Kammholz
22 Kampherholz
drnheit, theils glatt, theils geköpert, gemustert rc.verfertigt und von denen viele an die Stelle derfrüher gebräuchlichen ähnlichen baumwollenen Zeugegetreten sind. Sie zerfallen wie das Kammgarnselbst, in Zeuge von hartem und von weichem Kamm-garn und von beiden giebt es wieder Mischungenmit Streichgarn, mit Seide, mit Baumwolle rc.Zu den reinen harten Kammgarnzeugen gehört na-mentlich das Beuteltuch, der Kamlot, Lasting, derganz wollene Damast rc.; zu den gemischten mitStreichgarn manche Flanellsorten, mit Seide diefeinen Westenstofse, die Kamelottine, mit Baumwolleder Wollenmusselin, Orleans u. v. a.; zu den un-gemischten Zeugen von weicherem Kammgarn derMerino, Thibet rc., zu den gemischten verschiedenefeine Flanelle, Westenzeuge, gemusterte Thibets,Barrege, Alepine und viele andere unter verschiede-nen Benennungen, von denen die meisten täglich neuentstehen, aber auch wenn sie aus der Mode gekom-men sind, wieder vergessen werden.
Kammholz, s. Rothholz.
Kampher, Camphora, ist eine eigenthümliche, 1den Uebergang zwischen den ätherischen Oelen und «den Harzen bildende Substanz, die aus den Wurzeln, «Zweigen und Blättern des Kampherlorbeer-!bäum es, Laurus Camphora ober Camphora offi- !cinalis, gewonnen wird. Dieser wächst in China,'Japan, Hinterindien, auf Sumatra, Borneo rc.; es .ist ein Baum, der in der Größe und dem Wüchsejunserer Linde gleicht, mit immergrünen, ovalen, lang !zugespitzten, oben glänzenden Blättern, von dem alle iTheile einen Kamphergernch haben. Der Kampher!wird daraus gewonnen, indem man das zerkleinerte'Holz der Wurzeln, des Stammes und der Aeste,«sowie auch die Blätter bei gelinder Wärme destillirt.Man benennt den Kampher gewöhnlich nach demOrte der Abstammung. Er besteht aus grauen oderweißlichen Körnchen, welche wie unreines Salz aus-sehen, und kommt in diesem Zustande unter demNamen Rohkampher, Camphora cmda odernativa, durch die Engländer und durch dieHolländer nach Europa. Hier wird er durchSublimation und unter Zusatz von Kali ge-reinigt und in runde, in der Mitte etwas ausge-höhlte und durchbohrte Scheiben oder Brode vonIV 2 —3 Pfd. an Gewicht geformt, die früher instarkes dunkelblaues Papier gepackt waren, für wel-ches 2«/o Tara berechnet wurde; jetzt sind sie abernur in dünnes, hellblaues Papier geschlagen, wofürkeine Tara vergütet wird. Es ist eine weiße, durch-scheinende, weiche und etwas zäbe Masse mit kry-stallinischem Gefüge, von eigenthümlichem starken,durchdringenden Geruch und bitterlich erwärmendemGeschmack. Er verflüchtigt sich schon bei gewöhn-licher Temperatur, weshalb man ihn in sorgfältigverschlossenen Gefäßen und an einem kühlen Orteaufbewahren muß. Bei 114» R. schmilzt er zu einerklaren, ölartigen Flüssigkeit und bei 164» R. siedet er;in ätherischen und fetten Oelen, in Weingeist, Essig-säure und Aether löst er sich leicht, in Wasser jedochfast gar nicht auf. Er wird vielfach, sowohl innerlichals äußerlich, in der Medizin gebraucht, außerdem inder Kunstfeuerwerkerei, da er auf dem Wasser brennt,.zur Vertreibung von Insekten, zur Bereitung vonCopalfirnissen rc. Aus dem Stamme der Kampher-bäume dringt der Kampher zuweilen in Gestalt klei-ner Klümpchen von selbst hervor, welcher gediege-ner Kampher, Camphora di Baros oderBariga genannt wird und von mittler Qualität
ist. Auf Sumatra sammelt man eine Art, die in demHolze und der Rinde von Oiptcrocarpns Dryoba-lanops enthalten ist und zuweilen unter den NamenTruppenkampher oder Kampher in Tuppsnach Europa kommt, aber meist nach China geht, woer sehr theuer bezahlt wird. In alten Kampherbäu-; wen erzeugt sich der Kampher zuweilen in flüssigerGestalt, welcher Kampheröl genannt wird.j Manche Bäume geben Kampfer und Oel; von erste-' rem 11—22 Pfd. je nach der Größe und dem Alter> der Bäume. Das in Apotheken geführte Kam-pher ö l, Oleum camphoratum, aber ist eine Auf-! lösung von Kampher in Olivenöl, die zu Einrei-! Lungen gebraucht wird. ES muß fett und von Kam-
1 phergeruch sein. Außer diesem wird auch Kampher-
Kampherliniment, K amph erspiri-Itus, Kampherseifen, Kampherwein undK a m P h e r m i l ch in der Medizin angewendet. DerBorneokampher oder Borneol von Dryobalanopscamphora, kann auch künstlich aus dem Kampheröldargestellt werden. — Kampherartige Substanzensind auch in mehreren anderen Pflanzen enthalten,aus denen sie durch Destillation gewonnen werdenkönnen, z. B. in der Haselwurzel, dem Alant, derAnemone, dem Taback, den Canthariden rc. Ä ünst-licher Kampher, von den Chemikern salzsau-res Da dyl genannt, wird durch Einwirkung gas-förmiger Salzsäure auf Terpentin erzeugt. Er bildeteine körnige oder nadelförmig krystallisirte Masse,welche fast ebenso zähe und fett anzufühlen ist, wieder ächte Kampher, auch etwas kampherähnlich, hin-tennach aber nach Terpentin riecht und schmeckt undwomit der Kampher zuweilen verfälscht wird. Erist jedoch leicht von diesem zu unterscheiden, da ernicht vollständig verfliegt und mit Salpetersäure inder Wärme behandelt, Chlorgas entwickelt. — Löstman den Kampher in Alkohol auf und setzt Ammo-ninmflüssigkeit dazu, so entsteht beim ächten einNiederschlag, der durch Schütteln leicht wieder ver-geht, beim unächten aber ein Niederschlag, der flockicht; und unlöslich ist. Je dicker der Niederschlag wird,j um so mehr ist der Kampher verfälscht. — DurchEinwirkung von Salpetersäure entsteht die Kam-phersäure, Acidum camphoricum, feine, farblose,durchsichtige Krystalle, von saurem und bittrem Ge-schmack, woraus verschiedene chemische Produkte her-vorgehen und die sich leicht in Alkohol, Aether und«Oelen löst; durch Alkali die Kampholsäure,gleichfalls krystallishbar und durch Schwefelsäuredas K a m p h r 0 n. Ein anderes Produkt des Kam-phers ist das P h 0 r 0 n, ein Oel, welches mit Schwe-felsäure eine blutrothe Lösung gibt. Mit Phosphor-säure destillirt, gibt der Kampher ein K am p ho gen,ein farbloser, flüssiger Kohlenwasserstoff von 0,«,spec. Gewicht, welcher mit Schwefelsäure behandelt,Kamphogenschwefelsäure, kleine, zerfließlicheKrystalle bildet. Kampherdämpfe über Aetzkali ge-leitet, bilden die K a m p h 0 l s ä u r e, weiße Krystalleund Kamphron, nebst anderen für die Chemie wich-tigen Produkten und Verbindungen.
Kampheressig, Acetum camphoratum, be-steht aus einer Lösung von 1 Theil Kampher in
2 Theilen Alkohol, zu welchem 300 Theile vom bestenEssig zugesetzt werden. Er wird äußerlich und inner-lich als Heilmittel angewendet.
Kampherholz von dem Kampherlorbeer-baume, ist röthlichbraun und streifig von Farbeund riecht nach Kampher.^Da es nicht von Wür-