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siegreich die Alte anschauet. Allbekannt ist, wie die-ses Steinbild die Inbrunst eines Spaniers entzün-dete, und hier sich wiederholte, was Plinius von derVenus des Praxiteles im Tempel zu Guidos erzählt.Sie ist deßhalb zum Theil mit einem schweren Bron-zekleide bedeckt; wie auch, ohne Noth, jener nacktenBildsäule der Wahrheit Bernini 'g geschehen: dennocherscheinen die Formen so lebendig-und blühend, dieLage und Stellung so reizend und üppig, daß mandie Sage von Pygmalion begreift. ES stehen auchgewöhnlich Beschauer und am längsten davor; undeiner, der sie den andern auslegte, nannte sie nebstder Alten mit Recht Lnssuria und Pentimento(die Lust und die Reue.) Zwar sollen sie, laut Va-sari, die G erech tig keit und Wahrheit vorstel-len: aber Liese schöne Gerechtigkeit kaun nicht uner-bittlich sein, und tragt nur die Ruthen und dasBeil, wie Omphals die Keule und Löwenhaut; unddiese verschrumxste Alte, welche , neidisch, und in ihrselber der Jungen eine» Spiegel vorhält, ist einetraurige Wahrheit. Weit schöner ist ein ähnlicherGegensatz, die Eitelkeit und Bescheidenheit, ausge-drückt, in einem Gemälde Lenards'S, von demGuglielmo auch lernte. Was sie nnn. sei, diesesschone Weib bedarf keiner weiteren Allegorie,' .nochweniger, als jene überreifen Weiber auf den Särgen derMedici, Man sagt, sie sei Clelia Farnese , die natür-