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Zweiter Band.
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Königimvaffer 54 Känigsfarn

Schwaben, in der Gegend von Nördlingen, Kauf-beuren rc. verfertigt wird.

Königinwasser, Aqua reginae, ist aus Schwe-felsäure und Salpeter bereitet und wird zur Schei-dung von Silber und Kupfer, wie zur Auflösung desSilbers benutzt.

Königsberg, start befestigte Hauptstadt des gleich-namigen Regierungsbezirks in der Provinz Ostpreu-ßen, an der preußischen Ostbahn und am schiffbarenPreael, welcher 1 1 / i Meilen davon in das frischeHaff mündet und über den hier 7 Brücken führen,mit 93,000 Einw. Die Stadt ist der Sitz des Ober-präsidenten, der Regierung und des Oberlandes-gerichts; sie hat eine Universität, mehrere Gymna-sien, Seminare und andere wissenschaftliche Anstalten,Sternwarte, botanischen Garten, eine Börse, einComptoir der preußischen Hanptbank, ein Commerz-und Admiralitätscollegium, mehrere Versicherungs-gesellschaften und eine Handelsgesellschaft rc. Sie istgrößtenteils auf unebenem Boden auf den Anhöhenam Pregel, und unregelmäßig gebaut, hat jedoch ineinigen Straßen schöne Häuser und mehrere merk-würdige Gebäude. Es befinden sich hier Fabrikenvon Wollenzeugeu, Leinwand (besonders Segeltuch),Strumpfwaaren, Band, Tapeten, Zucker, Tabak,Leder, Forte-Pianos, Maschinen, Seife, Graupen,Stärke rc., ferner Eisengießereien, Dampfmahl- undSchneidemühlen, große Bierbrauereien und Brannt-weinbrennereien, Wachsbleichen, Färbereien, Bern-steindrehereien, bedeutende Schiffswerste rc. DerHandel Königsbergs zu Lande und besonders zurSee ist noch immer bedeutend, indessen müssen dieankommenden großen Seeschiffe zum Theil in Pillauanlegen und die Güter auf Kähnen den Fluß hinaufgebracht werden. Das Getreidegeschäft hat hier einehervorragende Bedeutung. Die namhaftesten Men-gen gehen nach Großbritannien, Holland, Frank-reich, Norwegen und Schweden, auch nach Däne-mark. Die wichtigsten Gegenstände der Ausfuhrsind außer Getreide, Erbsen, Bohnen, Lein-, Raps-und Kleesamen, Häute und Felle, Knochen undKnochenschwarz, Matten, Oelkucheu, Flachs undFlachsheede, Leinwand, Borsten, Oel, Bernstein-waaren rc. (zwischen Pillau und dem Dorfe Palm-nicken wird der meiste Bernstein gefischt). NachElbing, Stettin und anderen Häfen der Ostsee gehenvon hier aus Dampfschiffe. Im Jahre 1861 sindim Ganzen 1975 Schiffe (darunter 261 Dampfer)von 125,242 Normallasten ein- und 1972 Schiffevon 124,718 Lasten ausgegangen, die der Flaggenach vorwiegend Preußen, Dänemark, England,Holland, Hannover und Norwegen angehörten.Von den eingelaufenen waren 736 mit Ballast, 370mit diversen Stückgütern, 238 mit Steinkohlen undKoaks, 135 mit Heringen, Thran und Fischen,186 mit Kalkstemen, Gyps, Kreide, Cement, Guanound Schleifsteinen, 118 mit Dachpfannen, Mauer-steinen, Granit und Mühlsteinen. 40 mit Salz,20 mit Zucker, 16 mit Wein, Spiritus und Früch-ten, die übrigen mit Eisen, Maschinerien, Eisenbahn-schienen , Harz, Theer, Pech rc.; von den abgegan-genen allein 1625 mit Getreide aller Art beladen.

Course. Man notirt folgende Wechselpreise:auf Amsterdam in Silbergr. für 6 niederl. Fl.

„ Berlinund Danzig in Thalern für 100 Tha-ler daselbst.

„ Hamburg in Silbergr. für 3 Mark Bco.

.. London in Silbergr. für 1 Pfd. Sterl. !„ Petersburg in Silbergr. für 1 Rubel.

Die Course der Geldsorten werden ebenfalls inSilbergroschen für das Stück angegeben.

Platzgebräuche. Die Verkaufsnormen derwichtigsten Waaren sind folgende: Getreide nach derLast von 5ßy 2 preuß. Scheffeln, Schlagsaat nachdem Scheffel, Säesaat nach der Tonne von 2y sScheffel, Hanföl nach der Ohm von 180 Stof -----ca. 412 Pfd., Leinöl nach der Ohm von 120 Stof,Eisen, Asche, Stockfisch rc. nach dem Schiffpfd. von330 Pfd., Flachs, Hanf, Heede, gesottenes Pferde-haar, Talg, Wachs, Blei, Zinn nach dem großenStein von 33 Pfd., Rindöhäute, Borsten, gezogenesPferdehaar, Bettfedern nach dem Pfd., Hasenfellepr. 100 Stück, Kalbfelle Pr. 10 Stück, Matten pr.

5 Stück, ermeländisches Garn pr. Bund von 6 bis20 Pfd., litthauisches pr. Bund von 20—40 Pfd.,Königsberger Schockleinen pr. 3 Stück ä 36 Ellen,weiße Leinen und Drillich pr. Stück von 36 Ellen,Hanfleinen pr. Elle rc. Auf Flachs, Hanf, Heede,Wachs und Talg werden in der Regel 10 % Gut-gewicht auf 100 gegeben; bei den Einkäufen vonHändlern aus Polen geben die letzteren 4—5%. DieSpule Garn hat 2 Stück ä 2 Toll ä 10 Gebindä 40 Faden oder 1600 Faden. Die Last Dorsch,Heringe, Fleisch, Honig, Bier und Meth, Pech,Theer, Asche hat 12 Tonnen, Flachs und Hans

6 Schiffpfd. ä 330 Pfd., spanisches und französischesSalz lose im Schiff 18 Tonnen, aus dem Speichergepackt 16 Tonnen, doch wird sie auch zu 6000 Pfd.gerechnet; grüne und schwarze Seife 3 Tonnenä 4 Viertel. Die Tonne Heringe hat 13 Wahla 80 Stück, Meth 4 Viertel ä 25 Quart, Butter4 Viertel oder 8 Achtel a 33 Pfd. Netto. Bei denSchiffsbefrachtungen von Getreide wird die Roggen-last von 56% Bert. Scheffel zu Grunde gelegt; fürWeizen wird 10%, für Erbsen 20% mehr, fürGerste 10%, für Hafer 15% weniger gerechnet; dieLast Leinsamen rechnet man zu 24 Tonnen, Hanfund Flachs 60, Talg 120 große Stein, Hanföl8 Ohm ä 180 Stof, statten 1000 Stück auf die Last.

Neue Bank. Im Jahre 1856 wurde die „Kö-nigsberger Privatbank" mit einem Kapitalvon 1 Million Thaler gegründet, welche sich wie dieKölnische Privatbank mit dem Kauf und Verkaufvon ausländischen Wechseln, inländischen Obliga-tionen , edlen Metallen und fremden Münzen, mitDiscontirung und Kauf inländischer Wechsel, mitKreditbewilligung und Darlehen gegen beweglichesUnterpfand befaßt, und Noten ausgibt.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Preußen.

Königsberger Leinen sind ordinäre, aber dichtgewebte und gebleichte Leinen, welche meist von denLandleuten in Ostpreußen verfertigt und nach Kö-nigsberg gebracht werden. Sie sind in Rollen von40 Königsberger oder 36 preuß. Ellen Länge undca. 1 Elle Breite.

Königsblau wird zuweilen die feinste Schmältegenannt, die man besonders aus Holland bezieht,wo sie gewöhnlich zur Erhöhung der Farbe mit In-digo versetzt wird.

Königseer Waaren sind verschiedene Medika-mente, welche in der schwarzburg-rudolstädtischenStadt Königsee und in mehreren anderen Ortestdieser Gegend verfertigt und von Händlern weitumher hausiren getragen werden. Jetzt ist dieserHandel jedoch in den meisten Ländern verboten.

Königsfarn oderTraubenfarn, Osmund»re gal is, heißt ein 4—5 Fuß hohes, sehr zierliches