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Zweiter Band.
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Karreldoek

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Kasan

aus der Haud frißt, und vermehrt sich f^hr stark.Der Karpfen wird gewöhnlich mit dem 5. 3ahre g -geffen, fetten später; wenn er zu alt wird. M*. 1Fleisch weniger schmackhaft. Er kann jedoch uv200 Jahre alt werden und es wächst chm dann iMoos auf dem Rücken und Kopfe. Gewöhnlich fiter 3—6 Pfd. schwer; der größte, den man gefundenhat, ist 23/4 Elle lang und 1 Elle breit gewesen undhat 70 Pfd. gewogen. Der Transport in Mengegeschieht in großen Wasfertonnen mit weiter Spund-öffnung, welche unterwegs von Zeit zu Zeit geöffnetwerden muß; im Winter aber kann man ihn inSchnee gepackt und mit einen in Wein oder Brannt-wein getauchten Stückchen Brod im Maule vieleMeilen weit versenden. Die Karpfengalle unddie Karpfensteine (die dicken Zähne , welche derKarpfen am Schlunde hat) wurden sonst in der Me-dizin gebraucht: jetzt benutzt man die erstere zuwei-len als Malerfarbe und die Schwimmblase zur Ver-fertigung geringer Hausenblafe. _

Karreldoek, Klaverdoek, Karltuch, auchKarret op Karret heißt die zweite Sorte derholländischen Segelleinwand, die aus dem besten

Hanfgarn verfertigt und von der viel ausgeführtwird.

Karten, Spielkarten, werden von dreifachzusammengeklebtem Papier oder auch von solchem,das sogleich in der nöthigen Dicke aus der Fabrikkommt, von Kartenmachern oder in größeren Kar-tenfabriken verfertigt. Man unterscheidet bekannt-lich deutsche und französische Karten; vonletzteren nennt man die vollständigen, aus 52 Blät-tern in jedem Spiel bestehenden'. Whistkarten.wenn die Zweien bis Sechsen darin fehlen und dasSpiel nur aus 32 Blättern besteht,Piketkarten.und wenn die Achten, Neunen und Zehnen heraus-genommen sind, daher jedes Spiel 40 Blätter ent-halt, Lhombrekarten; eine besondere Art sinddie aus 78 größeren Blättern bestehenden Tarok-karten. Von deutschen sowohl als von franzö-sischen werden in manchen Fabriken auch kleinere,sogenannte Kind er karten verfertigt; übrigensgibt es gewöhnlich von beiden Arten mehrere Dua-litäten nach der Feinheit.des Papieres, der Zeichnungund Malerei. Fast in allen Ländern unterliegen dieKarten einer besonderen Stempelabgabe, welche biszu 1 Thlr. für das -Lpiel beträgt; es ist dann strengverboten, mit ungestempelten Karlen zu spielen odersie zu verkaufen und die Fabrikanten dürfen der-gleichen nur ins Ausland verkaufen, worüber einegenaue Controlle geführt wird. Es gibt jetzt fastin allen großen Städten Spielkartenfabrikeu, z. B.in München, Berlin. Wien, Hamburg, Leipzig re.;

von besonderer Schönheit werden sie in Paris ver-fertigt.

■»uhi.

Kartemnalerpinsel, s. Pinsel.

Karthäuserpulver, s. Spießglanzschwefel,

braunrother.

Kartoffelgräupchen, Kartoffelgries, Kar-tofselgrütze sind rundliche oder unregelmäßiggeformte Körner, welche verfertigt werden, indemman rohe oder gekochte Kartoffeln zerquetscht, scharftrocknet, dann auf einer Gries- oder Grützmühlemahlt und siebt, um gleich große Körner zu er-halten. Man verfertigt sie zuweilen in den Grau-Penfabriken. häufiger aber die aus Kartosielmehlund Eiweis bestehenden Produkte dieser Art, die wirunter Äartoffelsago aufführen.

Kartoffelmehl ist das in den Kartoffeln enthal-

tene Stärkmehl, welches durch Einweichen zerriebe-ner roher Kartoffeln in Wasser und wiederholtesErneuern des letzteren, unter Entfernung der oben-auf schwimmenden Fasern gewonnen wird. Derzuletzt zurückbleibende reine Bodensatz ist nach demTrocknen Kartoffelstärke und wird durch Zer-drücken und Sieben in Mehl verwandelt. Es hatdieselben chemischen Eigenschaften, wie das aus Ge-treide gewonnene Stärkmehl. Auch aus erfrorenenund verfaulten Kartoffeln erhält man gutes Mehl,wenn man sie 1 Jahr lang in eine mit Stroh aus-gelegte und mit Erde bedeckte trockne Erdgrube legt,nach welcher Zeit der Gärungsprozeß beendigt ist.Man verfertigt an vielen Orten Kartosielmehl imGroßen, namentlich in Halle, Erfurt, Nürnberg rc.

Kartoffeln, Erdäpfel oder Erdbirnen,die bekannten, zur Speise und zum Branntwein-brennen dienenden Wurzelknollen, einer zum Nacht-schattengeschlecht gehörenden einjährigen Pflanze,Solanum tuberosum , sind in der Regel kein Gegen-stand des größeren Handels, da sie nicht über 1 Jahrbrauchbar bleiben und auch durch die Transport-kosten zu sehr vertheuert werden würden. Nur inMangeljahren werden sie besonders zu Schiffe inetwas bedeutende Entfernungen versendet, sonst be-schränkt sich der Handel auf den Absatz in der Näheund auf den Wochenmärkten. Indessen werden siezuweilen in kleinen Quantitäten aus Europa nachSüdamerika gesendet, wozu sie aber sehr sorgfältigverpackt werden müssen, da sie sonst den Seetrans-port nicht vertragen. Sie enthalten 70°/,, Wasser,Amylum, Zucker, Gummi, Pektin, Eiweis undStickstoff. Im unreifen Zustande ist in ihnen nochdas giftigeAlkaloid Solanin enthalten, ein weißes,perlenmutterglänzendes Pulver. Außer den obenangeführten Präparaten dienen die Kartoffeln nochzur Bereitung von Branntwein, Spiritus, Bier,Essig, Zucker, Käse, Butter rc.

Kartoffelsago sind kleine runde Körner von derGröße des Sagos, die aus Kartoffelmehl und Eiweisbestehen, und die man entweder weiß läßt oder durchSafran gelb, oder durch gebrannten Zucker bräun-lich, wie' den ächten Sago, färbt. Sie ersetzen denletzteren fast ganz, indem sie eben so nahrhaft undeben so anzuwenden sind, wie dieser, aber viel we-niger kosten. Wenn man die Masse zu kleinerenKörnern formt, nennt mau sie Kartoffelgräup-chen oder Eicrgräupchen, und Kartoffel-gries.

Kartoffelzucker, s. S t ä r k e z u ck e r.

Kasan, Hauptstadt des gleichnamigen russischenGouvernements, an der Kasanka und unweit desEinflusses derselben in die Wolga, mit 59,000 Einw.,theilt sich in den mit einer Mauer und Thürmenumgebenen Kreml und in die eigentliche oder innereStadt, welche mit jenem durch eine Brücke verbun-den ist. Sie hat eine Universität mit Bibliothek, einenbotanischen Garten, eine Sternwarte und prächtigeKirche, ein Gymnasium, tartarische Schule, vieleKirchen, Klöster, Moscheen rc. Sie besitzt bedeu-tende Fabriken von Tuch und anderen Wollenwaa-ren und Baumwollenzeugen, Spinnereien, großeGerbereien und Saffianfabriken, Seifensiedereien,Wachs- und Stearinkerzenfabriken, Brauereien undBrennereien, Ankerschmieden, in der Nähe eine be-deutende Pulverfabrik und Schiffswerfte, welcheSchiffe für die Wolga, Kama und das kaspischeMeer bauen. Der Handel mit den Landesproduk-ten und Fabrikaten ist sehr wichtig, sowohl nach den