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Zweiter Band.
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Lerchmschivamm 110 Levantine

Böttcher- und Stellmacherarbeiten benutzt. AlsBrennholz taugt es wenig, da es keine helle Flammegibt, aber es gibt ausgezeichnet gnte Kohlen. Dasdurch Anbohren des Stammes von: Mai bis Augustgewonnene oder auch von selbst ausfließende Harzwird venetianischer Terpentin ls. Terpen-tin) genannt. Das letztere hat mehr Güte und mannennt es in Frankreich Bijou. An den jungenBlättern setzen sich zuweilen erbsengroße Körner vonsüßlichem, fadem, etwas terpentinartigem Geschmackund ähnlichem Geruch an, die man Lerchenbaum-manna, in Frankreich Manna von Brian^o nnennt; in Deutschland kommen sie jedoch nickst vor.Ein erst in neuester Zeit daraus gewonnener Stoff,das Laripin, war in London 1862 auf der dortigenAusstellung als merkwürdiges chemisches Produktgezeigt.

Lerchenschwamm oder Löcherschwamm,?«-

1 yporu s officinalis, Agaricus albus,Boletus oder i'ungus Laricis, ein strunkloserHutpilz, eigentlich von der Gestalt eines Pferdehufes,gewöhnlich aber durch Berwachsung Polster-, kegel-oder kopfsörmig bis zur Größe eines kleinen Kiud-kopfes, jung weißlich, später gelblich, im Alter rissig,inwendig weiß, mit einem auffallenden Geruch nachfrischem Mehl. Er wächst besonders im südlichenEuropa und im nördlichen Asien auf den Stämmenalter Lerchenbäume und wird, nachdem die äußerenharten, rauhen, holzigen Schichten abgeschnittensind, in großen weißen Stücken in den Handel ge-bracht. Er schmeckt anfangs süß, dann ekelhaftbitter und wird in der Thierheilkunde besonders, auchin der Medizin jedoch selten, als Abführungsmittel,außerdem zuweilen zu bitterem Branntwein undauch bei der Färberei gebraucht. Der meiste kommtaus Rußland über Archangel; außerdem aus derLevante, welcher der beste ist (dieser sieht ganz weißaus, ist leicht, schwammig, trocken, nicht holzig),aus Kärnthen, Tirols Frankreich, Italien rc. Daer sehr hygroskopisch tft, muß er ganz trocken aufbe-wahrt werden, wenn er nicht verderben soll. In ihmist als wirksamer Bestandtheil das Laricin enthal-ten , eine weiße bittere, in Alkohol lösliche Masse.

Lescailles, ein rother Burgunderwein, aus derGegend von Nuits, der erst ein gewisses Alter er-reicht haben muß, um trinkbar zu werden.

I-sttsra., italien., heißt Brief, I-ottora ckicambio, Wechselbrief oder Wechsel. Die Abkür-zung L\ setzt man zuweilen, wenn man Wechsel, dieman an einen Auswärtigen sendet, im Briefe an-führt , vor den Namen des Trassanten und sie be-deutet also: „gezogen von..." Ebenso bedeutet:per onor di lettera (interveniren), zu Ehren desAusstellers.

Lettern, s. Buchdruckerschriften.

Letternhol), Buchstabenholz, auch Schlan-gen-, Schlitten- und Muskatenholz ge-nannt, von einem in Guiana wachsenden Baume,der nach Einigen Epidendron seriplum, nach An-deren Piratinera guianensis sein soll. Es ist roth-braun von Farbe, mit purpurrothen und schwarzenFlecken und Zeichnungen, welche zuweilen Aehnlich-keit mit Buchstaben oder von Schlangenschuppenhaben oder ihm das Ansehen einer durchschnittenenMuskatennuß geben. Dabei ist es sehr fest, hartund fein, nimmt eine schöne Politur an und'wirddaher zu feinen Tischler- und Drechslerarbeiten,Spazierstöcken und dgl. benutzt. — Mit dem Namen

Schlangen holz (s. d.) bezeichnet mau übrigensnoch mehrere andere Holzarten.

Leuchtspiritus oder L e u ch t s p r i e t ist eiste Mi-schung von 4 Raumtheilen Weingeist von 96° Trallesund 1 Theil rectificirtem Terpentinöl, zuweilen mitetwas Schwefelnaphta versetzt, zum Brennen in denLüdersdorfischen Gasätherlampen (s. Lampen).

Leuchtthurm , P h a r u s oder F a n a l, ist ein ander Meeresküste errichteter hoher Thurm, in dessenoberstem Stockwerk des Nachts ein starkes, gewöhn-lich durch Spiegel oder geschliffene Gläser noch ver-stärktes und möglichst weit sichtbares Licht angezün-det wird, nach welchem die Schiffe des Nachts ihreRichtung nehmen können, um den richtigen Weg zufinden. Er wird daher besonders an Stellen ange-legt , welche für die Schifffahrt gefährlich sind, oderan der Mündung eines Flusses, einer Meerenge, amEingänge eines Hafens rc. und in der Regel aufeinem erhöhten Punkte, einem Vorgebirge oder auchauf einem im Meere stehenden Felsen. Meist befin-det sich das Licht in einer die Spitze des Thurmesbildenden Laterne mit Glasfenstern. Manche Leucht-thürme, besonders an Orten, wo mehrere in derNähe sind, die also im Dunkeln verwechselt werdenkönnten, werden auch so eingerichtet, daß das Lichtin bestimmten kurzen Zwischenräunien (etwa allehalbe oder Biertelminuten) verschwindet und wiedersichtbar wird, auch wohl abwechselnd roth und weißerscheint rc. Sonst wurde auf den LeuchtthürmenFeuer angezündet, jetzt wird das Licht durch eineoder mehrere dicht zusammenstehende Lampen oderauch durch Gasflammen erzeugt und überhaupt istdie Einrichtung der jetzigen Leuchtthürme meist sehrkünstlich, um die größtmöglichste Helle und weiteSichtbarkeit des Lichtes zu erzeugen. Wo die Lola-lität oder andere Umstände die Anlegung eines Leucht-thurmes nicht gestatten, ersetzt man ihn zuweilendurch ein Licht, welches auf einem vor Anker liegen-den Schiffe (Leuchtschiffe) unterhalten wird. Fürdie Unterhaltung der Leuchtthürme müssen die Schiffermeist eine Abgabe (Leuchtg eld) bezahlen.

Leukol oder Chino lin, wurde zuerst aus China-rinden dargestellt, später aus Steinkohlentheeröl. Esist ein farbloses Oel, mit schwachem Geruch nachBlausäure, welches das Licht stark bricht und bitter-scharf schmeckt, von 0,8i spec. Gewicht. Mit schwe-felsaurem Kupferopyd gibt es einen blauen Nieder-schlag, aus welchem ein kornblauer und veilchenblauerFarbestoff hergestellt wird, von sehr großer Schön-heit und Intensität. Die Farben halten nur nichtgegen Licht und Luft.

Levante nennt man eigentlich die türkische Pro-vinz Anatolien oder Kleinasien und das Küstenlandvon Syrien; die Italiener verstehen darunter jedochalle Länder, welche östlich von Italien liegen, bis zumNil; die Franzosen rechnen auch die ganze nordafri-kanische Küste dazu und in England begreift mandarunter alle am mittelländischen Meere liegendenLänder. Die Hauptstädte der eigentlichen Levante,Alexandrien, Smyrna, Konstantinopel, Salonichi rc.nennt man in Frankreich auch zuweilen los oobolles(du Levant), in Italien scale.

Levantine ist ein glatter geköperter Seidenzeugvon weicher Seide, der einfarbig, schwarz und inallen anderen Farben in Frankreich, der Schweizund in den deutschen Seidenmanufaktureu verfertigtwird. Die schweren Sorten sind gewöhnlich 5 /e fdie leichteren y 2 Stab breit und die Stücken sind56 Stab lang. Auch nennt man eine Art leichter