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Zweiter Band.
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Knochenkohle 50 Knöpfe

knochen, an denen man die Klaue läßt, zu zier-lichen Zahnstochern, Gänseflügelknochen zuVogelpseisen benutzt. Elenknocheu sind so weißwie Elfenbein und haben vor diesem noch den Vor-zug , daß sie nicht gelb werden, sind aber selten zuhaben- Ueberhaupt dienen die Knochen hauptsäch-lich als ein Ersatz des Elfenbeins, von welchem auchdie daraus gefertigten Arbeiten oft nicht leicht zuunterscheiden sind. Ihre Verwendung zu Stock-knöpfen, Messerheften, Klaviertasten, Knöpfen, Na-delbüchsen , Fingerhüten, Schachspielen und vielenanderen kleinen Gegenständen ist daher sehr mannich-faltig. Von diesen werden sehr viele in Nürnberg,Augsburg, Berchtesgaden und Geiölingen ber Ulmsabrizirt, ganz besonders aber verfertigt man amletzteren Orte eine große Menge äußerst feiner undzierlicher Nippsachen u. dgl. daraus, welche wett ver-sendet werden. — Eine andere wichtige Verwendungder Knochen ist zur Düngung, wozu sie auf Mühlenin K n o ch e n m e h l verwandelt werden. Die dün-gende Kraft derselben beruht hauptsächlich auf demm den Knochen enthaltenen Phosphorsauren Kalkund am wirksamsten sind daher frische Knochen, indenen noch Fett und Gallerte enthalten ist. DasKnochenmehl wird am häufigsten als künstlicherDünger benutzt und daher an vielen Orten in eige-nen großen Fabrikanstalten verfertigt, auch gehen zudiesem Zweck bedeutende Quantitäten Knochen be-sonders nach England. Auch die Knochenkohle(s. d. folg. Art.) kann als Düngungsmittel verwen-det werden. Die K n o ch e n g a l l e r t e hat man, be-sonders in Frankreich, als Nahrungsmittel für Armeempfohlen, und sie daher im Großen bereitet; aberdie Chemie hat bewiesen, daß sie nur sehr wenig näh-rende Bestandtheile enthält. Man bereitet sie ent-weder, indem man die Knochen in fest verschlossenenGefäßen oder in Dampf kocht, oder indem man dieerdigen Theile der Knochen in verdünnter Salzsäureauflöst, wobei die Gallerte zurückbleibt. Fernerwerden die Knochen zur Bereitung des Berlinerblau,des Phosphors rc. und durch trockene Destillationauch zü den unter Hirschhorn aufgeführten Prä-paraten benutzt. Das daraus gewonnene Fett kannzu vielen Zwecken wie anderes Fett verwendetwerden.

Knochenkohle, thierische Kohle, Knochen-schwarz, Beinschwarz oder Spodium wirdbereitet, indem man von Fett- und Fleischtheilen ge-reinigte Knochen in verschlossenen Gefäßen verkohlt;auch gewinnt mau sie als Rückstand bei der trockenenDestillation der Knochen. Sie hat eine tiefschwarzeFarbe und wird daher, fein gemahlen, als Maler-farbe, zu Schuhwichse rc. verwendet, in welcherForm man sie gewöhnlich Bein schwarz oderKnochenschwarz, auch gebranntes Elfen-bein nennt, obgleich nur selten Elfenbein darin ent-halten und dieses auch kaum einen Vorzug vor derKohle aus anderen Knochen hat. Da sie die Eigen-schaft hat, Farbestosie in ihren Poren aufzunehmen,so benutzt mau sie..häufig zur Entfärbung vonFlüssigkeiten und dazu wird besonders in den Zucker-fabriken ein starker Gebrauch davon gemacht. Siewird zu diesem Zwecke nicht ganz fein, sondern nurgröblich, wie Schießpulver gemahlen. Wenn manmit verdünnter Salzsäure einen Theil des in ihrenthaltenen Phosphorsauren und kohlensauren Kalksauszieht, wird ihre Porosität und dadurch ihre Wirk-samkeit zur Entfärbung bedeutend,. selbst bis aufsDoppelte, vermehrt. Die schon einmal dazu ge-

brauchte und erschöpfte Knochenkohle erhält durchsorgfältiges Auswaschen und Ausglühen ihre vorigeWirksamkeit wenigstens größtentheils wieder. AlsDüngungsmittel steht sie dem Knochenmehle nach,doch wird die in den Zuckerfabriken gebrauchte, dieman auch Zuckerkohle nennt, wegen des aus demRindsblute darin enthaltenen Eiweiß und anderenthierischen Stoffe mit Nutzen dazu verwendet. Manverfertigt sie ebenfalls an mehreren Orten in Oester-reich , Preußen, Frankreich rc. im Großen und siebildet einen bedeutenden Handelsartikel. Sie mußeine reine schwarze Farbe haben, die weder insBräunliche noch ins Graue fällt, was nicht hinläng-liches oder zu starkes Verkohlen verräth; in einemTiegel geglüht, darf sie weder Rauch noch Flammegeben, und wenn man sie mit destillirtem Wasserkocht, darf dieses nicht gefärbt werden. Sie findetin der Medizin Anwendung, muß jedoch dann erstgereinigt werden. Die Asche der Knochen gibt mitKali geschmolzen ein weißes Glas, das K n o ch e n -glas. — Wenn man Knochen in offenen Gefäßenverkohlt, oder Knochenkohle in solchen glüht, so erhältman ein weißes Pulver, weißgebrannteKno-ch en, oder Bei nasche, Knochenerde oder wei-ßes Spodium genannt, das größtentheils ausphosphorsaurem Kalk besteht und zum Polirenmetallener Gefäße und Waaren, auch der Daguerreo-tvpplatten, ferner zur Fabrikation von Milch - oderBeinglas, von Glasflüssen, unächten Edelsteinen rc.benutzt wird.

Knochenleim, s. Leim.

Knochenschwarz ist eine schwarze, aus Knochenoder Elfenbein durch Brennen bereitete, schöne Maler-farbe.

Knochenseife, s. Seife.

Knöpfe an Kleidungsstücke werden aus den ver-schiedensten Materialien verfertigt und sind entwederübersponnene oder nicht übersponneue.Die ersteren, welche von den Knopfmacheru oder inKnopffabriken verfertigt werden, bestehen aus einerKnopfform (s. d.) von Holz oder Knochen, welchemit Fäden von Seide, Schaf- oder Baumwolle,Kameelgarn, leinenem Zwirn, Pferdehaaren rc-überzogen wird, was entweder mit der Hand ge-schieht,' oder indem man den Ueberzug auf Maschinenwebt (Maschinenknöpfe); dieser wird dann oftan der unteren Seite des Knopfes durch eine kleineBlechplatte, an welcher sich die Oese befindet, festge-halten. Auch verfertigt man solche Knöpfe, indemman die Form mit einem Stückchen glatten Seiden-zengs überzieht, und ebenso dienen auch die Knopf-formen zu den überzogenen Knöpfen, welcheder Schneider aus dem Stoffe des Kleidungsstücksselbst verfertigt. Die nicht üversponnenenKnöpfe werden von allerhand Metallen, am häu-figsten von Messing und vergoldet, verfertigt, theilsglatt, theils mit aufgeprägten Mustern, auch müWappen, Buchstaben, Nummern (Livree- undMilitairkuöpfe); ferner hohle, welche gewöhn-lich halbkugel- oder kugelförmig sind und aus zwelzusammengelötheteu Messingblechen bestehen, vondenen das obere geprägt ist. Viele Knöpfe werdenvon gepreßtem Horn verfertigt, oft mit Mustern,welche den Ueberzug der besponnenen nachahmen!ferner von Perlmutter, von Cocosuuß, von Achmund ähnlichen Steinen, von Porzellan, Glas K.Die Goldarbeiter verfertigen auch goldene und sisiberne Knöpfe mit Edelsteinen besetzt, zu Staatskler-dern, und dergleichen Hemden- und Chemisettkuöpst'