Khllhoon
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Kiel
Khahoon (Kahuhn), Getreidemqß in Ostin-dien, s. b.
Kiächta oder Kiachta, russische Grenzstadt imsibirischen Gouvernement Jrkutsk am gleichnamigenBache, auf dessen entgegengesetzter Seite die chine-sische Stadt M a i m a t s ch i n liegt, von der Kiächtanur durch eine mit einem Thore verschlossene Espla-nade getrennt ist, mit 5000 Einw. Es ist der einzigeOrt, wo die Chinesen mit Rußland Handel treiben,und dieser ist daher sehr bedeutend. Die wichtigstenGegenstände desselben sind von russischer Seite Pelz-werk und von chinesischer Thee; außerdem aberbringen die Russen besonders noch Tücher undandere Wollenzeuge, Baumwollenwaaren, Leder-,Eisen-und Stahlwaaren, Glas. Spiegel rc., dieChi-nesenSeiden.Seidenstoffe,Nankin, Porzellan, Gold,Silber, Edelsteine, Lack u lackirte Waaren, künstliche 'Blumen, Bambusrohr. gedrechselte und geschnitzteGegenstände, eingemachten Ingber, Tusche, Farben, 'Rhabarber, Kampher, Moschus u. andere Droguenrc. 1hierher. Die Waaren werden, hauptsächlich im De-!cember, durch Karavanen und auf russischer Seiteauch größtentheils zu Schiffe hierher gebracht, da 'Kiächta mit Ausnahme nur kurzer Strecken mit demgrößten Theile des östlichen und westlichen Sibiriensdurch Wasserstraßen in Verbindung steht. Der Han- *bet hefindet sich in den Händen nur weniger russi- !scher Kaufleute, für die er sehr gewinnreich ist; derUmsatz betrug im Jahre 1855: 10,800,000 Silber- ;rubel und er ist in fortwährendem Steigen begriffen.Er wird ausschließlich durch Tausch betrieben, und!der Ziegelthee dient Meist als eine Art Maßstab fürdie Preise, indem die Kiste, welche 40 Stück enthält,ewöhnlich zu 25 3 / 4 Silberrubel, im Einzelnen etwasöher gerechnet wird.
Rechnungsart. Man rechnet, wenngleich die iMünzen russische sind, nach Tuns u. Ziegelthee,'welcher sich zum Werthmesser ausgebildet hat. Der!Tun ist eine fingirte Geldeinheit und repräsentirt denmomentanen Werth von 10 Stück Nanking (Kitaika,Boei.
Münzen, Maße und Gewichte, s. Ruß-land.
-Kicher oder Kichererbse, Cicerarietinum,eine Hülsenfrucht mit erbsenähnlichen, etwas eckigenKörnern von gelber oder röthlicher Farbe, die inItalien und einigen anderen südlichen Ländern alsSpeise, dienen und in Deutschland zuweilen alsKaffeesurrogat benutzt werden. Früher wurden sieunter dem Namen Semen Oieeris in den Apotheken jgeführt und gegen Steinbeschwerden, gepulvert zu|Breiumschlägen gebraucht. j
Kiefer, eine Unterabtheilung der Nadelholz-jgattung Pinus , welche sich von den übrigen euro-,päischen Nadelhölzern dadurch unterscheidet, daß2—3 Nadeln in einer kleinen gemeinschaftlichenScheide sitzen; die eirunden kegelförmigen Zapfen,welche aus keilförmigen Schuppen bestehen, werdenerst im Herbst des zweiten Jahres reif. Am meistenverbreitet ist die gemeine Kiefer, Föhre oderFohre, auch Kien bäum genannt, Pinus syl-V e 81 r i s , welche im mittleren und nördlichen Europabis zum 67» bedeutende Wälder bildet und ein sehrgutes Bau - und Brennholz gibt. Sie erreicht einAlter von 400 Jahren und eine Höhe von 100—150Fuß bei 1—4 Fuß Durchmesser; die 17a—2 Zolllangen, sehr spitzigen Nadeln sitzen zu zweien, zuwei-len auch zu dreien in einer Scheide, haben eineschmutziggrüne Farbe, wodurch die Kiefernwälder ein
düsteres Ansehen erhalten, und fallen, nachdem sieZ Jahre an dem Baume gewesen sind, im Frühjahreab. Das Holz ist im Splint weiß, im Innern gelb-lich, in den röthlichen Jahresringen sehr dicht, aberleicht spaltbar, besonders harzreich und sehr dauer-haft. Da die in Wäldern gewachsenen Bäume meist; einen ganz geraden Stamm haben und das Holzsich auch in der Nässe sehr gut hält, so ist es ein vor-! treffliches Bauholz, besonders zu Schiffen und Masten,zu Brunnenröhren, zu Bretern und Pfosten. Inder Heizkraft übertrifft es das Eichenholz und kommtdem Buchenholze sehr nahe, zu dem es sich wie 1595zu 1600 verhält; die davon gebrannten Kohlen aberübertreffen das letztere noch (1724 : 1600), weshalbes auch häufig zur Kohlenbereitung benutzt wird.Das aus der verwundeten Rinde häufig fließendeHarz gibt Terpentin, auch wird Theer, Pech undKienruß daraus bereitet. Das meiste Harz ist inden Wurzelstöcken enthalten. Die sehr aufgerissene,blätterige, rothbraune Rinde kann auch als Gerbe-material benutzt werden, und aus den Nadeln ver-fertigt man die Waldwolle (s. d.). Von denübrigen Kiefernarten sind besonders folgende zu be-merken: Die Bergkiefer, Zwerg- oder Krumm-holzkiefer, Pinus montana, P. Pumiliooder Mughus, wächst als starker Strauch in moo-rigem Boden auf den hohen Gebirgen Ungarns, dessüdlichen Deutschlands, der Schweiz, Korsikas rc.,und treibt 20 — 30 Fuß lange, dicke, auf der Erdeliegende und vielfach gekrümmte Aeste. Sie gebendaher Krumm- undKnieholz, das zu Geschirrarbeiteuund besonders zum Schiffbau vielfach gebraucht wird,und aus den jungen Sprossen wird das Krumm-holzöl (s. d.) bereitet. Die sehr zähen dünnenZweige dienen zu Faßreifen und Floßwieden. Sieist wahrscheinlich nur eine Spielart der gemeinenKiefer, da sie, in das flache Land versetzt, ihr baldähnlich und nach der 2. oder 3. Generation ihr völliggleich wird. Die Schwarzkiefer oder ita-lienische Kiefer, P. pinaster, wächst im süd-lichen Europa in nicht zu hohen Lagen, gibt sehrgutes Bau - und Brennholz und ist sehr harzreich,weshalb viel Terpentin, Terpentinöl, Colophoniumund seiner Kienruß daraus bereitet wird. Ferner:die Pinie, die Zirbelkiefer oder Cembra-fichte, die Weymuth'skiefer (s. d. Art.). Inden Nadeln und der Rinde der Kiefer findet sich dasPinipikrin, eine gelbbraune, amorphe Masse.
Kiefersprossen, Gemmae, Strobuli oderTuriones Pini, die walzenförmigen, äußerlichmit dünnen braunen Schuppen besetzten jungenTriebe der gemeinen Kiefer, welche im Mai an denSpitzen der Zweige hervorkommen, und die man alsblntreinigendes, schweiß- und urintreibendes Mittel,auch zuweilen als Zusatz zum Biere benutzt. Siehaben einen balsamischen Geruch und einen säuer-lich bitteren, harzigen Geschmack.
Kiel, Hauptstadt von Holstein, am Kieler Fjord,einem Busen der Ostsee, in welchen der HolsteinerKanal mündet und der einen guten tiefen und ge-räumigen Hafen bildet, mit 17,600 Einw. DieStadt hat eine Universität mit Bibliothek von130,000 Bänden, mehrere andere Unterrichtsanstal-ten , Sammlungen rc., und Fabriken von Zucker,Tabak, Maschinen, Wollenwaaren, eine Eisen-gießerei, bedeutende Bierbrauereien und Brannt-! Weinbrennereien, Dampfölmühlen, Gerbereien, Essig-j brauereien rc.; auch wird bedeutende Fischerei.getrieben, von deren Produkten besonders Speck-