78
Kupfer
Kupfer
|tuffe in Nordamerika, in Neuholland, China, Japan,m Kornwallis, in England, in Schweden, Norwe-gen, Ungarn, Schlesien, im Mansfeldischen x. Das-selbe ist fast ganz rein und enthält meist nur geringeBeimischungen von Gold oder Blei. — Von denzahlreichen Kupfererzen kommen folgende am häu-figsten vor: 1) Kupferkies, istmessinggelb, bräun-lich, grünlich oder bunt angelaufen, kugelig, bäum-,oder nierenförmig, knollig, derb oder eingesprengt,besteht aus 34, 40 Kupfer, 30 , i7 Eisen, 35, 13 Schwefelund findet sich am häufigsten, fast in allen Kupfer-bergwerken. 2) Bunter Kupferkies oder Bunt-kupfererz, das sich besonders in Lornwallis inEngland, in Schweden, im Banal, in Thüringen,Sachsen rc. findet, hat Metallglanz, schwarzen Strich,läuft schnell und stark bunt an und besteht aus 61,07Kupfer, 14 Eisen, und23,75 Schwefel. 3) Fahlerz,ist metallglänzig, stahlgrau bis eisenschwarz vonFarbe, besteht in verschiedenen Verhältnissen ausKupfer, Schwefel, Spießglanz, Silber, Eisen, Zink,und findet sich am Harz, bei Freiberg, Dillenburg,in Siebenbürgen rc. 4) Kupferschiefer ist einmit Erdharz durchdrungener Thon, dem verschiedeneKupfererze, oft in reichen Adern, auch Bleiglanz,Silber, Galmei rc. beigemengt sind, und der sich imMannsfeldischen, bei Ilmenau, in Kurhessen, West-phalen rc. findet. — Von natürlichen Kupferoxydensind die bemerkenswerthesten: 1) Das Rothkup-f er er 5 oder Kupferroth, besteht aus 88,73 Kup-fer und 11,22 Sauerstoff, ist verschiedenartig roth vonFarbe, dicht, blätterig, haarförmig, krystallisirt,nierenförmig rc., findet sich besonders in Cornwallis,Sibirien, Norwegen, Ungarn, am Niederrhein, aufdem Harz, in Sachsen rc. Das krystallisirte nenntman auch Kupferblüte, das blätterige Roth-kupferglas, wenn es mit Eisenocker gemischt ist,Ziegelerz und Kupferpecherz. 2) Kupfer-lasur oder Kupferblau, hat Glasglanz, ist blauvon Farbe mit lichterem Strich, wird im Feuerschwarz, enthält 69^ Kupferoxyd, 25, 4 g Kohlensäureund 5,4g Wasser, kommt strahlig, mit glatten, oft inDrusen verbundenen Krystallen (edle oder festeKupferlasur genannt), erdig, zerreiblich odertraubig und blätterig vor, und findet sich im Banat,in England, Tirol, am Harz rc., jedoch nicht sehrhäufig. 3) Der Malachit, wegen dem wir auf einenbesondern Artikel verweisen. — Die Gewinnung desKupfers aus den Erzen und die Trennung desselbenvon seinen verschiedenen Beimischungen, welche ganzbesonders nöthig ist, um es zum Verarbeiten brauch-bar zumachen, hat besondere Schwierigkeiten underfordert einen ziemlich weitläufigen Prozeß, derauch nach der Reichhaltigkeit der Kupfererze verschie-den ist. Die Erze werden meist gepocht, geschlämmtund geröstet, dann zum erstenmale geschmolzen, wo-durch aber, außer bei sehr reichhaltigen Erzen, nureine Masse (Roh st ein) gewonnen wird, von dernur das Gestein und die erdigen Theile geschiedensind, und die besonders noch Schwefel und Arsenikenthält. Der Rohstein wird nun 4—9 mal geröstet,auch einigemale geschmolzen, wodurch er reiner wird;der dadurch gewonnene sogenannte Kupfersteinwird im Hohofen geschmolzen, aus dem er metallisch,jedoch noch mit Eisen, Arsenik, Nickel rc., zuweilenauch mit Silber vermischt, abfließt und diese Massewird Schwarzkupfer genannt. Enthält dasselbeSilber, so wird ihm beim Schmelzen reines, nichtsilberhaltiges Blei zugesetzt, welches dann auf denSaigerhütten mit dem Silber davon abgetrieben oder
ausgesaigert wird. Das ausgesaigerte Kupfer, sowiedas Schwarzkupfer wird nun durch verschiedenewiederholte Schmelzprozesse weiter von den fremdenBestandtheilen gereinigt und in Garkupser,Scheibenkupfer oder Rosettenkupfer ver-wandelt, welches in runde Scheiben von 10—15 ZollDurchmesser und verschiedener Dicke geformt ist.Diese bilden einen Handelsartikel, sind aber nochnicht gehörig rein und dehnbar und werden daherauf den Kupferhämmern oder in den Fabriken,welche das Kupfer verarbeiten, durch Umschmelzenmit Kohlen nochmals gereinigt. Das Kupfer heißtdann hammergar und wird zu dicken Platten,Hart stücken genannt, gegossen, welche rothglühendunter großen Hämmern zu Platten oder Kupfer-blech ausgeschmiedet werben, aus denen die Kup-ferschmiede die verschiedenen Geräthe verfertigen,und zu den Keffelböden und ähnlichen Dingenwerden hohle Schalen von verschiedener Größe(Bodenkupfer) geschmiedet. Auch wird ausdem Hammergaren Kupfer gewalztes Kupferblech,Kupferdraht und Kupferstangen, die zu verschiedenenArbeiten gebraucht werden, verfertigt. Durch noch-maliges Schmelzen wird dasselbe zuweilen noch mehrgereinigt und dann unter dem Namen raffinirtesKupfer verkauft. Cementkupfer ist ein ziem-lich reines Kupfer, das aus dem Wasser gewonnenwird, welches sich in den Kupferbergwerken, indenen Schwefelkupfererze brechen, sammelt. DiesesWasser, C e m e n t w a s s e r genannt, enthält aufge-lösten Kupfervitriol, aus dem sich das Kupfer aufhineingelegtes blankes Eisen niederschlägt. Auf dieseArt werden auch aus Eisen geformte Gegenständemit Cementkupfer überzogen, und außerdem benutztmau das Cementwasser zur Verfertigung von Kupfer-vitriol und Bergblau. Das beste Kupfer ist dasjapanische, welches in 6Zoll langen, fingerdicken,auf der einen Seite flachen, auf der anderen rundenStäbchen von glänzender rosenrother, iuS Lackrotheübergehenden Farbe, mit rötherem, körnigereinBruche als andere Kupfersorten, aus Japan nachOstindien und China geht und zuweilen auch nachEuropa kommt. In England wurde es früher auchnachgeahmt und nach Ostindien gesandt, da es abervon bedeutend geringerer Qualität war, so hatte dieseSpekulation keinen Bestand. Mehrere Arten dessel-ben, besonders das von Sorango, sollen goldhal-tig sein. — Auf Neuholland befinden sich die reich-sten Kupferlager, welche sehr gutes Kupfer liefernund bisher einen großen Theil des europäischen Be-darfs deckten; nur in der neuesten Zeit ist die Aus-beutung in Folge der Auffindung des Goldes ver-nachlässigt worden. — Türkisches Kupfer kommtaus Kleinasien über Konstantinopel und Smyrna,in viereckigen Broden von ca. 60 Psd., theils vonrother, theils von graner Farbe. Das erstere, auchToka - oder Tokatkupfer genannt, hat eine sehrlebhafte, fast mennigrothe Farbe und ist eine derbesten Kupfersorteu; das graue ist bedeutend geringerund mit Eisen, Blei und Schwefel gemischt. —Peruanisch es und chilenisches Kupfer, wel-ches in platten Broden zuweilen nach Europa kommt,ist meist brüchig, schwärzlich und schwefelhaltig undtaugt nicht zur Messingfabrikation. Das Nämlichegilt von dem mexikanischen, welches, sowie diesüdamerikanischen Sorten, meist nach Nordame-rika geht, wo jetzt aber auch ein nicht unbedeutenderKupferbau betrieben wird und wo man in Washing-ton das größte Stück gediegenes Kupfer aufbewahrt,