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Zweiter Band.
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Kopenhagen 6

fen getrennt. Die Stadt hat 165,00) Eiuw, iststark befestigt und eine der schönsten Städte Europas.Sie ist getheilt in 1) die Altstadt mit dem könig-lichen Residenzschloß Christiansborg, welche dieUniversitätsgebände, das Zeughans mit der könig-lichen Bibliothek von 400,000 Bänden, das Rath-haus, die Bank, die Börse, mehrere Kirchen undandere schöne und merkwürdige Gebäude, das SchloßR osenburg mit dem als öffentlichen Spaziergangbenutzten Königsgarten rc. enthält. 2) Die Ne li-eber Friedrichsstadt, mit der Citadelle Frie-drichshafen, dem Schlosse Amalienburg, dasmit noch 3 anderen königlichen Palästen den acht-eckigen Friedrichsplatz umgibt; gezeichnet sich beson-ders durch Regelmäßigkeit und Pracht der Gebäudeaus. 3) Christianshafen auf der Insel Amak,mit der übrigen L>tadt durch 3 Brücken verbunden,enthält das große Seearsenal und besonders die aufSchifffahrt und Handel Bezug habenden Gewerbe.— Kopenhagen hat zahlreiche Fabriken von Baum-wollen- und Wollenwaaren, Handschuhen, Bändern,Segel- und Wachstuch, Hüten, Zucker, Tabak, Por-zellan, künstlichen Blumen, Leder, Flachsspinne-reien , Eisengießereien, Schiffswerfte, Docks, Anker-schmieden, Branntweinbrennereien rc. Sehr be-deutend und ausgebreitet ist besonders der Handelmit Getreide, Rübsamen, Fleisch, Butter, Käse,Rindvieh, Pferden. Hanf. Flachs, Talg, Pech,Thran, Schiffbauholz, Eisen, Tabak, Wein, Brannt-wein, Steinkohlen, Salz, Colonialwaaren, He-ringen, Seehundsfellen u. a. Artikeln. Im Jahre1861 betrug die Einfuhr 25,365,824 Rthlr., die Aus-fuhr 7,062.893 Rthlr., somit der gesammte Waaren-umsatz 32,428,717 Rthlr. — Eine Eisenbahn führtdurch die Insel Seeland nach Korsoer am GroßenBelt. — Im Jahre 1862 liefen 3012 Segelschiffemit 121,055 Commerzlast Beladung und 1106Dampfschiffe mit 16,255 Commerzlast Beladungein, ungerechnet die noch größere Anzahl kleinererFahrzeuge aus den dänischen Häfen, und vieleDampfschige, welche von hier nach fast allen euro-päischen Häfen gehen. Im Ganzen klarirten in ge-nanntem Jahre 20,818 Schiffe mit 258,495 Com-merzlast Beladung, gegen 20,475 Schiffe mit 269,744Commerzlast Beladung in 1861. Ebenso wichtigals der Waarenhandel sind auch die Speditivus- undWechselgeschäfte.

Wechselpreise. Man notirt hier folgendeCourse:

auf Hamburg nnd Altona in Reichsthlrn für300 Mk. Banco.

„ A m st e r d a m in Reichsthlrn. für 250 Fl. niederl.

„ London in Reichsthlrn. für 1 Pfd. Sterl.

„ Parts m Reichsschill. für 1 Franken.

Die Course der Goldmünzen werden pr. «stück an-gegeben.

Wechselordnung, s. Dänemark.

Platzgebräuche. Für auswärtige Geschäftepflegt man die Waarenpreise in Hamburger Banco-geld und meist auf 3 Monate Kredit, dann zahlbarin Wechseln auf Hamburg, 2—3 Monate dato, oderdurch ein Accept des Käufers, 3 Monate dato, ab-zuschließen. Auch in Reichsthalern zu 24 Schill.Hamburger Banco werden die Preise notirt. DerDisconto bei Baarzahlnngen ist gewöhnlich 5«/o. —Commission bei Einkäufen 2%, bei Verkäufen 3%,inclusive 1% Delcredere. Courtage bei Summenüber 500 Rthlr.»/»"/», unter 500 Rthlr. 5 /i 2 % vonbeiden Theilen.

;) Korallen

Stückgüter. 1 Last Heringe, Oel, Butter rc.hat 12 Biertonnen; 1 Tonne Heringe — 112 Pott.1 norwegische Theertonne hat 120 Pott. 1 Last franz.Salz unv Kalk----12 Korntonnen; 1 Last spanischesSalz — 18 Salztonnen.

Banken und Handelsanstalten. 1) Diedänische Nationalbank, ein im Jahre 1818 aufActien gegründetes und auf 90 Jahre privilegirtesPrivatnnternehmen, dessen Hauptzweck die Befesti-gung und Sicherung des vaterländischen Geldwesensist. Sie discontirt. macht Darleihen, nimmt De-positen an und gibt Noten aus. — 2) Die am2. November 1857 eröffnete Privatbank,deren Kapital durch Actien ä 100 Rthlr. ver-treten ist und deren Thätigkeit sich über allge-meine Bankgeschäfte, als: Giro und Conto-Cor-rente, Discontirnng, Kauf und Verkauf von Wech-seln, Banknoten und Papiergeld, edlen Metallen,Depositen, Darlehen auf bewegliches Unterpfand rc.erstreckt. — Ferner besitzt Kopenhagen eine Central-kasse, eine Jndustriebank, die an Handwerker aufsichere Bürgschaft, abgeschlossene Liefernngscontrakteund anerkannte Rechtsforderungen Gelder verleiht,einen Kreditverein für dänische Grundbesitzer, eineBörse, ein Generalzollkammer- und Commerzcolle-gium, ein See- und Handelsgericht, eine Naviga-tionsschule, eine polytechnische Schule, eine Münz-stätte, zahlreiche Assekuranz- und Dampfschifsfahrts-gesellschaften rc. — Ende Juni wird jedes Jahr einWollmarkt abgehalten.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Dänemark.

Kopfstücke nannte man in Oesterreich und imübrigen Süddentschland häufig die Silbermünzen zu20 Kreuzer oder x /s Fl. des Conv. 20Fl.-Fußes,wegen des darauf geprägten Kopfes. Ebenso nannteman die 10 Kreuzerstücke halbe Kopfstücke.

Koprolithen nennt man versteinerte Kothklum-pen vorweltlicher Rieseneidechsen, welche an manchenStellen in England mehrere Zoll dicke Schichten bil-den. Da sie mit Muschelschalen, Fischknochen undGebeinen kleinerer antedilnvianischer Thiere ver-mischt sind, so haben sie geschliffen ein schönes buntesAnsehen und werden daher zu Tischplatten und ähn-lichen Gegenständen verarbeitet. Auch benutzt mansie zuweilen, da sie viel Phosphorsäure enthalten,als Düngnngsmittel.

Korallen heißt eine Classe im Meere lebenderPflanzenthiere oder Polypen, welche in einer stein-artigen, aus Kalktheilen bestehenden, mit dem un-teren Ende wie der Stamm eines Baumes auf Stei-nen und anderen festen Körpern befestigten und sichastförmig ausbreitenden Hülle wohnen, die sich mitihnen zugleich erzeugt. Jede einzelne dieser Hüllen,welche bei mehreren Äehnlichkeit mit einem Bänmchenhat, enthält mehrere Thiere, die man, ohne ihnenzu schaden, von einander trennen kann, die aber soinnig mit einander verbunden sind, daß die Nah-rung des einen auch die übrigen ernährt. Sie ver-mehren sich, indem sie, wie die Pflanzen, Sprossenund Aeste treiben und wachsen auf diese Art vomMeeresgrunde bis an die Oberfläche des Wassersempor, oft in so großer Menge, daß sie Klippenund ganze Inseln bilden. Dies ist besonders in derSüdsee der Fall, wo eine große Menge der daselbstbefindlichen kleinen Inseln nur aus Korallen be-stehen und durch die obgleich langsame, aber un-unterbrochene Arbeit dieser Thierchen sogar fortwäh-rend neue Klippen, Riffe und Inseln entstehen. Von