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Zweiter Band.
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Kautschukfnbnkatc

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Kekunemalo

Spritzen und zu verschiedenen Geräthschaften; mEuropa verwendete man ihn früher nur zum Aus-wischen der Bleistiftlinien auf dem Papiere, m derneueren Zeit aber werden eine große Menge vonGegenständen in eigenen bedeutenden Fabriken da-raus gefertigt (s. den folg. Art.); auch nimmt manihn zuweilen in kleinen Stückchen gegen Schwmd-fucht ein. — Das sogenannte chinesische Onmmielasticum, das in runden Kugeln von verschre- jden er Größe und von rother, gelber oder blauer jFarbe in den Handel kommt und zuweilen zu Hals-|schnüren und verschiedenen anderen Schmuckgegen -1ständen, früher auch zu Uhrberlocken verwendetwurde, ist kein Kautschuk, sondern getrockneter Lem-ölfirniß. Ebenso führt auch der fossile Kaut-lchuk oder das elastische Bergpech diesen Na-men mit Unrecht; eö ist ein schwärzlichbraunes, m®tiin und Roth übergehendes weiches und biegsamesErdharz, das sich besonders in Derbyshire in Eng-land findet; es hat einen bituminösen Geruch, ntfettig und etwas kalt anzufühlen und wird von kemerFlüssigkeit aufgelöst. Es wird zuweilen zum Bren-nen, zu Schmiere, zu schwarzem Siegellack und dgl.benutzt.

Kautschukfabrikate sind eine große Menge der^rschiedenartigsten Artikel, zu denen man jetzt denKautschuk verwendet, und die entweder ganz darausbestehen oder eine Verbindung desselben mit Fädenund Geweben sind. Der Kautschuk wird dazu aufverschiedene Art zubereitet; namentlich wird er auf-gelöst , in Platten von verschiedener Stärke und inganz dünne Blätter verwandelt, oder vulkani-Nrt. _ Das Auflösen geschieht entweder mit Stein-rohlenöl oder mit frisch rectiflcirtem, mit 3% Schwe-bt gekochtem Terpentinöl, wodurch er in einendünnen Brei verwandelt wird- Wenn man diesenauf Preßspäne oder auf glatte Thonplatten, die imtseinem ungeleimtem Papier belegt sind, streicht und,nachdem das flüchtige Oel in der Wärrye verdunstetist, auswalzt und preßt, so erhält man Platten, dienmn früher Patentgummi oder Patentkaut-schuk nannte und von denen vielfache Anwendunggemacht wird, indem mau daraus Strumpfbänderund Gürrel, Schuhsohlen, Brusthütchen rc. und be-sonders verschiedene in der Chemie und Chirurgiegebrauchte Röhren verfertigt; mit ganz dünnen Plat-ten überzieht man Gewebe, um sie wasserdicht zumachen, oder legtzsie zwischen zwei Zeuge, die mau danndurch Pressen vereinigt. Auch zieht oder schneidetman den Kautschuk in dünne Fäden, die man dannmit Seide oder Baumwolle überspinnt und ausdenen man allerhand elastische und wasserdichte Ge-webe, Luftkissen, Tragbänder, Gurte, Schnurenund dgl. verfertigt. Wenn man Kautschukflaschenin Vitrioläther einweicht, lassen sie sich zu ganz dün-nen Ballons aufblasen, die wem auch ebenso wie diedünnen Platten benutzt. Ueberschuhe, die jetzt be-sonders in großer Quantität an mehreren Orten fa-brizirt werden, verfertigt man durch Ueberziehen vonFormen mit aufgelöstem Kautschuk; sie werden danngewöhnlich lackirt und mit Sohlen von Kautschukoder auch von Leder belegt. Auch massive und hohleSpielbälle, Kinderklappern, Tampons und verschie-dene chirurgische Instrumente sind gangbare Artikel.Eine wesentliche Verbesserung aber erhält der Kaut-schuk durch die Verbindung mit Schwefel oder dasVulkanisiern, indem seine Elasticität dadurchbedeutend vermehrt und er weder in der Kälte hartnoch in der Wärme klebrig wird; auch wird der vu l-

kauisirte oder Schwefelkautschuk von denAuflösungsmitteln des gewöhnlichen nicht angegrif-fen, ist überhaupt dauerhafter und läßt sich schmelzenund in Formen gießen. Man verwendet ihn daherauf sehr mannichfaltige Art zu wasserdichten Gefäßen,zu Flaschen, in denen Aether aufbewahrt wird, zuGasbereitungsröhren, zu Eisenbahubuffern, zuSchreibzeugen. zu verschiedenen Zierrathen, in vielenFällen anstatt der Spiralfedern und zu vielen an-deren Dingen. Setzt man mehr Procent Schwefelzu, oder nimmt man auf 1 Theil Kautschuk 7a TheilSchwefel und 7a Theil Bittererde, so wird der Kaut-schuk hart wie Horn und läßt sich poliren. Manverfertigt daraus Kämme, Stöcke, Peitschenstiele,Körbe, Brillengestelle, Schreibzeuge, Spielzeugeeinen sehr guten Glaskitt,*) und die verschieden-artigsten Gegenstände. — Es gibt jetzt Kautschuk-waarensabriken besonders in England, Frankreichund Nordamerika, in Deutschland an vielen Orten,namentlich in Berlin, Breslau, Wien, Braunschweig,Hamburg rc.

Kaveling, Kavelung, Gabelung, Cave-lin, nennt man bei den öffentlichen Waarenauc-tioneu besonders in Holland und Hamburg, ein Loosoder die auf einmal zum Verkauf ausgerufene Quan-tität einer Waare; auch versteht man darunter zu-weilen die Auctiou selbst.

Kaviar oder Kawiar, russisch Jkra, ist dereingesalzeue Rogen mehrerer großen Fische, nament-lich des Hausens, Stöhrs, des Sterlets, der Be-luga, der als Delikatesse genossen wird. Der meisteund beste kommt aus dem südlichen Rußland, vor-züglich aus den Gegenden an der Wolga und umdas schwarze Meer, wo besonders von Kertsch undJenikale aus jährlich mehrere tausend Tonnen nachder Donau gehen; am meisten geschätzt ist jedoch dergroßkörnige astrakanische. Er wird, nachdem er ein-gesalzeu worden, entweder trocken gepreßt oder ma-rinirt und naß versendet; der erstere heißt Preß-kaviar, der letztere, welcher am beliebtesten ist,grüner oder f l i e ß e n d e r. Am schwarzen Meereunterscheidet man 3 Sorten: Siah-hawiar,schwarzer und der beste, Mai-Hawiar und Kir-mizi-hawiar oder rother, der geringste, der mitfrischem Fischthran eingelegt ist und meist in Ruß-land verbraucht wird. Nach Deutschland kommt derrussische Kaviar meist über Petersburg und War-schau; auch wird er in Fäßchen von allen Größenbis zu l Psd. herab auf die Leipziger Messen gebracht.Sehr viel geht nach England, Frankreich, Italien rc.Uebrigens wird auch in Ungarn, Dalmatien, Sar-dinien , dem südlichen Frankreich, an der Ostsee, be-sonders in Pillau rc. viel Kaviar bereitet und zuwei-len für russischen verkauft, obwohl er bedeutendgeringer ist. Auch der Rogen der Karpfen, Hechte,Thunfische, Sander rc. wird zuweilen auf ähnlicheArt zubereitet, wozu auch die Botarga (s. d.)gehört.

Kebes sind glatte oder plüschartig gewebte wol-lene Bettdecken aus Natolicn.

Kedis heißt eine Art glatter, starker, weißer oderhellblauer Baumwollenzeuge, die in Kleinasien ver-fertigt werden und nach den übrigen türkischen Pro-vinzen gehen, wo man sie zu Kaftanen, Unterfuttern,

Hemden und dgl. benutztKekunemalo, s. Kik

kekunemalo.

*) Man löst 15 Gran Kautschuk in 2 Unzen Chloroformund nimmt dazu 2'/r Loth Mastir.