Band 
Dritter Band.
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höchst merkwürdige, meist tragische Liebesgeschichten,die ich ausgezogen, und eine vorzügliche, von derHerzoginn von Amalfi und dem schönen Lauten-spieler Antonio von Bologna, ganz abgeschrie-ben habe und gelegentlich mittheilen werde. Sie sindnovellenartig, doch nicht zu umständlich, und gut er-zählt. Über den Verfasser konnte ich nur mündlich vondem königl. Bibliothekar Gin stiniani erfahren, daß ersich Silvio Corona und sein Buch le corna diNapoli genannt habe, welches man in mehren Bi-bliotheken unvollständig finde. Ich habe es sonst nichtangetroffen, die Handschrift in der Brancacciana schienvollständig, obwohl neuere Abschrift, und verdientewohl einen Aberuck. Eine gedruckte Lateinische No-vellen-Sammlung des Neapelers HieronymuSMorlinuS, Neapel , tZ20, welche, nach Giustinia-ni'S ausführlicher Anzeige in seiner Büchdruckerge-schichte Neapels , achtzig Novellen, zwanzig Fabelnund eine Komödie enthält und auch sehr merkwürdigscheint, habe ich nirgend auffinden können.

In der Hnuptbiblivthek waren mir unter denHandschriften nur folgende bemerkenswerth: dieReimeaus Dantes vita nuova, ziemlich gleichzeitig aufPergament, und ein prächtiger Pergamentkodex seinergöttlichen Komödie von litt, mit kleinen Gemäl-den. Eine alte Italiänische Pabst- und Kaiserchronik,von Christus und AugustuS bis auf Bsnifaz 8 und

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