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Zweiter Band.
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Äalseltrgclb 31 Kattun

ausgehenden Eisenbahnen hat jedoch der Handel undVerkehr gegen früher gewonnen. Die seit mehrerenJahren fallite sog. „kürhefsische Leih- u. Com-merz-Bank", war eine auf Actien gegründeteAnstalt, aber niemals Staatsanstalt und eigentlichnichts weiter als ein Leihhaus, das auch Depositenannahm und ein Papiergeld unter dem NamenKassenscheine ausgegeben hatte.

Rechnung, Münzen, Maßeund Gewichte,s. Hessen, Kurfürstenthum.

Kasselergelb, Miueralgelb oder TurnersGelb ist eine gelbe Miueralsarbe, die früher häufiggebraucht wurde, jetzt aber, seitdem das viel schönereEhromgelb verfertigt wird, nur noch selten Anwen-dung findet. Es besteht aus Mennige und Salmiak,die zusammen geschmolzen werden und gemahlen oderauch in Stücken in den Handel kommen. Man ver-fertigte es zuerst in Kassel, dann aber auch in ande-ren Farbenfabriken.

Kasselergrün, s. Zinn ober, grün er.

Kassinets sind geköperte Zeuge von starker baum-wollener Kette mit Streichgarnschuß, dicht geschlagen,einfarbig, melirt, einfach gestreift und earrirt, gewalktund geschoren, die besonders zu Sommerröckeu fürMänner gebraucht werden. Auch hat man gemusterteund elastisch appretirte Kassinets mir baumwollenerZwirnkette, ebenfalls zu Sommerröcken für Män-ner , an Stelle der ganz wollenen Bukskius. 'Diestammen aus England und wurden in Deutschlandfrüher nur in Crimmitzschau verfertigt, jetzt auch anvielen anderen Orten. Die englischen sind sehr brllrg,auch geringer als die deutschen.

Kassvnude.s. Zucker.

Mubenasche. s. Potasche.

Maronen. _ .

Katechu, Cachou oder japanische Erde.ierra Catechu ober iapouica, ist der einge-dlckte. wässerige Eptract aus mehreren in Ostindienwach,enden Pflanzen, namentlich aus den FrüchtenUnd dem Holze der Miinosa Catechu, der Nauclea^ambir, der Arekanuß rc.; doch sind die Angabendarüber noch ziemlich unsicher. Es hat einen bittern,zusammenziehenden Geschmack und enthält eineeigene Säure, Katechugerbsäure, Acidummimotannicum tanningicum, welche schwach gelblichgefärbt ist und sich wie die Eichengerbsäure verhält,weshalb es hauptsächlich zur Schnellqerberei. in derFärberei und Kattundruckerei benutzt wird, • sowieauo^ in der Medizin unter Zahntinkturen und Zahn-pulver, gegen Mnndgeschwüre u. dgl. Außer derKatechugerbsäure ist noch eine andere Säure, dieKatechusänre, Aoldmncatectmticumin ihm ent-halten ; sie wird erhalten aus dem Rückstände, auswelchem die Katechugerbsäure sich abgeschieden hatund bildet eine weiße, nicht krystallinische, glänzendeMasse, die geruch - und geschmacklos ist, feucht sichsehr leicht zersetzt. Die wäßrige Lösung wird an derLuft roth, dann braun. Mit Basen bilden beideSäuren Salze, die nach jener benannt werden. Ausder letzten Säure bildet sich noch eine andere, dieJaponsäure, ein schwarzes Pulver. In Asienbraucht man das Katechu mit Betel und derArekannuß als Kaumittel. In heißem Wasserund Weingeist muh es sich völlig auflösen. Eskommen davon zwei Sorten im Handel vor:1) Gelbes aus Bengalen, auch Gambier, Gam-bia, Cuttagamba, Gittacambia genannt, istaußen dunkelbraun, innen schmutzig gelbbraun, ge-ruchlos und von bitterem zusammenziehendem Ge-

schmack. _ Es kommt in fast würfelförmigen, 1—1V®Zoll großen Stücken, welche auf dem Wasser schwim-men, und in Bastsäcken von ca. 1 Ctr. Inhalt, aufdie in London 16"/» Tara gegeben wird. Es ist meistunrein und wird besonders zur Schnellgerberei, sel-tener zur Färberei verwendet. 2) Braunes ausBengalen, auch Cutch, in Indien Casheutie ge-nannt, besteht aus unregelmäßigen Stücken, welcheinnen und außen schwarzbraun und glänzend aus-sehen und im Wasser untersinken. Es ist ebenfallsgeruchlos und hat einen zusammenziehenden, bittern,zuletzt schwach veilcheuartigen Geschmack. Auchkommt es zuweilen in y 2 Zoll dicken Tafeln und inhandgroßen Broden vor. Man benutzt es vorzugs-weis in der Färberei zur Darstellung von ächtemBraun. Es ist in Säcke von ca. 1 Ctr. verpackt,auf welche 6% Tara gegeben wird; der Preis istbedeutend höher als der des gelben, weshalb mandiesem zuweilen durch Schmelzen mit 1% chromsau-rem Kali eine dem braunen ähnliche Farbe gibt.Auch durch Zusatz von Alaun wird es verfälscht. InFrankreich hat man unter dem Namen Katechu-eptract oder gereinigte Katechu, Cachou6xurö, eine aus Katechu und 4<)0/g getrocknetem Blutebestehende Masse in dunkelbraunen Kuchen von ca.

1 Pfd. verfertigt, welche dem Ansehen nach schwervon dem ächten zu unterscheiden ist; wenn man sieaber in heißem Wasser auflöst, so hinterläßt sie gegen50»/g eines schwarzen Pulvers, dessen thierischerUrsprung sich durch den Geruch beim Verbrennenauf glühenden Kohlen verräth. (Neukatechu s.Ficht e.s

Katharinenburg oder Jekaterinburg, festeHauptbergstadt des russischen Reichs, in dem zu Asiengehörenden Theile des Gouvernements Perm, amJfet, mit 20,000 Einw., einer Bergwerksschule, einerMünze für Kupfer, Stückgießerei, zahlreichen Eisen-und Kupferwerken, vielen Steinschleifereien, Gold-wäschereien und Schmelzereien, Waffen- undMesfer-schmiedwaaren-Fabriken und lebhaftem Verkehr mitEuropa und Asien. Die Stadt.wurde 1723 vonPeter I. angelegt und nach dessen Gemahlin, die sie1726 vollendete, benannt. Sie ist der Sitz desOberbergainls über alle Bergwerke in Permien undSibirien, und eine Hauptstation an der großenCourier-Straße von Petersburg nach russisch Asien.

Rechnung, Münzen. Maße und Gewichte,s. Rußland.

Katschup, s. Nüsse.

Kattun ist die allgemeine Benennung für glatte,leinwandartig gewebte, nicht ganz feine Baumwollen-zeuge, deren Einschußfaden gewöhnlich etwas stärkergedreht ist, als die Kettenfäden. Der Name komnitvon dem französischen Worte Coton, Baumwolle,her und man nennt auch in Frankreich zuweilen dieKattune Cotons oder Toiles de Coton. Da sie früherausschließlich in Ostindien verfertigt wurden, so sinddavon noch mehrere Benennungen beibehalten wor-den, die man jetzt auf einzelne Sorten anwendet.So nennt man noch in Frankreich besonders ifeinebunt gedruckte und gemalte Kattune Jndiennesund Persiennes, und der Name Kaliko, der inDeutschland für dergleichen Gattungen noch sehr ge-bräuchlich ist, rührt daher, weil die Engländer früherviele aus Kalikut auf der Küste von Malabar erhiel-ten. Aus der ostindischeu Benennung Chits oderChints, mit der man noch jetzt in England feinebuntgedruckte Kattune bezeichnet, ist in Deutschlandder Raine Zitse oder Zitz entstanden, den man