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Malerische Reise durch einen grossen Theil der Schweiz vor und nach der Revolution / [Hrsg. Reichard]
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408
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v Die Gemse hat das richtigste Augenmaaß. Sie berech-net genau, ohne sich je zu irren, ob sie sich in einer sol-chen Entfernung von dem Jäger befindet, da sie noch ge-troffen werden kann, «der nicht. Sie weicht daher nie,malS früher, als bis sich ihr der Jäger so weit nähert,haß seine Büchse, die unglaublich weit schießt, i« treffenvermag. Dann aber eilt sie schnell, über Felsen und Klüf,tr, davon. Der Jäger fvlgt der Gemse langsam und vonferne, und geht dabey immer gegen den Wind, damit dasThier weder seine Tritte hören, noch seine Ausdünstungenriechen möge.

Zu den Gefahren der Gemsen-Jagd, deren wir bishererwähnt haben, gesellt sich noch eine andere, welche dieerwähnten beinahe noch übertrifft; nämlich der Krieg, dendie Gemsen - Jäger verschiedener Gegenden untereinanderselbst führen, und in welchem mancher umkommt. EinigeBeispiele werden dieß erläutern. Ein erfahrner SavoyischexGemsen - Jäger hatte eine Gemse tödtlich getroffen, dieaber weglief. Er verfolgte dieselbe. Zwey Walliftr-Jäger,die sich auf einem anderen Berge, jenseits einer tiefenKluft, befanden, schössen herüber, und erlegten vollendsdie Gemse.' Der Savoyard, welcher zuerst geschossen hatte,