Hier sieht man die Golhoni'schen Karskterstücketrefflich dargestellt. Wir sahen zuerst die Bearbeitungeines Deutschen Schauspiels/ der Fähnrich, von Schrö-der/ in der Inländischen Art/ an welche auch der vor-nehmste Schauspieler Demarini vollkommen imSpiel erinnerte. Er ist der beste, der uns noch in dieserArt in Italien vorgekommen/ und hat auch mit Jffland,wenigstens schriftlich/ Verbindung gehabs.
In der nächsten Reihe stehen Teatro Feniceund Carlino. Jenes war das erste/ das wir hierbesuchte»/ und darin den alten bekannten Wasserträ-ger wieder recht gern hörten. Es ist, wie alle übrigen, engund elend eingerichtet; so wie fast alle Schauspielhäu-ser in Italien , (ausgenommen S. Carlo, und la Seal«in Mailand, ) ohne Ansicht und äußere Architektur,meist in Winkeln stechen, ähnlich dem BreSlauer. Auch«ine schlechte Umarbeitung des Don Juan, nochschlechter neu komvonirt, sah ich hier. Der Pulci-nell» in Reapelscher Mundart, der in den meistenStücken vorkömmt, und nur sehr schwer zu verstehenist, ergötzt noch am meisten, obgleich er hier oft sehrunflätig auftritt, und auch häufig auf die Abstammungseines Namens angespielt wird. *) Besser in seiner Art
*) Nämlich von xorco, xoremio die verdoppelte und vergrö-ßernde Verkleinerung irorcineiio. In Niederdeutschen istPolk, ein junges Schwein, offenbar von xorinis - die Mund-mr von Neapel macht dagegen zwar gewöhnlich mngekehrr