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Zweiter Band.
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Livorno

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Märkte ober Berkaufshallen merkwürdig, namentlichder St. Johnsmarkt, der eine Fläche von 12,842Qnadratfnß bedeckt und ein doppeltes Dach hat;der St. Jamesmarkt, der Jslingtonmarkt und dieFischhalle. Auch die sehr geschmackvoll gebauteGeorges Hall, von großartigen Dimensionen, miteinem prachtvollen Concert - und Ballsaal ist zu er-wähnen. Die ganze Stadt ist ein London im Klei-nen, dem nur die Brücken fehlen, aber jeden Augen-blick fahren Dampfschiffe über den Fluß, mit denenman für einen Pennh nach der gegenüberliegendenStadt Birkenhead gelangen kann, welche imJahr 1841 angelegt wurde, 1851 schon 18,000 und1862 bereits über 100,000 Einw. hatte. Der wich-tigste Zweig des hiesigen Handels sind die Import-geschäfte. Die Häuser, die sich denselben widmen,haben Correspondenten und zum Theil Agenten inallen Welttheilen. Der wichtigste Gegenstand derEinfuhr des hiesigen Handels ist die Baumwolle,für welche Liverpool der erste Platz Europas ist,denn 7 / 8 der Baumwolle, welche in Großbritannieneingeführt wird, kommen in den hiesigen Hafen undwerden von hier aus theils wieder verschifft, meistaber an die verschiedenen Manufakturstädte im In-nern des Landes vertheilt. Der größte Theil desHandels zwischen Großbritannien und Nordamerikaist in den Händen Liverpools, und ebenso ist es fastanz im Besitz des Handels mit Irland. Die Aus-uhr bilden hauptsächlich die zahlreichen Erzeug-nisse der englischen Manufakturen und Fabriken,namentlich der Baumwollenwaaren des nahenManchester, von denen der größte Theil derjenigen,die für das Ausland bestimmt sind, von Liverpoolaus verschifft werden. Deshalb wurde auch zwischenLiverpool und Manchester die erste Eisenbahn inEngland gebaut, welche im Jahr 1828 eröffnet wurdeund in 3 Tunneln, wovon einer nach dem in derMitte der Stadt gelegenen Personenbahnhof, dieandern für Güter, unter einem Theile der Stadtnach dem Hafen gehen. Auch stehen unter denAusfuhrartikeln die Baumwollenzeuge, das baum-wollene Garn, die wollenen Gewebe und die Quin-cailleriewaaren obenan. Sehr bedeutend ist auchder Export von roher Baumwolle, und es betrugderselbe im Jahre 1863: 476,000 Ballen im Werthevon ca. 10 Millionen Pfd. Sterl. Der Gesammt-export von Liverpool erreichte die bedeutende Summevon 65,178,451 Pfd. Sterl. gegen 50,463,469 Pfd.Sterl. in 1862. Als Fabrikstadt ist Liverpool zwarweniger hervorragend als durch seinen Handel, aberdemohngeachtet besitzt es auch zahlreiche und bedeu-tende industrielle Anstalten. Unter diesen sind na-türlich diejenigen, welche sich auf den Handel unddie Schifffahrt beziehen, die wichtigsten, namentlichdie Schiffswerfte, die Fabriken von Dampf- undanderen Maschinen, die Eisengießereien, die Seile-reien, die Fabriken von Seeuhren und Chronome-tern u. a. Außerdem gibt es hier viele Fabrikenvon Tabak, Eisen-, Thon- und Glaswaaren, Seife,Stärke, Vitriol und anderen Chemikalien, Zucker-raffinerien, Salzsiedereien, Bierbrauereien rc. —Die Bank von England hat hier ein Comtoir undaußerdem gibt es noch ca. 20 Privatbanken.

Wechselcourse. Dieselben werden wie inLondon notirt.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichtes. Großbritannien.

Livorno, die wichtigste See- und HandelsstadtToscanas,imKönigreich Italien, am mittelländischen

Meere und durch einen Kanal mit dem Arno ver-bunden, mit sicherem, in neuerer Zeit sehr erweiter-ten Hafen und 100,000 Einw-, worunter etwa15,000 Juden. Sie ist freundlich und regelmäßiggebaut, hat meist gerade Straßen und schöne Vor-städte und ist von mehreren Kanälen durchschnitten,weßhalb sie auch Klein-Venedig genannt wird.Außer einem königl. Palaste, ist die prachtvolle Sy-nagoge, die armenische Kirche, eine musterhafteQuarantaineanstalt, der auf einer kleinen Felsen-insel stehende Leuchtthurm mit 214 Stufen sehens-wert; ferner eine über zwei Meilen lange Wasfer-leitung mit zwei ungeheuren, erst 1835 vollendetenCisternen, die großen Waarenmagazine, besondersfür Salz, Tabak und Oel, letztere mit großen stei-nernen Trögen, welche über 2 Mill. Pflx Oel fassen.Von den Fabriken sind hauptsächlich die großenGerbereien, welche vortreffliches Leder liefern, meh-rere Glasfabriken und die Korallenschneidereien,darunter eine mit 300 Arbeitern, zu erwähnen; dieletzteren verarbeiten den größten Theil der Korallen,welche von 160 toscanischen Schiffen an den KüstenSiciliens, Sardiniens und Afrikas gefischt werden.Ferner gibt es Fabriken von Seidenwaaren, Papier,Gewehren, Tabak, Thon-, Elfenbein- und Alabaster-waaren, Möbeln, Seife und Lichtern, Stärke, Likör,Rosenöl, Cremortartari rc., Zuckerraffinerien,Spritdestillationen, große Dampfmühlen u. Schiffs-werfte. Der Handel, welche durch den Freihafenund durch die Befreiung von allen, selbst religiösenBeschränkungen unterstützt wird, ist zwar bedeutend,aber seit einiger Zeit in fortwährender Abnahme,indem besonders der Getreidehandel durch die Auf-hebung der Kornzölle und der Navigationsacte inEngland sehr geschmälert worden ist, und auch derVerkehr mit der Levante und Afrika, der früher sehrlebhaft war, sich bedeutend vermindert hat. DieAusfuhr besteht hauptsächlich in Baumöl, Wolle,Seide, Fellen, Talg, Holz, Lumpen, Getreide, Mar-mor, Cremortartari, Korallen, Strohhüten und an-deren Erzeugnissen der italienischen Industrie; dieHaupteinfuhren sind Colonialwaaren, roheBaumwolle, Twist, Woll- und Baumwollenwaaren,kurze Waaren, Farbestoffe, Metalle, gesalzene Fische,irdenes Geschirr, Weizen, Kork, Felle, Lumpen.Sprit, Wein rc. England importirt die größteMenge Manufakturwaaren; dieselben bestehen nebenLeinengeweben und Wollenstoffen hauptsächlich ausBaumwollenfabrikaten. Besonders lebhaft ist dieVerbindung mit Florenz, welche durch Schienen-straßen noch mehr belebt worden ist. Es gehenEisenbahnen über Pisa zum Handels - und Kriegs-hafen Spezzia; über Pisa und Pistoja nach Bologna;übxr Pisa nach Florenz und Arezzo. Livorno istHauptstation der Westitalienischen Küstenverbin-dungsbahn; letztere bis jetzt nach Grosetto eröffnet,wird über Civita vecchia nach Rom und von hiernach Neapel führen. Die Zahl der im Jahre 1861im Hafen von Livorno eingelaufenen Fahrzeuge be-lief sich auf 1520 Dampfschiffe (770 italienische, 616französische und 120 englisches und 5823 Segelschiffe(4770 italienische, 330 griechische, 137 englische, 106französische, 133 österreichische und andere), letzteremit einem Gehalt von 474,338 Tonnen.

Wechselpreise. Man notirt hier folgendeCourse:

auf Amsterdam, für 100 niederl. Fl.

„ Augsburg und Frankfurt a. M., für 100 Flsüdd. Währung.