, wie eine große Feuersbrunft. Dererste Eindruck ist wunderbar, den der wirkliche Anblickdieses ewigen Feuers macht; aber auch durch die täg-liche Gewohnheit stumpft er sich nicht ab- Am Tagssieht man freilich nur Rauch aufsteigen, he; Nacht sind