Libidibischoteir 112 Lichter
keinem Verlragsverhältnisse zu Liberia stehen, sindzum selbstständigen Abschlüsse von Geschäften nichtbefugt, sondern müssen dazu einen Bürger der Re-publik als Mittelsperson annehmen. Die Staaten,nach welchen die Handelsbeziehungen Liberias haupt-sächlich sich richten, sind Großbritannien, die Nord-amerikanische Union und Hamburg. Großbritan-nien liefert den Liberianern namentlich Seiden- undBaumwollwaaren, auch Flanell und wollene Hüte,ferner Regenschirme, Flinten und Jagdgewehre,Flintensteine, Schießpulver, lange Pfeifen, eisernesKochgeschirr, messingene Kessel, Pfannen. Kupfer-bolzen, Messerschmiedewaaren, Salz, Porter rc.Aus Nordamerika kommen: Tabaksblätter, Rum,Schweinefleisch, Butter, Mehl, Schifsszwieback.Schinken, Speck, Arzneimittel, Schnhwerk und ver-schiedenes Hausgeräth. Bon Hamburg werden Glas-perlen aller Art, leichte Weine, Backsteine, Glasge-schirr , Eisen- und Kupferschmiedewaaren rc. einge-führt. Hauptansfnhrartikel sind: Palmöl, Palm-Kurnal, Campecheholz, Elephantenzähne, Kaffee,Zucker, Melasse, Sirup, Arrowroot. Letzteres so-wie Cacao, Indigo und Erdpistazien sind Produkte,die für Liberia als Ausfuhrartikel von großer Bedeu-tung werden können. Der Gesammlwerth der Ein-fuhr sämmtlicher Häfen der Republik betrug vom1. October 1859 bis 30. September 1860: 310,890Dollars; die Ausfuhr 279,724 Dollars. Sowohlbeim Import als Export war Großbritannien amstärksten betheiligt. Das Ergebniß der Schifffahrts-bewegung in sämmtlichen Häfen war in oben er-wähntem Zeitraum folgendes:
Angekommen: Abgegangen:
Schiffe. Tonnen, schiffe. Tonnen.
Englische
59
16,870
58
16,456
Amerikanische
52
10,545
52
10,545
Hamburgische
9
2,364
9
2,364
Holländische
2
460
2
460
Italienische
1
190
1
190
zusammen
123
30,429
122
30,015
Die Küstenschifffahrt ist hierbei nicht inbegriffen.
— Die Hauptstadt der Republik heißt Monrovia.Der mit einem Leuchtthurm versehene Hafen ist schonsetzt von den Flaggen aller Nationen besucht; mehrals 100 Schiffe haben dort im Jahre die Ankerausgeworfen; auch die preußische Flagge hat sich da-selbst mehremal entfaltet. Paketboote gehen regel-mäßig nach Baltimore. Es befindet sich in Monro-via, woselbst auch ein englischer Konsul restdirt, einevon Nordamerika unterstützte Mission und mehrereSchulanstal ten mit nicht unbedeutenden Bibliotheken.
— Bankinstitute mangeln im Lande total, u. ein gro-ßes Hinderniß für den Fortschritt des Ackerbauesund der Handelsbeziehungen ist der Mangel an Münzeund die Emission einer sehr beschränkten Totalsummevon Papiergeld durch die Regierung, deren Kreditauf der öffentlichen Einnahme beruht. Die frem -den Gold- und Silbermünzen haben freienUmlauf in der Republik zu folgenden Coursen:
der englische Schilling ----- 24 Cents,
der französische Frank — 19 ,,
der spanische oder amerikan. Dollar —100 ,,
die spanische Dublone — 16 Dollars.
Rechnung, Maße und Gewichte, wie-in denVereinigten Staaten Nordamerikas.
Libidibifchoten oder Libidibibohnen, s.Dividivi.
Liöra, das brasilianische, portugiesische und spa-nische Pfund.
Libretas heißen in Spanien die Buchlei-nen, s. d.
Librets heißt eine Art ordinairer , halb gebleich-ter oder auch blau gefärbter Flachsleinen, welche inAegypten von den Landleuten verfertigt werden undnach den anderen türkischen Provinzen, zuweilenauch nach Frankreich gehen.
Licent nennt man zuweilen eine Abgabe auf ein-oder ausgehende Waaren, auch die obrigkeitlicheErlaubniß zur Ein- oder Ausführung gewisser Ar-tikel. Im letzten Sinne sagt man dafür auch Li-cenz und versteht darunter besonders die Erlaubniß,welche eine Regierung in Kriegszeiten den eigenenUnterthanen oder den Schiffen neutraler Nationenertheilt, nach feindlichen Häfen Handel zu treiben.
Holiölt heißt Flechte. Die lateinischen Namender im Droguenhandel vorkommenden Flechten, vondenen mehrere auch unrichtig Moos genannt wer-den, sind folgende: Liehen arboreus, s. Lungen-m 0 0 s. — L. Caragheen oder Caragahen , s. C a -ragheenmoos. — L. islandicus, s. Islän-disches Moos. — L. parietinus , s. Wand-flechte. — L. pulmonarius , s. Lungenmoos. —L. pyxidatus, s. Büchsenflechte'.
Ltchenin, Lichestearinsäure, s. Islän-disch e s M 0 0 s.
Lichtblumenwurzel wird die Wurzel der H er b st-zeitlose zuweilen genannt.
Lichter oder Kerzen werden von Talg, Wachs,Paraffin, Stearin oder Wallrath verfertigt. DieTalg licht er, die wegen ihres wohlfeilen Preisesam häufigsten gebraucht werden, sind entweder g e -z ogene oder gegossene; die ersteren werden verfer-tigt , indem man den Docht mehreremale in geschmol-zenen Talg eintaucht, bis das Licht die gehörigeDicke hat; bei den letzteren wird der Talg in einegläserne oder zinnerne Form gegossen, in welche derDocht befestigt ist. Man nimmt dazu in der RegelRindstalg, zuweilen auch Hammeltalg, der aberweniger gut dazu ist, oder mischt diesen zu demersteren. Talglichter werden gewöhnlich von denSeifensiedern verfertigt und verkauft; doch gibt esauch an mehreren Orten in Deutschland Fabriken,welche sie in großen Quantitäten verfertigen, undversenden, oder sie zum Verkauf auf die Messenbringen. Dies ist unter anderem in Pösnek undGera der Fall. Hauptsächlich aber werden in Ruß-land sehr viel Talglichter verfertigt und große Quan-titäten davon über Petersburg, Archangel rc. ver-sendet. Sie sind meist von sehr guter Qualität, dader russische Talg vorzüglich gut ist und man zu denLichtern den bestell von zuugem Vieh nimmt. Manverlangt von guten Talglichtern, daß sie eine schöneweiße Farbe haben, nicht schmierig anzufühlen sindund in der Kälte nicht zerspringen oder zerbröckeln;daß sie ferner möglichst hell und dabei doch sparsambrennen, daß sie keinen Rauch und unangenehmenGeruch verbreiten, nicht ablaufen und nicht flackernoder knistern. Dies Alles hängt sowohl von derGüte und Reinheit des Talges, als von der Beschafffenheit des Dochtes ab. Dieser muß von ganz reinerBaumwolle und weder zu dick, noch zu dünn, auchweder zu stark noch zu schwach gedreht sein, es dür-fen keine losen Fasern daran sein und er muß geradein der Mitte des Lichtes hinabgehen. — Wachs"lichter werden meist von weißem, doch zuweilenauch von gelbem Wachs in WachSlichterfabnken ver-